Über 100 Jahre Autogenes Training

Björn Husmann

Exponate einer Ausstellung zur Geschichte der „konzentrativen Selbstentspannung“

Lengerich: Pabst Science Publishers, 190 S., Hardcover/Din A4, ISBN: 978-3-95853-745-3, 40,00 €, eBook/PDF ISBN: 978-3-95853-746-0, 20,00 €

1920 wurde das Autogene Training (AT) geboren, so sein Begründer Prof. Dr. Dr. h. c. Johannes Heinrich Schultz.
Er veröffentlichte zwar erst 1932 sein Buch „Autogenes Training – konzentrative Selbstentspannung“, aber bereits 12 Jahre zuvor hatte er in Jena Patientinnen und Patienten zur Selbstbeobachtung in Hypnose motiviert. Diese berichteten regelmäßig über Schwere- und Wärmeempfindungen.

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Frei

Lea Ypi

Erwachsenwerden am Ende der Geschichte

Aus dem Englischen von Eva Bonné, Suhrkamp Verlag Berlin 2022, ISBN 978-3-518-43034-7, Oktavformat, Hardcover mit Schutzumschlag, 333 Seiten, 28,00 €

Leushka nennt der hoch verehrte Vater seine Tochter Lea liebevoll. Sie ist das Kind einer ehemals prominenten Familie, von deren politischer Geschichte, der sog. Biografie, das Kind bisher nichts weiß. Es ist die zensierte und durchkämmte Vergangenheit. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem Lebenslauf, der einen zugewiesenen Weg in der kollektiven sozialistischen Gesellschaft darstellt.

Lea ist in eine Familie von Intellektuellen im sozialistischen Staat der Volksrepublik Albanien hineingeboren. Die Mutter ist Lehrerin, der Vater Angestellter. Sie leben im seinerzeit wohl unfreiesten Land Europas, das sich selbst in einer Art Paranoia vollkommen isoliert und eingeigelt hat.

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Tagebuch eines Zwangsarbeiters

Jan Bazuin

C. H. Beck Verlag München 2022, herausgegeben von Paul-Moritz Rabe,
aus dem Niederländischen von Marianne Holberg, ISBN 978-3-406-78165-0,
Illustriert von Barbara Yelin, Hardcover 17,5 x 24 cm, 20,- €

Zwangsarbeiter gab es im Wortschatz der NS-Bürokratie nicht. Sie wurden mit den Begriffen Fremdarbeiter, Ostarbeiter, zivile Dienstverpflichtete u. a. umschrieben. Anders als die KZ-Gefangenen unterstanden sie nicht der SS sondern den Arbeitsämtern und waren auch nicht außerorts interniert. Sie wurden in der Bevölkerung bewegt und von dieser auch wahrgenommen. Ihre administrative und kommunikative Behandlung war jedoch durchaus unterschiedlich. Holländer waren z. B. wesentlich besser dran als Polen und Russen. Jedoch waren sie nicht freiwillig in diesem Zustand, zwangsmäßig also.

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Mediziner & Malerei

20. Ausstellung in Leipzig

Vom 21. Mai bis 21. Oktober 2022 findet im Universitätsklinikum Leipzig, im Atrium von Haus 6, Liebigstraße 20 A, erneut eine Jahresausstellung der gesamtdeutschen Interessengemeinschaft „Mediziner & Malerei“ statt.

Präsentiert werden vielseitig beeindruckende Gemälde und Grafiken unterschiedlicher Genres, Stilrichtungen und Techniken aber auch Fotos, Scherenschnitte und Kleinplastiken von über 50, vorwiegend Ärzten und Zahnärzten, weiblicher oder männlicher Geschlechtszugehörigkeit, die sich nebenberuflich künstlerisch betätigen. Ein Viertel der Ausstellenden kommen aus Sachsen-Anhalt, vier davon gehören dem Freundeskreis „Ars Medicorum Halensium“ an.

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Allein

Daniel Schreiber

Carl Hanser Verlag München 2021 (Berlin 2022), ISBN 978-3-446-26792-3
gebunden mit Schutzumschlag, Oktavformat, 160 Seiten, 20,- €

Nach dem äußeren Anschein kommt das kleine Buch fröhlich daher mit seiner betont farbigen Hülle. Und dann aber der fast klagende Titel Allein für dieses literarische Essay in acht Kapiteln, eines lesenswerter als das andere!

Daniel Schreiber, geb. 1977, stammt aus einer großen Familie auf dem Lande in Nordostdeutschland. Er kennt also das traditionelle Zusammenleben. Heute ist er Literaturwissenschaftler nach längerem Studium in New York. Er hat auch Theater und Performance studiert, war nach der Rückkehr nach Deutschland in der Journalistik tätig und freier Autor. Er ist, besieht man sich seine bisherigen Publikationen, ein erfolgreicher Schriftsteller mit Tiefgang und philosophischen Ambitionen, hat einen festen Wohnsitz in Berlin.

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