Wir gratulieren im November

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

3. November Dr. med. Thomas Valldorf

Lutherstadt Wittenberg

4. November Dr. med. Frank Bürger

Teuchern

4. November Dipl.-Med. Karin Marquardt

Naumburg (Saale)

5. November Dipl.-Med. Anka Zimmermann

Teutschenthal

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Ars Medicorum Halensium 2018

Titelblatt Kalender: Nils Bergunder „Grönland 1“ (Tiffany-Glastechnik, 2017)

Kunst hallescher Ärzte

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, vielen von Ihnen ist der Kalender „Kunst hallescher Ärzte“ bekannt, nicht wenige hatten ihn Jahr für Jahr am Arbeitsplatz oder in der Wohnung hängen. Nun darf ich Ihnen den neuen Kalender für 2018 empfehlen. Es ist der 17. seit 2002 und damit schon ein wenig Tradition, auf die wir auch etwas stolz sind. Dietmar Augustin zeigt wieder schöne Halle-Bilder, Andreas Köhler ist mit zwei seiner großen ruhigen Bilder in vornehm zurückhaltender Farbigkeit vertreten und Robert R. Flieger mit einer meisterhaften, filigranen Zeichnung. Sie wird eine längere Betrachtung und einiges Nachdenken erfordern! Von Nils Bergunder ist ein Ölgemälde zu sehen und auf der Titelseite eines seiner wunderschönen Glasbilder. Petra Kaltwaßer hat wieder zwei ihrer erstaunlich schönen Assemblagen – Harmonie und Ruhe ausstrahlend – zur Verfügung gestellt. Franz Wolfgang Hirsch konzentrierte sich in den letzten Jahren auf plastische Arbeiten, sein Beitrag sind sehr professionell aus Serpentin gearbeitete Plastiken. Schließlich ist unsere Literatin Barbara Mann mit einem Text über die Meckelsche Sammlung vertreten und zu guter Letzt: Wolfgang Lässig mit einem Scherenschnitt, in einer besonderen Technik, unter Mitverwendung farbiger Papiere (hoffentlich gefällt sie Ihnen) und einem freundlichem Blumenbild. Außerdem erinnert der Kalender an den halleschen Mathematiker Georg Cantor, dessen Todestag sich 2018 zum einhundertsten Mal jährt.

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Hans-Dieter Göring: Der kranke Martin Luther

Foto: fotolia.de/© Jonathan Schöps

Fortsetzung des Artikels aus Heft 10/2017 (Teil 2)

Am Bier schätzte Luther die Förderung des Nachtschlafes und leichter Morgenstühle sowie seine diuresefördernde Wirkung (13, 14).

Luther wurde, nachdem er Katharina von Bora am 13.6.1525 geheiratet hatte, fülliger. Sein Speiseplan wurde auch als „Gleitschiene zur Adipositas“ bezeichnet (13, 14). „Ich eße, was mir schmeckt und leide danach, was ich kann“, hieß es vielsagend in einer seiner Tischreden.

Es wird diskutiert, dass die seelische Verstimmung durch Luthers Obstipation und Hämorrhoidalleiden sowie den Roemheld-Komplex ab 1525 zu einer unerträglichen Verschärfung seines Tones in der Polemik gegenüber den aufständischen Bauern sowie in den Anti-Papst-Schmähschriften geführt habe und sich in anderen sprachlichen Entgleisungen, u. a. der Persiflage der Namen seiner Gegner geäußert haben könnte. So wurde Dr. Eck zu Dr. Dreck, Cochlaeus zu Kochlöffel und schließlich Rotzlöffel, Schwenckfeld zu Stenckfeld (10, 14). 1526 wurde der Reformator von einer schweren Nierenkolik mit Steinabgang heimgesucht. Den Behandlungsplan seiner Ärzte Dres. Schurff und Fendt ignorierte er, wie er auch in anderen Fällen ärztlichen Empfehlungen häufig skeptisch bis ablehnend gegenüberstand (14).

Am 1.1.1527 erlitt Luther eine Ohnmacht und wenige Tage später aus heutiger Sicht einen Angina pectoris-Anfall, der mit Aqua Cardui benedicti behandelt wurde. Die Herzattacken wiederholten sich bis zu Luthers Tod (3, 13, 14). Der Beginn einer weiteren schwerwiegenden Krankheit fällt mit einem Schwindelanfall und Ohrensausen, die Luther zwangen, eine Predigt abzubrechen, auf den 24. April 1527. Am 6. Juli kamen noch vegetative Reizerscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und eine Innenohrschwerhörigkeit hinzu. Das Bewusstsein blieb erhalten. Nach der Attacke fiel er in tiefen Schlaf.

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Rabattvertrag oder medizinischer Sachverstand?

Kommentar von Dr. Simone Heinmann-Meerz zum Leserbrief von Dr. Ilja Karl

Es ist falsch, Herrn Dr. Gosch beim Thema „Impfen“ Interessenkonflikte vorzuwerfen. Abgesehen davon, dass die Honorare für Schutzimpfungen in Sachsen-Anhalt zu den niedrigsten im Bundesvergleich zählen, wird die Verimpfung eines quadrivalenten, adjuvantierten oder lebendattenuierten Grippeimpfstoffes nicht höher vergütet als die eines trivalenten Rabattimpfstoffes. Die Honorierung von Schutzimpfungen ist im Übrigen nicht weniger seriös als die jeder anderen ärztlichen Leistung im Rahmen geltenden Rechts.

Die Forderung, begrenzter Ressourcen wegen nur wirksame Therapien, Präventionsmaßnahmen etc. zu erstatten, ist ganz sicher berechtigt, für die Impfmedizin jedoch im Lichte der Erstattung einer Vielzahl erwiesenermaßen nonevidenter Therapien durch die GKV fehlplatziert. Wenn wie in der Grippesaison 2015/16 eine Vielzahl der Erkrankungen durch die im trivalenten Impfstoff nicht enthaltende Influenza-B-Variante ausgelöst wird, ist die Nutzung einer trivalenten Grippevaccine im Sinne des §70 SGB V weder wirtschaftlich noch ausreichend, zweckmäßiger und notwendig. Mehr oder weniger ausgeprägte genetische Veränderungen der Influenzaviren führen in kurzer Zeit zur Entstehung angepasster Virusvarianten unterschiedlicher Kontagiosität in Abhängigkeit von der differenzierten Immunität einer Bevölkerung zu mehr oder weniger ausgeprägten Epidemien und seit Jahrhunderten in größeren Abständen zu Pandemien. Neben den beiden Influenza-A-Varianten H1N1 und H3N2 kozirkulieren in Deutschland seit 2001 die beiden Influenza-B-Varianten Yamagata und Victoria. Prävalenz, Kontagiosität, Morbidität und Mortalität sind dabei different und nicht voraussagbar. Kinder bis ungefähr zum 12. Lebensjahr weisen eine geringe Immunität besonders gegenüber Influenza-B-Viren auf, erkranken häufiger und schwerer. Die Influenza-Mortalität von Kindern ist B-lastig.

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Leserbrief: Zwischen Sozialrecht und Evidenz

Leserbrief von Dr. Ilja Karl zum Editorial von Herrn Dr. Gosch zum Thema  „AMVSG – keine Gültigkeit für die Kassen?“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 10/17, S. 5

Gunther Gosch fordert in seinem Edi-torial im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 28 (2017) 10, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und die Patienten mit alters- und risikogruppenangepassten Grippe­impfstoffen zu schützen. Aus-gangspunkt ist die bekannte Rabattpolitik der GKV, die mit dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz eigentlich ihr Ende gefunden haben sollte.

Herrn Gosch ist grundsätzlich in seiner Klage über das Verhalten gesetzlicher Krankenkassen zuzustimmen. Problematisch sind allerdings die Beispiele, mit denen der Mangel an Konsistenz und Integrität im Handeln der Kassen belegt werden soll. Vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen ist für die Erstattungsfähigkeit von Therapien, Präventionsmaßnahmen und Interventionen ein Wirksamkeitsnachweis zu fordern. Kann dieser nicht erbracht werden, besteht je nach Zulassungsstatus die Möglichkeit, bei entsprechenden Patientenpräferenzen solche Maßnahmen aus eigener Tasche zu finanzieren.

Belastbare Nachweise von Wirksamkeit existieren weder für tetravalente Grippeimpstoffe noch für lebendattenuierte oder für adjuvantierte Grippeimpfstoffe. Die vorhandene Evidenz ist dünn und erlaubt keine klare Empfehlung. Für lebendattenuierte Grippeimpfstoffe schreibt das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt aufgrund eigener Untersuchungen: „Aus der Zusammenschau unserer Ergebnisse für die Saisons 2012/13 und 2015/16 kann die Empfehlung eines präferentiellen Einsatzes von LAIV oder TIV nicht abgeleitet werden.“
(https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MS/LAV_Verbraucherschutz/hygiene/influenza/Effektivitaet_der_Influenzaimpfstoffe_2015-16.pdf)

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