Leserbrief zum „Jahresrückblick Innere Medizin“

Leserbrief

Leserbrief von Professor Frank P. Meyer zum „Jahresrückblick Innere Medizin“
am 15. Januar 2022 im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 3/22, S. 30ff

Sehr geehrter Herr Professor Rothkötter,

wie in jedem Jahr bietet auch der Jahresrückblick Innere Medizin vom 15. Januar 2022 (Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 3) sehr viele interessante Informationen, vor allem für Ruheständlerinnen und Ruheständler. Ab und an steckt aber der Teufel im Detail und bedarf einer kleinen Korrektur.

So heißt es, bei Einsatz von SGLT-2 Inhibitoren etwa bei Patienten mit IgA Nephropathie „kann die Verschlechterung der Nierenfunktion doch um 72 % vermindert werden.“

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Franz Volhard und die hallesche Universitätsmedizin

Büste Volhards  von R. A. Agricola (1947)
Büste Volhards von R. A. Agricola (1947)

Erinnerung zum 150. Geburtstag

Im Alter von 46 Jahren übernahm Franz Volhard am 1. Oktober 1918 die Direktion der Medizinischen Universitätsklinik Halle. Die Stadt Halle war dem am 2. Mai 1872 in München als 4. Kind des Chemikers Jakob Volhard Geborenen nicht unbekannt, denn 1882 war der Vater als Ordinarius für Chemie nach Halle berufen worden. Sohn Franz besuchte zunächst mit unbefriedigendem Erfolg die Latina in Halle, verbesserte seine Leistung auf der Landesschule Schulpforta (Abitur 1892), studierte Medizin in Bonn (Physikum), zwei Semester in Straßburg und abschließend in Halle. 1897 legte er das Staatsexamen ab und wurde am 29.3.1897 mit der Arbeit „Experimentelle und kritische Studien zur Pathogenese der Eklampsie“ zum „Dr. med.“ promoviert (Gutachten von Hermann Fehling vom 1.3. und Joseph Freiherr von Mehring vom 8.3.1897 – Dekanatsakten 1897, 215).

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#Antisemitismus für Anfänger

#Antisemitismus für Anfänger - Eine AnthologieHerausgegeben von Myriam Halberstam
Eine Anthologie

Ariella Verlag, 3. Auflage Berlin 2021, ISBN 978-3-945530-29-0
Hardcover 24,5 x 20,5 cm, reich illustriert, 93 Seiten, 18,- €

Bei flüchtigem Hinsehen könnte man es für ein Kinderbuch halten, wegen der zwar ausgewählten aber doch auch auffälligen Pinkfarbigkeit des Covers, der bunten Figuren darauf und des Formates halber.

Die Herausgeberin hat da schon eine bemerkenswerte Projektgemeinschaft von Cartoonisten und Schreibern unter dem Buchdeckel versammelt, wortgewandte und bildmächtige Vertreter eines sarkastischen jüdischen Humors. Eine Auflistung und kurze Würdigung der Herkünfte und Werdegänge der Kreativen findet man am Ende des Buches. Es sind überwiegend Deutsche aus Franken, Westfalen, Berlin, Holstein, Schwaben, Hamburg, Köln, aber auch Franzosen, Briten und New Yorker. Sie stammen aus Kiew, Moskau und dem Breisgau – die reinste Weltverschwörung! 63 Bildgeschichten sind es von 25 Künstlerinnen und Künstlern, daneben 17 kurze Texte von Schreibkundigen, davon dreimal in unpoetischer Versform.

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Kommentar von Prof. Dr. med. habil. Axel Schlitt

zu den Leserbriefen von Dr. med. Ilja Karl und Andreas Gänsicke
im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 1-2/2022, S. 46 – 48

Leserbrief von Dr. med. Ilja Karl

Ich danke Herrn Dr. Karl für die ausführlich begründete Stellungnahme zu der in den letzten Jahren immer wieder zwischen Kardiologen und Herzchirurgen auf der einen Seite und allgemeinmedizinisch tätigen Kollegen auf der anderen Seite geführten Diskussion über die optimale lipidmodulierende Therapie bei Patienten mit hohem oder sehr hohem Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse.

Das oberste Ziel in der Behandlung von Patienten sollte auch unabhängig von Leitlinien sein, diesen ein möglichst langes und ereignisfreies Leben zu ermöglichen.

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Kommentar von Dr. med. Gunther Gosch

zum Leserbrief von Dr. med. Jens-Olaf Naumann im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt
Heft, 1-2/2022, S. 48   

Die Notwendigkeit einer invasiven Präventionsmaßnahme, wie einer Impfung muss sich auch 2000 Jahre nach deren Festlegung an den ethischen Grundregeln der Medizin messen lassen: Primum non nocere, secundum cavere, tertium sanare. So werden Kinder in Deutschland seit 2004 gegen Varizellen geimpft, weil bis zu diesem Zeitpunkt 95 % eines jeden Geburtsjahrgangs an der Primärinfektion durch das Varicella-Zoster-Virus erkrankten und bei 2–5 % der Erkrankten – neben Kindern 5 % Erwachsene – z. T. schwerwiegende Komplikationen wie massive bakterielle Superinfektionen, Enzephalitiden, Zerebellitiden, Gonarthritiden, hämorrhagische Varizellen, nekrotisierende Fasziitiden etc. erlitten und jährlich Todesfälle zu verzeichnen waren. Ziel der Zoster-Impfung ist nicht primär die Vermeidung von Todesfällen durch den Zoster, sondern – neben dessen Verhinderung – die Verhinderung der Post-herpetischen Neuralgie.

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