Hallesche Universitätsreden

Hallesche Universitätsreden
Hallesche Universitätsreden

Hrsg. vom Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Universitätsverlag Halle-Wittenberg, 16 Bände, geheftet/Broschur im Oktavformat, € 5,50

Seit 2010 gibt es sie wieder, die Halleschen (früher Hallischen) Universitätsreden, geschrieben wie zuvor gesprochen. Der 262. Rektor der MLU, Prof. Dr. Udo Sträter, hat sie wiederbegründet, gibt sie heraus und lässt sie im Universitätsverlag umsetzen, nachdem ihm der Wissenschaftliche Beirat des Verlages entsprechende Vorschläge unterbreitet hat. Voraussetzung für die Bewerber ist der öffentlich gehaltene Vortrag an der Halleschen Universität.

Es sind das monologische Reden im weiteren Sinne aus den verschiedenen Fakultäten der MLU, etwa zwei an der Zahl im Jahr, ein überschaubares Programm also. Der Umfang der gedruckten Monografien schwankt um die 25 Seiten mit einer mehr oder weniger deutlichen Streubreite. Pars pro toto oben ein Beispiel der cremefarbenen Einbände der Hefte mit ihrem schlichten und ansprechenden Design.

Die meisten deutschen Universitäten legen Wert auf diese Form der Repräsentation ihrer Mitglieder bzw. aufgeforderten Gäste. Die laufende ist die dritte Folge Hallescher Universitätsreden. Angefangen wurde die Serie 1915. Sie endete 1941 und gab in den 26 Jahren 78 Hefte heraus, wurde aber dann vorerst umständehalber eingestellt. Kriegs-, Nachkriegs- und Besatzungszeit setzten andere Prioritäten. Eine zweite Folge wurde 1959 eröffnet (Publikation 1960) unter der Parole: Für die Wissenschaft, die dem Frieden dient, kontrolliert, zensiert und streng beaufsichtigt von der Universitätsparteileitung der SED. Die dritte Hochschulreform beendete auch diese Episode 1969 mit einer Trauerrede zu Ehren des Germanisten Ernst Hadermann.

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Mediziner & Malerei

Mediziner & MalereiAm 2. Juni 2018 fand an ihrem Ursprungsort Köthen zum 30-jährigen Jubiläum die feierliche Eröffnung der 18. Ausstellung in Anwesenheit von annähernd 200 Gästen statt. In einer Gesprächsrunde wurden unter Moderation von Frau Prof. Dr. Uta Seewald- Heeg vom Initiator der Interessengemeinschaft, Dr. Peter Erdmenger, Dr. Peter Bretschneider und der ehemaligen Leiterin des Historischen Museums Köthen Erinnerungen an die Entwicklung wachgerufen. Demnach fanden in zweijährlichem Abstand Ausstellungen in Berlin, Leipzig, Torgau, Schwedt, Haldensleben sowie nach Grenzöffnung in Springe/Deister, Gütersloh, Mannheim, Schwetzingen, Neustadt an der Weinstraße, Hannover, Hamburg und Soest statt. Insgesamt finden sich 250 Namen von ausstellenden Medizinern in den Katalogen.

Die Bandbreite der etwa 160 hier ausgestellten Objekte von 39 Ausstellenden umfasst neben unterschiedlichen Techniken der Malerei sowohl Grafiken, Zeichnungen, Fotografien als auch Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien. Ein Blick in die Kataloge, wie auch in die heutige Ausstellung, widerspiegelt ein weites thematisches und stilistisches Spektrum der Exponate. Neben teils höchsten künstlerischen Ansprüchen gibt es die reine Freude am Mischen der Farben zu bestaunen. Man findet Reflexionen zu Erlebtem, Allegorien, Portraits und Tierdarstellungen, am häufigsten jedoch Imaginationen von Reiseerlebnissen. Während surrealistische Arbeiten gelegentlich auftauchen, sind gegenstandslose Malerei die Ausnahme, jedoch abstrahierende Tendenzen häufiger vertreten. Realistische Formen und reichlich Farbe dominieren die ausgestellte Malerei mit Öl, Acryl oder Pastell. Treffender als die Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt im Geleitwort zum Katalog der Ausstellung kann man nicht einladen: „Ich würde mich freuen, wenn die Ausstellung Ihr Interesse weckt.“

Prof. Dr. Dr. Sigurd Schulz
Halle (Saale)

Foto: Dr. med. Peter Erdmenger

Maurizio Bettini: Wurzeln

Maurizio Bettini: Wurzeln - Die trügerischen Mythen der Identität
Maurizio Bettini: Wurzeln - Die trügerischen Mythen der Identität

Die trügerischen Mythen der Identität

Verlag Antje Kunstmann, München 2018, a. d. Italien. v. Rita Seuß,
ISBN 978-3-95614-235-2, gebunden im Kleinoktavformat, Schutzumschlag,
158 Seiten, 16,- €

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von unseren Wurzeln sprechen? Maurizio Bettini, Professor für klassische Philologie an der Universität Siena, Schriftsteller und Publizist, stellt diese Frage nach der Wurzelmetapher und nach der neuen Wertschätzung und Wiederbelebung der Tradition an den Anfang seines kleinen Buches. Der Autor portioniert es in einen 1. Teil unter der vielsagenden Überschrift: Gegen die Wurzeln. Es folgt ein 2. Teil unter: Neue Fragen zu den Wurzeln.

Das wieder erwachte Interesse an Tradition sei eine Reaktion auf die zunehmende Homogenisierung der Länder und Kulturen. Man betrachte nur die Flughäfen und Touristenstrecken in den Urlaubsregionen. Der Unterschied zwischen uns und ihnen sei verwischt, so Bertini. Niemand habe aber weder je seine Tradition gesehen noch die eigene Identität, die zu Grenzziehungen bemüht wird. Da sei die Metapher, hier der Wurzeln, eine hilfreiche Konstruktion der Sinnesansprache. Sie sei ein wirkmächtiges Erkenntnisinstrument mit unmittelbarer Anschaulichkeit. Wurzeln erstellen geradezu ein Bild des festen Fundaments, basisorientiert und unverrückbar, eine Metapher für Grundlagen und Vorfahren.

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Leserbrief: Das internistische Jahr 2017

Leserbrief von Prof. Dr. Frank P. Meyer zum Artikel „Das internistische Jahr 2017 – Die wichtigsten Fortschritte und Entwicklungen“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 4/2018, S. 17ff.

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

die internistischen Jahresrückblicke sind immer wieder interessant und lesenswert, weil vieles auch für den Nicht-Spezialisten auf den Punkt gebracht wird. Der Teufel steckt natürlich – wie immer – im Detail. Ich möchte mich auf die FOURIER-Studie beziehen, in der der PCSK-9 Hemmer Evolocumab (Repatha®) bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten gegen Placebo getestet wurde. Im Text (Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 2018; 29/4: 17-18) steht, dass der primäre Endpunkt (kardiovaskulärer Tod, Myocardinfarkt, Schlaganfall, Hospitalisation wegen instabiler Angina pectoris oder koronare Revaskularisation) nach 3 Jahren von 11,3 % auf 9,8 % gesenkt wurde.

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Ideale. Moderne Kunst seit Winckelmanns Antike

Georg Scholz: Weiblicher Akt mit Gipskopf, 1927, Ölfarbe auf Leinwand, 65,5 x 55 cm, Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe,  Foto: bpk/Staatliche Kunsthalle Karlsruhe/Annette Fischer/Heike Kohler
Georg Scholz: Weiblicher Akt mit Gipskopf, 1927, Ölfarbe auf Leinwand, 65,5 x 55 cm, Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Foto: bpk/Staatliche Kunsthalle Karlsruhe/Annette Fischer/Heike Kohler

Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) vom 18. März bis 10. Juni 2018

Johann Joachim Winckelmann. Nicht jedem wird dieser Name etwas sagen. Doch daran werden auch die beiden Jubiläen, 300. Geburtstag am 9.12.2017 und 250. Todestag am 8.6.2018, wenig ändern. Obwohl es eine größere Anzahl von Veranstaltungen gab und in diesem Jahr noch geben wird, konnte bisher keine große Öffentlichkeit erreicht werden.

Umso lobenswerter ist, dass jetzt das Kunstmuseum Moritzburg dem in Stendal geborenen Winckelmann, dem Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und Kunstgeschichte und einem der wichtigsten Vertreter des Klassizismus, eine sehenswerte Ausstellung widmet. Eine Ausstellung, die der Frage nachgeht, wie haben die Ideen und Schriften Winckelmanns die nachfolgenden Künstlergenerationen beeinflusst. Dieses Vorhaben wäre, wenn allumfassend, nicht zu schultern, denn der Einfluss der Klassik auf unsere Kultur war und ist wohl immer noch sehr vielschichtig.

Eine Ausstellung, wie jetzt in der Moritzburg, kann sich deshalb nur auf einzelne Beispiele beschränken. Doch diese Auswahl aus eigenen Beständen und Leihgaben der Martin-Luther-Universität (Archäologisches Museum) sowie hochkarätige Leihgaben anderer Museen ist gut getroffen. Ebenso interessant zeigt sich die Präsentation, die nicht das einzelne Kunstwerk in den Mittelpunkt stellt, sondern den gesamten Raum einbezieht und zu einem einzigen großen Kunstwerk werden lässt.

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