Günter de Bruyn: Der neunzigste Geburtstag

Der neunzigste Geburtstag - Eine ländliche IdylleS. Fischer Verlag Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-10-397390-7, gebunden im Oktavformat mit Schutzumschlag, 269 Seiten, € 22,-

„Die Welt wird erst zur Ruhe kommen, wenn jeder zu Hause bleibt.“ Der das in diesem Roman des Günter de Bruyn postuliert, ist der achtundachtzigjährige Leonhardt Leydenfrost. Recht hat er mit seiner etwas schlichten Erkenntnis, die jedoch so seltsam lebensfremd daher kommt, sieht man von der Friedhofsruhe ab. Es bleibt im weiteren offen, wie ernst er damit die jüngsten Völkerwanderungsbewegungen in und nach Europa einschließt.

Zur Handlung: Die Geschwister Leonhardt und Hedwig Leydenfrost hatten sich nach der Wende im ehemaligen elterlichen Gutshaus eines kleinen Ortes zwischen Oder und Spree eine Wohnung genommen. Er, geboren und aufgewachsen in diesem Kaff, nach der Rückkehr dorthin mit Familie im frühen Ruhestand bald schmerzlich verwitwet, war sein Arbeitsleben lang passionierter Bibliothekar an der Universität in Berlin. Er frönt als Rentner auf dem Lande auch weiterhin des Lesens und der Sprachpflege. Sie, ledig und kurz vor dem 90. Geburtstag, ist nach politisch und arztberuflich aktiven, sogar wilden Jahren im Westen nun einfach die Oma im brandenburgischen Dorf und schärft ihre geistige Beweglichkeit an streitbaren Disputen mit ihrem „kleinen“ Bruder Leo. Beide genießen in gewissem Abstand zueinander das freie Leben abseits der Stadt, bar jeder ländlichen Verpflichtung.

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Einige Worte zum 80. Geburtstag für Dr. med. Paul Franke

Dr. med. Paul Franke Dr. med. Paul Franke wurde am 3. Juni 1939 in Schönebeck geboren. Die Schulzeit schloss er 1957 in seiner Heimatstadt Schönebeck mit dem Abitur ab und begann sein Medizinstudium 1960 an der Medizinischen Akademie Magdeburg, das er nach einem Wechsel an die Martin-Luther-Universität Halle 1966 mit dem Staatsexamen beendete.

Die Facharztausbildung zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe absolvierte er an der Medizinischen Akademie Magdeburg, promovierte zum „Dr. med.“ mit dem Thema „Zur Frage der Geburtseinleitung bei verlängerter Tragzeit“. Es folgte die Stationsarzttätigkeit auf verschiedenen Stationen der Frauenklinik unter der wohlwollenden Förderung seines Chefs Prof. Dr. med. habil. Lindemann, der sich auch später als Förderer seines psychotherapeutisch-psychosomatischen Werdegangs erwies. 1974 beginnt Paul Franke seine nebenberufliche psychotherapeutische Weiterbildung, in der er sich mit allen in der DDR möglichen Psychotherapieverfahren vertraut machte, wobei die Gruppenselbsterfahrung, zunächst als Teilnehmer und dann als Trainer, seine dynamisch-psychotherapeutische Ausrichtung und Haltung prägte.

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Leserbrief: „Herzkatheterlabor schließt medizinische Versorgungslücke“

Leserbrief von Dr. med. Ilja Karl zur Presseinformation „Herzkatheterlabor schließt medizinische Versorgungslücke“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 6/2019, S. 17f

Im „Deutschen Herzbericht 2017“ ist zu lesen, dass die KHK-Mortalität in Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich am höchsten ist. Gleichwohl kann dem Bericht entnommen werden, dass in Sachsen-Anhalt die Zahl der Linksherzkatheter-Untersuchungen und der Koronarinterventionen (jeweils je 100.000 Einwohner) über dem Bundesdurchschnitt liegen (7,5 % und 2,3 %). Andererseits stehen Bundesländer mit geringerer Katheter-Dichte in der Mortalitäts-Statistik besser da (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Niedersachsen).

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Leserbrief: Jahresrückblick „Innere Medizin“

Leserbrief von Prof. Dr. Frank P. Meyer zum Artikel „Jahresrückblick ‚Innere Medizin‘ am 12. Januar im Schloss Teutschenthal“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 4/2019, S. 19ff

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

im Jahresrückblick „Innere Medizin“ wird u. a. formuliert, dass „SGLT2 Inhibitoren nach derzeitiger Studienlage vielversprechende Antidiabetika“ sind. Dabei wird besonders auf Dapagliflozin in der DECLARE-TIMI-58-Studie fokussiert, z. B. „Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz… wurden reduziert.“

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Volker Hofmann: Er aber zog seine Straße fröhlich

Volker Hofmann: Er aber zog seine Straße fröhlichErinnerungen eines Kinderchirurgen

Herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, Janos Stekovics Verlag, Wettin-Löbejün 2018, ISBN 978-3-89923-399-5, gebunden mit Schutzumschlag im Oktavformat, 327 Seiten, 49 nachgeheftete Abbildungen, 24,90 €

Das farbige Landschaftsfoto auf dem Cover und der Haupttitel lassen nicht gleich auf einen medizinischen Hintergrund des Buches schließen. „Er zog aber seine Straße fröhlich“, heißt es in der Apostelgeschichte (Lutherbibel 2017/ 8.39) vom frisch getauften äthiopischen Hofbeamten. Die öde Straße führte von Jerusalem nach Gaza. Die poetische Formulierung der Schriftstelle mag den bekennenden evangelischen Christen Volker Hofmann veranlasst haben, sie literarisch zu verwenden.

Der Autor, apl. Professor für Kinderchirurgie, ehemals am St. Barbara-Krankenhaus in Halle tätig, hat eine Marke mit der frühzeitigen Anwendung der Ultraschalldiagnostik in seiner Disziplin gesetzt. Mehrere Fachbücher von ihm zeugen davon. Im vorliegenden Buch lässt er die persönliche und berufliche Biografie Revue passieren. Er kann dabei auf das Tagebuch des Vaters und offensichtlich häufige eigene Aufzeichnungen und Briefe zurückgreifen und so einen Bogen schlagen von der kriegsbelasteten Kindheit im zerstörten Geburtsort Dresden bis in die Saalestadt unserer Tage.

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