Prof. Dr. Christel Taube aus Halle erhält das Verdienstkreuz am Bande

Die 81-jährige Ärztin wird für die herausragenden Verdienste ausgezeichnet, die sie sich als Wissenschaftlerin und Hochschullehrerin um das deutsche Gesundheitswesen und die Ärzteschaft erworben hat. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse finden Ausdruck in 147 Publikationen, 176 Vorträgen und in zwei Patenten. Zudem ist sie Mitautorin eines Lehrbuches der Pharmakologie und Toxikologie. Neben umfangreicher Seminar- und Vorlesungstätigkeit hat sie zahlreiche Diplomarbeiten, Promotionen und eine Habilitationsarbeit betreut. Besonders lag ihr die Förderung des weiblichen Nachwuchses am Herzen. Taube war Mitglied der Ethik-Kommission der Martin-Luther-Universität Halle-Wit-tenberg. Sie engagiert sich als Kulturbotschafterin der Stadt Halle. Seit 2005 ist sie stellvertretende Vorsitzende des von ihr mitgegründeten Gutenberger Kulturvereins Sachsen-Anhalt. Am Landgericht Halle engagiert sie sich als Schöffin.
Auf den Vorschlag der Ärztekammer Sachsen-Anhalt erhielt Prof. Taube die Paracelsus-Medaille der Bundesärztekammer.

| Pi Staatskanzlei (Auszug)

Arthur-Schlossmann-Preis und Ausbildungsstipendien 2018

der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie

Die Sächsisch-Thüringische Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie wird auf ihrer Jahrestagung 2018 in Leipzig den Arthur-Schlossmann-Preis vergeben. Mit dem Preis sollen besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin ausgezeichnet werden. Er besteht aus einer Urkunde und einer finanziellen Zuwendung. Die Arbeit braucht noch nicht veröffentlicht zu sein, doch soll ihre Veröffentlichung möglichst bevorstehen. Die vollständige Ausschreibung finden Sie auf der Homepage der Gesellschaft, www.stgkjm.de.
Bewerber müssen bis zum 31.01.2018 fünf Exemplare ihrer Arbeit bei dem 1. Vorsitzenden der Gesellschaft, Herrn Prof. Dr. Klaus Mohnike, Universitätskinderklinik, Universitätsklinikum Magdeburg, Leipziger Straße 44, 39120 Magdeburg, einreichen.

Die Sächsisch-Thüringische Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie schreibt fortlaufend bis zu drei Reisestipendien pro Kalenderjahr in Höhe von jeweils bis zu 1.500,00 € aus.
Die Stipendien sollen die Weiterbildung von Assistenten und Fachärzten in den Gebieten und ihren Schwerpunkten sowie fakultativen Weiterbildungen der Kinder- und Jugendmedizin und der Kinderchirurgie in den Ländern der Gesellschaft fördern und werden als Beihilfe zu einer Fortbildungsreise gewährt. Gefördert wird die Teilnahme an Kursen, Seminaren oder Tagungen. Die Veranstaltung soll intensiv Inhalte der Weiterbildungskataloge für Kinder- und Jugendmedizin bzw. Kinderchirurgie und deren Subspezialitäten vermitteln. Hospitationen werden nicht gefördert. Der Stipendiat muss Mitglied der STGKJM sein.

Die Stipendien werden auf Antrag gewährt. Anträge können jederzeit gestellt werden. Die Antragsmodalitäten sind auf der Homepage der Gesellschaft www.stgkjm.de zu finden.

Wir gratulieren im November

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

3. November Dr. med. Thomas Valldorf

Lutherstadt Wittenberg

4. November Dr. med. Frank Bürger

Teuchern

4. November Dipl.-Med. Karin Marquardt

Naumburg (Saale)

5. November Dipl.-Med. Anka Zimmermann

Teutschenthal

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Ars Medicorum Halensium 2018

Titelblatt Kalender: Nils Bergunder „Grönland 1“ (Tiffany-Glastechnik, 2017)

Kunst hallescher Ärzte

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, vielen von Ihnen ist der Kalender „Kunst hallescher Ärzte“ bekannt, nicht wenige hatten ihn Jahr für Jahr am Arbeitsplatz oder in der Wohnung hängen. Nun darf ich Ihnen den neuen Kalender für 2018 empfehlen. Es ist der 17. seit 2002 und damit schon ein wenig Tradition, auf die wir auch etwas stolz sind. Dietmar Augustin zeigt wieder schöne Halle-Bilder, Andreas Köhler ist mit zwei seiner großen ruhigen Bilder in vornehm zurückhaltender Farbigkeit vertreten und Robert R. Flieger mit einer meisterhaften, filigranen Zeichnung. Sie wird eine längere Betrachtung und einiges Nachdenken erfordern! Von Nils Bergunder ist ein Ölgemälde zu sehen und auf der Titelseite eines seiner wunderschönen Glasbilder. Petra Kaltwaßer hat wieder zwei ihrer erstaunlich schönen Assemblagen – Harmonie und Ruhe ausstrahlend – zur Verfügung gestellt. Franz Wolfgang Hirsch konzentrierte sich in den letzten Jahren auf plastische Arbeiten, sein Beitrag sind sehr professionell aus Serpentin gearbeitete Plastiken. Schließlich ist unsere Literatin Barbara Mann mit einem Text über die Meckelsche Sammlung vertreten und zu guter Letzt: Wolfgang Lässig mit einem Scherenschnitt, in einer besonderen Technik, unter Mitverwendung farbiger Papiere (hoffentlich gefällt sie Ihnen) und einem freundlichem Blumenbild. Außerdem erinnert der Kalender an den halleschen Mathematiker Georg Cantor, dessen Todestag sich 2018 zum einhundertsten Mal jährt.

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Hans-Dieter Göring: Der kranke Martin Luther

Foto: fotolia.de/© Jonathan Schöps

Fortsetzung des Artikels aus Heft 10/2017 (Teil 2)

Am Bier schätzte Luther die Förderung des Nachtschlafes und leichter Morgenstühle sowie seine diuresefördernde Wirkung (13, 14).

Luther wurde, nachdem er Katharina von Bora am 13.6.1525 geheiratet hatte, fülliger. Sein Speiseplan wurde auch als „Gleitschiene zur Adipositas“ bezeichnet (13, 14). „Ich eße, was mir schmeckt und leide danach, was ich kann“, hieß es vielsagend in einer seiner Tischreden.

Es wird diskutiert, dass die seelische Verstimmung durch Luthers Obstipation und Hämorrhoidalleiden sowie den Roemheld-Komplex ab 1525 zu einer unerträglichen Verschärfung seines Tones in der Polemik gegenüber den aufständischen Bauern sowie in den Anti-Papst-Schmähschriften geführt habe und sich in anderen sprachlichen Entgleisungen, u. a. der Persiflage der Namen seiner Gegner geäußert haben könnte. So wurde Dr. Eck zu Dr. Dreck, Cochlaeus zu Kochlöffel und schließlich Rotzlöffel, Schwenckfeld zu Stenckfeld (10, 14). 1526 wurde der Reformator von einer schweren Nierenkolik mit Steinabgang heimgesucht. Den Behandlungsplan seiner Ärzte Dres. Schurff und Fendt ignorierte er, wie er auch in anderen Fällen ärztlichen Empfehlungen häufig skeptisch bis ablehnend gegenüberstand (14).

Am 1.1.1527 erlitt Luther eine Ohnmacht und wenige Tage später aus heutiger Sicht einen Angina pectoris-Anfall, der mit Aqua Cardui benedicti behandelt wurde. Die Herzattacken wiederholten sich bis zu Luthers Tod (3, 13, 14). Der Beginn einer weiteren schwerwiegenden Krankheit fällt mit einem Schwindelanfall und Ohrensausen, die Luther zwangen, eine Predigt abzubrechen, auf den 24. April 1527. Am 6. Juli kamen noch vegetative Reizerscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und eine Innenohrschwerhörigkeit hinzu. Das Bewusstsein blieb erhalten. Nach der Attacke fiel er in tiefen Schlaf.

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