AMBITUS. Kunst und Musik heute

9. September 2018 – 6. Januar 2019

ildende Kunst und Musik, das müssen nicht getrennte Welten sein! Das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen und das Gesellschaftshaus als „Haus der Musik“ schließen sich im Herbst erstmalig für ein gemeinsames Kunst-Musik-Projekt zusammen und präsentieren mit „AMBITUS – Kunst und Musik heute“ ab September 2018 eine Werkschau internationaler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die in ihren Arbeiten die faszinierenden Schnittpunkte von Musik und bildender Kunst auf aufregende Weise erlebbar machen.

Für den Zeitraum von vier Monaten entsteht auf diese Weise ein klingendes Kunstmuseum. Einige der Kunstwerke entstehen speziell für die Ausstellung, wie die SONIC-BIKES von Kaffe Matthews. Mit ihnen kann man sich auf dem Weg entlang der Elbe bewegen und hört an ausgewählten Punkten eigens dafür arrangierte Kompositionen der Künstlerin.

|Pi Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen/ Gesellschaftshaus Magdeburg

Zygmunt Bauman: Leben als Konsum

Verlag Hamburger Edition 2009, a. d. Englischen v. Richard Barth, Taschenbuch 21,5 x 14 cm, ISBN 378-3-86854-211-0, 204 Seiten, € 15,-

Konsum – mit Betonung der ersten Silbe war es das Synonym für Banalität. Aber so ist es hier nicht gemeint und ist deshalb wohl auch endständig zu betonen.

Zygmunt Bauman war Philosoph und Professor der Soziologie. Sein an Erfahrungen reiches Leben im Vorkriegspolen, in der Sowjetunion der Stalin-Ära, in Israel und schließlich in der Hochschullandschaft Englands hatte ihn zu einem Wissenschaftler linker Prägung reifen lassen. Sein Terrain waren die Moderne und vor allem die Postmoderne, die sich in seinen zahlreichen Schriften niedergeschlagen haben.

Im vorliegenden Titel widmete er sich dem Konsumismus und seiner Kultur bzw. seinen gesellschaftlichen Erscheinungsformen, insbesondere im vom ihm als virtuelles Leben bezeichneten Netz, im Internet. In dessen sozialen Räumen, facebook etc., nimmt er die Nacktheit der Gesellschaft wahr, die körperliche, soziale und psychische. Als tragbare Beichtstühle bezeichnet er die elektronischen Kommunikationsgeräte, die das Konsumspiel mit der Geschwindigkeit hochansteckender Krankheiten verbreiten. Der Konsument verwandelt sich dabei zum Gegenstand des Verbrauches auf den Arbeitsmärkten, die ja auch zu den Warenmärkten gehören, und unterwirft sich allen Regeln dieser Existenzform.

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Hallesche Universitätsreden

Hallesche Universitätsreden
Hallesche Universitätsreden

Hrsg. vom Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Universitätsverlag Halle-Wittenberg, 16 Bände, geheftet/Broschur im Oktavformat, € 5,50

Seit 2010 gibt es sie wieder, die Halleschen (früher Hallischen) Universitätsreden, geschrieben wie zuvor gesprochen. Der 262. Rektor der MLU, Prof. Dr. Udo Sträter, hat sie wiederbegründet, gibt sie heraus und lässt sie im Universitätsverlag umsetzen, nachdem ihm der Wissenschaftliche Beirat des Verlages entsprechende Vorschläge unterbreitet hat. Voraussetzung für die Bewerber ist der öffentlich gehaltene Vortrag an der Halleschen Universität.

Es sind das monologische Reden im weiteren Sinne aus den verschiedenen Fakultäten der MLU, etwa zwei an der Zahl im Jahr, ein überschaubares Programm also. Der Umfang der gedruckten Monografien schwankt um die 25 Seiten mit einer mehr oder weniger deutlichen Streubreite. Pars pro toto oben ein Beispiel der cremefarbenen Einbände der Hefte mit ihrem schlichten und ansprechenden Design.

Die meisten deutschen Universitäten legen Wert auf diese Form der Repräsentation ihrer Mitglieder bzw. aufgeforderten Gäste. Die laufende ist die dritte Folge Hallescher Universitätsreden. Angefangen wurde die Serie 1915. Sie endete 1941 und gab in den 26 Jahren 78 Hefte heraus, wurde aber dann vorerst umständehalber eingestellt. Kriegs-, Nachkriegs- und Besatzungszeit setzten andere Prioritäten. Eine zweite Folge wurde 1959 eröffnet (Publikation 1960) unter der Parole: Für die Wissenschaft, die dem Frieden dient, kontrolliert, zensiert und streng beaufsichtigt von der Universitätsparteileitung der SED. Die dritte Hochschulreform beendete auch diese Episode 1969 mit einer Trauerrede zu Ehren des Germanisten Ernst Hadermann.

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Mediziner & Malerei

Mediziner & MalereiAm 2. Juni 2018 fand an ihrem Ursprungsort Köthen zum 30-jährigen Jubiläum die feierliche Eröffnung der 18. Ausstellung in Anwesenheit von annähernd 200 Gästen statt. In einer Gesprächsrunde wurden unter Moderation von Frau Prof. Dr. Uta Seewald- Heeg vom Initiator der Interessengemeinschaft, Dr. Peter Erdmenger, Dr. Peter Bretschneider und der ehemaligen Leiterin des Historischen Museums Köthen Erinnerungen an die Entwicklung wachgerufen. Demnach fanden in zweijährlichem Abstand Ausstellungen in Berlin, Leipzig, Torgau, Schwedt, Haldensleben sowie nach Grenzöffnung in Springe/Deister, Gütersloh, Mannheim, Schwetzingen, Neustadt an der Weinstraße, Hannover, Hamburg und Soest statt. Insgesamt finden sich 250 Namen von ausstellenden Medizinern in den Katalogen.

Die Bandbreite der etwa 160 hier ausgestellten Objekte von 39 Ausstellenden umfasst neben unterschiedlichen Techniken der Malerei sowohl Grafiken, Zeichnungen, Fotografien als auch Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien. Ein Blick in die Kataloge, wie auch in die heutige Ausstellung, widerspiegelt ein weites thematisches und stilistisches Spektrum der Exponate. Neben teils höchsten künstlerischen Ansprüchen gibt es die reine Freude am Mischen der Farben zu bestaunen. Man findet Reflexionen zu Erlebtem, Allegorien, Portraits und Tierdarstellungen, am häufigsten jedoch Imaginationen von Reiseerlebnissen. Während surrealistische Arbeiten gelegentlich auftauchen, sind gegenstandslose Malerei die Ausnahme, jedoch abstrahierende Tendenzen häufiger vertreten. Realistische Formen und reichlich Farbe dominieren die ausgestellte Malerei mit Öl, Acryl oder Pastell. Treffender als die Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt im Geleitwort zum Katalog der Ausstellung kann man nicht einladen: „Ich würde mich freuen, wenn die Ausstellung Ihr Interesse weckt.“

Prof. Dr. Dr. Sigurd Schulz
Halle (Saale)

Foto: Dr. med. Peter Erdmenger

Maurizio Bettini: Wurzeln

Maurizio Bettini: Wurzeln - Die trügerischen Mythen der Identität
Maurizio Bettini: Wurzeln - Die trügerischen Mythen der Identität

Die trügerischen Mythen der Identität

Verlag Antje Kunstmann, München 2018, a. d. Italien. v. Rita Seuß,
ISBN 978-3-95614-235-2, gebunden im Kleinoktavformat, Schutzumschlag,
158 Seiten, 16,- €

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von unseren Wurzeln sprechen? Maurizio Bettini, Professor für klassische Philologie an der Universität Siena, Schriftsteller und Publizist, stellt diese Frage nach der Wurzelmetapher und nach der neuen Wertschätzung und Wiederbelebung der Tradition an den Anfang seines kleinen Buches. Der Autor portioniert es in einen 1. Teil unter der vielsagenden Überschrift: Gegen die Wurzeln. Es folgt ein 2. Teil unter: Neue Fragen zu den Wurzeln.

Das wieder erwachte Interesse an Tradition sei eine Reaktion auf die zunehmende Homogenisierung der Länder und Kulturen. Man betrachte nur die Flughäfen und Touristenstrecken in den Urlaubsregionen. Der Unterschied zwischen uns und ihnen sei verwischt, so Bertini. Niemand habe aber weder je seine Tradition gesehen noch die eigene Identität, die zu Grenzziehungen bemüht wird. Da sei die Metapher, hier der Wurzeln, eine hilfreiche Konstruktion der Sinnesansprache. Sie sei ein wirkmächtiges Erkenntnisinstrument mit unmittelbarer Anschaulichkeit. Wurzeln erstellen geradezu ein Bild des festen Fundaments, basisorientiert und unverrückbar, eine Metapher für Grundlagen und Vorfahren.

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