ALMA LEUCOREA – Eine Geschichte der Universität Wittenberg 1502 bis 1817

Heiner Lück

ALMA LEUCOREA
Cover: Verlag

Universitätsverlag Halle-Wittenberg, Halle a. d. Saale 2020, ISBN 978-3-86077-208-0,
gebunden im illustrierten Hardcover/Quartformat (32 x 23 cm, 2500 g), 243 farbige Abbildungen, 367 Seiten, € 175,-

Der Dichter G. E. Lessing, der Frühromantiker Novalis, der Augustinermönch Martin Luther haben an ihr studiert und Generationen von jungen Männern vor und nach ihnen, an der Leucorea (leukos oros=weißer Berg), der Universität Wittenberg. Giordano Bruno und Tycho de Brahe suchten sie auf. Auch Hamlet, der Prinz von Dänemark soll sich hier eingeschrieben haben, literarisch zumindest, folgt man Shakespeares Tragödie in I/2. Wenn das keine Referenzen sind!

Der Autor, Prof Dr. jur. Heiner Lück, Spezialist für Fragen der Rechtsgeschichte, hat sich der Historie der ehemaligen Universität Wittenberg intensiv, mit viel Sachkenntnis, Engagement und sicher auch großem zeitlichen Aufwand angenommen. Herausgekommen ist ein inhaltlich und physisch gewichtiges Werk, das sich angesichts seiner Opulenz nur schwer auf einigen Seiten beschreiben lässt.

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Emil (v.) Behrings Drang zu akademischer Karriere und die Schattenseiten eines Genies

Dem am 15.3.1854 in Hansdorf/Westpreußen geborenen Emil Adolf Behring (1. von 9 Kindern aus der 2. Ehe des Vaters) war es vergönnt, mit einem Stipendium des preußischen Staates das Abitur abzulegen und anschließend an der Kaiser-Wilhelm-Akademie für militärärztliche Bildung in Berlin ein Medizinstudium aufzunehmen. Es folgte eine Tätigkeit als Truppenarzt in der Provinz Posen, 1887 eine Delegierung zu dem Pharmakologen Carl Binz (Bonn), wo sich Behring mit der Antisepsis beschäftigte. Ab 1859 war er Assistent an dem Hygiene-Institut der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin.
 
1890 gelang ihm in Zusammenarbeit mit Shibasaburo Kitasato (1853-1931) die Entdeckung der Blutserumtherapie als passive Immunisierung gegen Diphtherie. Parallel gelang Kitasato dies auch gegen Tetanus: Behring beschrieb zwar das Anti-Toxin, doch erst durch die Zusammenarbeit mit Paul Ehrlich (1854-1915) ab 1892 konnte von diesem die Standardisierung des Serums für die menschliche Anwendung vorgenommen werden. Es folgten erste erfolgreiche Testungen an Kindern (Berlin, Leipzig, Magdeburg) mit eindeutiger Reduktion der Mortalitätszahlen um 50 %. Der Unternehmer August Laubenheimer (Farbwerke Höchst) bot Behring seine Hilfe bei der Produktion und beim Vertrieb an (ab 1893 Di-Serum nach Behring-Ehrlich). Wegen des offensichtlich großen Erfolges erhielt Behring 1893 ohne Habilitation den Professorentitel.

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Ausfall der diesjährigen Seniorenweihnachtsfeier der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass sich die Ärztekammer Sachsen-Anhalt wegen der Entwicklung der Corona-Pandemie dazu entschlossen hat, in diesem Jahr leider keine Seniorenweihnachtsfeier in Magdeburg, Halle (Saale) und Dessau-Roßlau durchzuführen.

Unter der Voraussetzung, dass sich die Situation im kommenden Jahr etwas klarer darstellt, hoffen wir, dass im Jahr 2021 die Seniorenweihnachtsfeiern wieder stattfinden können.

Ihre Redaktion des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt

Leserbrief „EBM“

Leserbrief von Dipl.-Med. Diethilde Kubitscheck zum Thema „EBM“ vom 17. August 2020

Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn!

Ich wende mich heute mit einem Anliegen an Sie und bitte um Überprüfung des Sachverhaltes. Da ich weiß, dass Sie viele andere Belastungen haben, fasse ich mich kurz. Im EBM sind ab dem 01.07.2020 die Abrechnungsnummern für Kopien gestrichen und das Entgelt für Fax reduziert.

Dies erfolgt sicher im Rahmen der derzeit massiv betriebenen Umstellung auf eine komplette Digitalisierung in der Arztpraxis. Bisher habe ich stets bei Hausarztberichten und bei stationären Einweisungen oder Überweisungen zu Fachärzten den Patienten alle relevanten Kopien der Befunde/Berichte mitgegeben. Jetzt wird das nicht mehr honoriert. Bei Einweisungen, insbesondere auch bei Akutfällen, sind Befundmitgaben aber zwingend erforderlich.

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Wolfgang Schmidbauer: Die Kunst der Reparatur

Wolfgang Schmidbauer  Die Kunst der Reparatur – Ein Essay (Cover: Verlag)
Cover: Verlag

Ein Essay

oekom verlag München 2020, ISBN 978-3-96238-183-7, Taschenbuch, 190 Seiten, 25 Abbildungen (schwarz/weiß), 20,- €

„Die Reparatur ist ein unterschätzter Teil der Lebenskunst.“ Der das postuliert, ist der Psychoanalytiker und Schriftsteller Dr. Wolfgang Schmidbauer, ein Praktiker und vielschreibender Zeitgenosse. 38 Sachbücher und mehrere Romane und Erzählungen führt er in seiner langen Literaturliste auf. Bereits 1977 prägte er den allseits bekannten Begriff Helfersyndrom.

Die Reparatur eine Kunst? Das Handwerk nur eine Technik? In 16 thematisch gefassten Kapiteln dieses Buches teilt der Autor seine Bindungen an das Thema mit, seine praktischen Erfahrungen und deren psychologischen und theoretischen Hintergründe. Er tut das anhand vieler Selbsterlebnisse. Was ihn besonders umtreibt, ist die reparaturfeindliche industrielle Massenproduktion für den homo consumens, den Verbraucher im wahrsten Sinne des Wortes. Das von den Herstellern eingeplante frühe Veralten der gekauften Artikel und Geräte aus viel Kunststoff, mit ihren unzugänglichen Gehäusen, eingebauten und nicht austauschbaren Stromquellen, Schraubenköpfen mit bizarren Anschlussgeometrien, mit abgewürgter Ersatzteilbereitstellung etc. Diese Entwicklung führe geraden Weges in die Ex-und-hopp-Mentalität der Gesellschaft, die nicht nur die Umwelt sondern auch die Innenwelt lädiere. Sie richte sich gegen das Wesen der Humanität, die Verlässlichkeit von Bindungen, die zu Opfern eines manischen wind of changing werden.

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