Verspätete Diagnose einer kindlichen Linsentrübung

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Kasuistik
Im Rahmen dieses Schlichtungsverfahrens waren die Behandlungen durch Frau Dr. A,
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Frau B, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Frau Dr. C, Fachärztin für Augenheilkunde und Frau Dipl.-Med. D, Fachärztin für Augenheilkunde, zu prüfen.

Sachverhalt
Die kinderärztliche Vorsorgeuntersuchung U3 ergab bei der einen Monat alten Patientin einen unauffälligen Befund. Einen Monat danach konsultierten die Eltern der Patientin Frau Dr. A und berichteten über eine Fehlstellung des linken Auges. Wegen Abwehr des Kindes konnte sie keinen Befund erheben und Frau Dr. A empfahl daher eine erneute Kontrolle etwas später. Die Eltern wechselten nun aber zu einer anderen Kinderärztin, Frau B, die die weiteren Vorsorgeuntersuchungen (U4 bis U6) durchführte. Bei der letztgenannten U6 stellte sie eine Augenfehlstellung fest und überwies das Kind in die Augenarztpraxis der Dres. C/D. Hier betreute nur eine Orthoptistin das Kind und leitete bei fehlender Fixation links und Strabismus divergens eine Okklusionsbehandlung ein. Zunächst schien sich alles zu bessern, aber nach erneuter Verschlechterung empfahl sie eine Untersuchung beim Augenarzt. Diese verzögerte sich jedoch wegen Urlaubs der Familie um zwei weitere Monate und schließlich stellte die Augenärztin Frau Dr. D nun erstmals eine Linsentrübung links fest. Wenige Wochen später konnte bei dem Kind eine Kata-raktoperation in einer Universitäts-Au-genklinik erfolgen und eine entsprechende Kontaktlinse verordnet werden. Die Verlaufskontrolle ergab, dass die Sehschärfe links, eineinhalb Jahre nach der Operation, unter Korrektur mit einer Kontaktlinse bei 0,02 in 2 m lag.

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