Streifzüge durch die Nacht - Wie ich unsere Heimat neu entdeckte

Piper Verlag/Malik, ISBN 978-3-89029-530-5, gebunden mit Schutzumschlag,  Oktavformat, 265 Seiten, 31 farbige Abbildungen, 20,- €

Dirk Liesemer

Piper Verlag/Malik, ISBN 978-3-89029-530-5, gebunden mit Schutzumschlag, Oktavformat, 265 Seiten, 31 farbige Abbildungen, 20,- €

„Streifzüge“ – ein mit Suchen, Finden und Erleben verbundenes, schönes Wort aus dem Schatz der deutschen Sprache, in Kombination mit dem der „Nacht“ Abenteuer verheißend. Dirk Liesemer, freischaffender Autor mit journalistischer Berufshistorie, wollte es wissen. Wie bietet sich seine Heimat (einschließlich einiger ausgesuchter Nachbarn) nachts dem neugierigen Besucher dar, draußen zwischen den hell erleuchteten Metropolen, im platten Land, in Großstädten und im Gebirge, im Wald, in der Ebbe des Wattenmeers und anderen Landschaften.

Innerhalb einer Zeitspanne von neun Monaten unternimmt er Märsche durch die Nacht, allein oder mit kundigen Begleitern, die ihm Führung und Auskunft, Anregung und Wahrnehmung bedeuten. An den Beginn einer jeden begangenen Jahreszeit stellt er eine tabellarische Übersicht zu Koordinaten ihrer Nächte vor in der Folge Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Sie sagen etwas aus über deren zeitliche Begrenzung, Auf- und Untergänge der Sonne, über Sternbilder und Sternschnuppen.

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Leserbrief von Prof. Frank P. Meyer zum Interview „Die Corona-Impfung ist da – Wie sicher und wirksam sind die Impfstoffe gegen das Corona-Virus?“

im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 1-2/2021, S. 32f

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

der schöne Beitrag „Die Corona-Impfung ist da“ (Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 2021; 32: 32-33) bedarf m. E. aus klinisch-pharmakologischer Sicht einer kleinen Ergänzung. Herr Professor Kaasch schreibt in Bezug auf den Impfstoff BNT162b2 von BioNTech/Pfizer, dass in der Studie eine Altersspanne „zwischen 12 und 91 Jahren untersucht“ wurde. Das klingt im ersten Moment recht gut. Wenn man sich die zulassungsrelevante Publikation (Polack et al.: NEJM December 10, 2020) genauer ansieht, zeigt sich, dass der Altersmedian 52 Jahre betrug und die Auswertung nur zwei Alterskohorten erfasste: 16 bis 55 Jahre und über 55 Jahre. Wenn man dann noch ein wenig recherchiert, resultiert, dass nur 4 % der Studienteilnehmer älter als 75 Jahre waren. Daraus kann man schließen, dass der Anteil der Hochbetagten (über 80 Jahre) nur etwa 1 % betrug – also etwa 370 Probanden aufgeteilt auf Verum oder Placebo.

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Universitäre Herz- und Thoraxchirurgie in Halle - Pionierzeit und Wandel

Heinz Neef: Universitäre Herz- und Thoraxchirurgie in Halle – Pionierzeit und Wandel
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Heinz Neef

Mironde-Verlag, 2020 , 193 Seiten, ISBN 978-3-96063-33-3

Der Verfasser (geb. 1933) – letzter Professor und Leiter der Sektion Thoraxchirurgie an der Universitätsklinik Halle bis 1998 – fasst in dieser gut ausgestatteten und reich bebilderten großformatigen Publikation die Erlebnisse und Erfahrungen seines jahrzehntelangen (1958–1998) Chirurgenlebens zusammen und schreibt im Vorwort: „Diese Rückschau geschieht nicht nur zum Zweck, den allgemeinen medizinischen Fortschritt und den eigenen Fortschritt zu messen, sondern auch einfach aus dem Bedürfnis heraus, Pionierarbeit unserer Generation ins Gedächtnis zu rufen und zu bewahren“. Im 1. Hauptteil werden u. a. die Erinnerungen an die alte Chirurgische Universitätsklinik und das Klinikum Kröllwitz, universitäre Thoraxchirurgie in Halle (seit 1951), Entwicklung der Pulmologie und Thoraxchirurgie in Halle, das Wirken von Professor K.-L. Schober, die Funktionsdiagnostik der Speiseröhre, die wissenschaftlichen Arbeiten aus der halleschen Thoraxchirurgie, Hallesche Thoraxkolloquien, die Zusammenarbeit mit den chirurgischen Universitätskliniken in Szeged, Olomouc, Wroclaw und Poznan, die Trilateralen Symposien 1979–2006 dargestellt.

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Leib und Leben im Judentum

Robert Jütte  Leib und Leben  im Judentum
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Robert Jütte

Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-633-5482-6,
gebunden mit Schutzumschlag, Oktav-Format, 544 Seiten, 28 s./w.-Abbildungen; 32,95 €

Sie gehörten einmal zur wissenschaftlichen Elite der Medizin in Deutschland, jüdische Ärzte und Forscher. Viele von ihnen hatten ihr Denken und Leben dem menschlichen Leib und seiner wie auch immer funktionierenden Körperlichkeit gewidmet. Ein von Menschenfeinden seit Jahrhunderten gepflegter Rassenwahn wollte schließlich sie und Millionen Mitbürger nicht mehr in ihrer Gesellschaft wissen, ihnen sogar das Lebensrecht absprechen. Die Folgen waren und sind immer noch furchtbar. Mehr als anderthalb Jahrtausende jüdischen Lebens in Deutschland wurden fast vollständig ausgelöscht

Der Buchautor Robert Jütte ist Medizinhistoriker, Judaist, Hebraist und somit ausgerüstet mit angesammeltem Wissen zu allen Facetten des Judentums. Er widmet sich in dieser Monographie den im Titel formulierten Leib und Leben im Judentum in Geschichte und Gegenwart. In einer überreich gefüllten Folge von sieben Kapiteln fächert er das Thema des Buches höchst differenziert auf, vom biologischen bis zum vergänglichen Körper. Die große Bandbreite jüdischer Spiritualität und Religiosität kann er dabei nur gelegentlich streifen.

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In aller Munde - Das Orale in Kunst und Kultur

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Hrsg. v. Uta Ruhkamp in Zusammenarbeit mit Hartmut Böhme und Beate Slominski

Hatje Cantz Verlag Berlin 2020, ISBN 978-3-7757-4799-8, Hardcover im Quartformat, 252 S., ca. 350 Abb., € 48,- (€ 45,- i. d. Ausstellung)

In aller Leute Munde heißt die vollständige Metapher aus unserem deutschen Sprachschatz. Sie will sagen, dass allerorten von vielen Leuten, meist etwas neuigkeitslüstern, über eine Sache geredet wird. Wenn man in die Zitatesammlungen deutscher Sprichwörter und Redewendungen schaut, fällt die häufige Anführung dieses anatomischen Universalgebildes Mund auf (Maul, Schnauze und Fresse sind auch keine Fremdwörter).

Man ist nicht auf den Mund gefallen, kann jemandem nach dem Mund reden oder über den Mund fahren, das Wort im Mund verdrehen u. v. a. m. „Schließen Sie den Mund, Herr, die Fliegen kommen rein“, soll ein respektloser niederländischer Bauer dem jungen Karl von Burgund und späteren Kaiser Karl V. lästerlich empfohlen haben. Selbiger ist auf allen Porträts und künstlerischen Darstellungen, wie auch seine Vor- und Nachfahren, mit einem auffällig vorstehenden, mitunter auch mundoffenen Untergesicht ausgestattet, Folgeanomalie der habsburgisch-spanischen Strategie der Machterhaltung durch Fortpflanzung innerhalb der Verwandtschaft.

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