Der 100 Jahre alte Vorschlag des Halberstädter Chirurgen Hans Kehr

zum Medizin-Nobelpreis und seine Begründung*

1. Einleitung

1913 erschien das zweibändige Werk (Abb.) des von 1888-1910 in Halberstadt wirkenden Chirurgen Hans Kehr (1862-1916) zur Chirurgie der Gallenwege.
Es gab die umfangreichen Erfahrungen des seit 1910 in Berlin tätigen Arztes wieder, die er bei inzwischen mehr als 2 000 Eingriffen gesammelt hatte. Das Werk bildete zugleich die Fortsetzung und Aktualisierung seiner 8 Jahre zuvor herausgegebenen Monografie zur Technik der Gallensteinoperationen.
Sind die chirurgischen Verdienste Kehrs weltweit anerkannt, so wurden seine Hinweise zur Narkose, zur damit in Zusammenhang stehenden Vor- und Nachbehandlung sowie zum Narkoserisiko bisher weit weniger beachtet.

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Das Orale - Die Mundhöhle in Kulturgeschichte und Zahnmedizin

Hartmut Böhme und Beate Slominski (Hg)

Hrsg. v. Hartmut Böhme u. Beate Slominski. Verlag Wilhelm Fink, München 2013, ISBN 978-3-7705-5512-3, geb. m. Schutzumschl. im Lexikonformat, 346 S.,
zahlreiche Abb., € 39,90

Das Orale - man weiß mit dem Begriff aus dem Lateinischen etwas anzufangen, scheitert aber beim Versuch, ihn mit einem Wort ins Deutsche zu übersetzen. Es ist eines dieser Dingworte, denen kein definiertes Ding zugeordnet werden kann. In unserer Sprache sagt der Mund nicht per se aus, ob damit der lippenverschlossene und zahneingehegte Zugang zum Raum dahinter, dieser selbst oder beide im Verein gemeint sein wollen. Man träumt ja schließlich nicht beim Küssen Ihrer Hand von Ihrer Mundhöhle, Madame, zumindest nicht bewusst.

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Wir gratulieren im August

rote Schlaufezum 60. Geburtstag

01. August    Dipl.-Med. Barbara Boese
    Helbra
01. August    Dipl.-Med. Wilfried Wesemann
    Gardelegen
01. August    Dr. med. Sabine Dreißig
    Magdeburg

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Wir gratulieren im April

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

01. April Dr. med. Christine Ochs
Halle (Saale)
05. April Dipl.-Med. Angelika Rietenbach
Glindenberg
06. April Dr. med. Gabriele Richter
Elbingerode (Harz)
06. April Dipl.-Med. Beate Gauch
Aschersleben
06. April Dipl.-Med. Dietlind Kröber
Halle (Saale)

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In Memoriam zum 100. Geburtstag von Dr. Gerhard Heede (1916 – 1994)

Abb. 1: Dr. Gerhard Heede mit seiner Frau Agathe (geb. Ruffing, 1919-1993), April 1988 (mit freundlicher Genehmigung von Familie Honigmann)
Abb. 1: Dr. Gerhard Heede mit seiner Frau Agathe (geb. Ruffing, 1919-1993), April 1988 (mit freundlicher Genehmigung von Familie Honigmann)

Am 3. März 2016 wäre der weit über die Grenzen des Mansfelder Landes bekannte Praktische Arzt Dr. Gerhard Heede aus Hergisdorf bei Eisleben 100 Jahre alt geworden.

Heede wurde 1916 in Petrograd (heute St. Petersburg) geboren und kam mit seiner Familie nach Eisleben, wo er das Abitur ablegte. Ein Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle sollte 1938 folgen. Die Wahl zwischen Medizin und Chemie/Physik fiel ihm nicht leicht. Er entschied sich zunächst gegen die Medizin. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde das Studium jedoch unterbrochen und Gerhard Heede wurde eingezogen. Den Krieg überlebte er glücklicherweise mit einer Schussverletzung an der Hand.

Nach dem Krieg entschloss er sich Humanmedizin zu studieren und schrieb sich hierzu im Wintersemester 1946 in Göttingen ein. Naturwissenschaftlich interessiert war er dort nebenher Gasthörer u. a. bei Otto Hahn, Max Planck, Max v. Laue und Carl Friedrich von Weizsäcker.

Noch vor dem Ende seines Studiums schloss er in der Pharmakologie seine Promotion im Jahr 1951 ab. Das Thema lautete: „Analyse der Beeinflussung der Hautsinnesorgane durch Antihistaminika und Lokalanästhetika“.

Ein Angebot vom Internisten und Radiologen Professor Gerhard Heidelmann, in die Angiologie der Universität Halle zu wechseln, lehnte Heede 1953 ab. Ebenso die damit verbundene universitäre Laufbahn, wie er mir später mehrfach in Gesprächen mitteilte. Stattdessen übernahm er 1955 die Praxis seines Schwiegervaters Dr. Albert Ruffing, eines im Mansfelder Land sehr geachteten Praktischen Arztes, der seit 1908 in Hergisdorf praktizierte.

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