Bruno Preisendörfer - Als unser Deutsch erfunden wurde

Bruno Preisendörfer - Als unser Deutsch erfunden wurde
Verlag Galiani, Berlin 2016, 9. Aufl. 2017, ISBN 978-3-86971-126-3, Hardcover mit Schutzumschl., Oktavformat, 472 Seiten mit 7 Abbildungen, 24,99 €

Reise in die Lutherzeit

„Schon im Paradies wurde Deutsch gesprochen.“ Das soll in einer anonymen Colmarer Handschrift behauptet worden sein. Leider wird das von Bruno Preisendörfer auch nur behauptet. Schade! Denn das vorliegende Werk stützt sich in seinem umfangreichen Anhang ansonsten auf eine große Anzahl belastbarer Quellen für die 13 Kapitel, deren Themenkomplexe von der Weltlage und den deutschen Beschwernissen bis zu Alter, Tod und Auferstehung reichen.

Einem möglichen Missverständnis aus dem Buchtitel sei gleich die Spitze genommen. Das Buch handelt vordergründig nicht von der Erfindung unserer Muttersprache, an deren Formung Martin Luther allerdings seinen Anteil hatte. Er selbst, der geborene Luder, sprach aus heutiger Sicht das Frühneuhochdeutsch. Auf das Sprechen soll es dem „Abkanzler“ mehr angekommen sein als auf das Schreiben. Dem kam aber die Erfindung des Buchdrucks in die Quere, die eine flutartige Verbreitung der vielfältig gedruckten Schriften ermöglichte und mit ihnen der Sprache, nach Sebastian Brant das Dummdeutsche und nach dem Humanisten Conrad Celtis eine Barbarensprache.

Nein, es geht in diesem Buch um Land und Leute, Brauch und Sitte, Essen und Trinken, Reden und Schweigen zu Lebzeiten Luthers, mit und ohne ihn. Das ist der Stoff der Texte des freischaffenden Publizisten und Journalisten Bruno Preisendörfer, mit dem besonderen Blick für Historisches. Einen originalen Luthertext zu lesen heißt für den modernen Zeitgenossen noch lange nicht, ihn auch zu verstehen. Natürlich erregte die gedruckte Lutherbibel ab 1522 viel Aufmerksamkeit. Die auf der Wartburg entstandene Übersetzung galt nur dem Neuen Testament. Erst 1534 erschien die erste „Vollbibel“. Sie stützte sich allerdings auf Vorarbeiten anderer Übersetzer, war lt. Buchautor jedoch „brutal poetisch“, nach Luther vom Heiligen Geist erfüllt und von satanischen Blähungen begleitet.

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Wir gratulieren im April

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

01. April    Dr. med. Nikolaus Särchen
Lutherstadt Wittenberg
02. April    Dr. med. Günther Scheithauer
Zerbst
05. April    Dr. med. Peer Oliver Philipp
Sprakensehl
06. April    Dipl.-Med. Sonja Gukasjan
Biederitz
08. April    Dr. med. Fred-Reinhard Puhlmann
Dessau-Roßlau

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Karen Krüger - Eine Reise durch das islamische Deutschland

Karen Krüger - Eine Reise durch das islamische Deutschland
Rowohlt Verlag Berlin 2016, ISBN 978-3-87134-832-7, geb. mit Schutzumschlag im Oktavformat, 349 S., 19,95 €

Buchrezension

„Leben und Sterben in der Ferne“, „Was wird in den Moscheen gepredigt“, „Ein türkisches Dorf namens Goethestraße“, „Christlich, muslimisch – Hauptsache schwäbisch“, so lauten einige der gedoppelten Überschriften zu den sechzehn Kapiteln dieses Buches. Karen Krüger ist dafür in alle Enden ihres Heimatlandes Deutschland gereist, die Redakteurin der Sonntagszeitung der Frankfurter Allgemeinen, auch mit Kopftuch, wenn es die Höflichkeit verlangte. Die Themen, wie sie sich in den Kopfzeilen äußern, versprechen dem politisch und gesellschaftlich durchschnittlich Interessierten Aufklärung und Erkenntnisgewinn in entspannter Weise, geradezu Lesespaß. Ein Anspruch auf ordentliche Systematik in den Inhalten oder kühle Distanz zu den Protagonisten der Geschichten resp. geschilderten Handlungen ergibt sich aus der Lektüre nicht. Es ist kein Lehrbuch – und doch ist es ein solches, wie man bald bemerkt. Es ist ein Sachbuch der angenehmen Art, vermittelt viele Fakten.

Vier Millionenen Muslime leben z. Zt. in Deutschland, Flüchtlinge nicht eingerechnet. Sie beten in ca. 3.000 Moscheen, prächtigen wie aus Tausendundeinernacht und Hinterhofschuppen ohne jedes orientalische Flair. Sie gehören zu Deutschland, sofern sie nach eigener Bekundung grundgesetzkonform, friedliebend, undogmatisch und von fremden Staaten unabhängig sind. Die Säulen ihrer Religion sind das Glaubensbekenntnis, das Gebet, die Almosensteuer, das Fasten im Ramadan und die Wallfahrt nach Mekka. Wird ein Herrschaftsanspruch geltend gemacht, ist es keine Religion mehr sondern eine Ideologie.

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Wir gratulieren im März

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

01. März Dipl.-Med. Jürgen Kellner
Quedlinburg
04. März Dr. med. Bernd Glowacki
Satuelle
05. März Dr. med. Doris Schultz
Magdeburg
06. März Dipl.-Med. Kristina Gehrke-Voigt
Wettin-Löbejün
08. März Abdulgabar Saeed
Stenda

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Der Chirurg und Gynäkologe Paul Bosse

Paul Bosse 1881 – 1947
Paul Bosse 1881 – 1947

Am 5. März jährt sich zum 70. Mal der Todestag von Paul Bosse, Chirurg, Gynäkologe und Geburtshelfer aus Wittenberg.

Vielen Wittenbergern ist der Name Bosse noch im Zusammenhang mit der ehemaligen Entbindungsklinik in der Heubnerstraße oder dem Reinsdorfer WASAG-Sprengstoffunglück bekannt.
Wer war Paul Bosse?

Julius Paul Bosse wird am 8. März 1881 in Wittenberg als 3. Sohn des Kaufmanns und Stadtrates Julius Bosse geboren. Er studiert Medizin in Genf, Paris, Berlin und Freiburg i. Br., dort promoviert er 1904 „zur Erlangung der Doktorwürde in der Medicin, Chirurgie und Geburtshilfe“ mit dem Thema „Über interstitielle Gravidität“.
Er lässt sich in Wittenberg als praktischer Arzt nieder und heiratet 1906 Käte Ledien, die aus einer angesehenen Wittenberger Rechtsanwaltsfamilie stammt. Diese Familie war im 19. Jahrhundert vom jüdischen zum christlichen Glauben übergetreten, der Name änderte sich von Levin in Ledien.

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