Die ärztliche Kunst und Johann Thal in Peseckendorf

Abb. 1: Briefsiegel und Unterschrift von Johann Thal. Die Unterschrift ist zu lesen als „Johann Thall manu propria (und die beiden letzten Worte ineinander verschränkt, z. T. abgekürzt und verschnörkelt)“; zu Deutsch: Johann Thall mit eigener Hand (letzteres sehr wahrscheinlich nicht im Sinne eines Kopierzeichens). Das Siegel (Abzeichnung in A) zeigt einen Schild mit einem Baum. Auf dem Schild stehen die Initialen Johann Thals „I“ und „T“. Quelle: Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, LASA, H 8, B XVI Nr. 5a.
Abb. 1: Briefsiegel und Unterschrift von Johann Thal. Die Unterschrift ist zu lesen als „Johann Thall manu propria (und die beiden letzten Worte ineinander verschränkt, z. T. abgekürzt und verschnörkelt)“; zu Deutsch: Johann Thall mit eigener Hand (letzteres sehr wahrscheinlich nicht im Sinne eines Kopierzeichens). Das Siegel (Abzeichnung in A) zeigt einen Schild mit einem Baum. Auf dem Schild stehen die Initialen Johann Thals „I“ und „T“. Quelle: Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, LASA, H 8, B XVI Nr. 5a.

Wenn Fernsehdrama auf Geschichte trifft

Mario Engelmann 1, Jörg Brückner 2 und Steffen Rickes 3

1 Institut für Biochemie und Zellbiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
2 Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Standort Wernigerode
3 Klinik für Innere Medizin, HELIOS Bördeklinik Oschersleben-Neindorf

Zusammenfassung

Die Fernsehserie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ spielt vor der Kulisse einer „Johannes-Thal-Klinik“. Der Namensgeber der Klinik lebte im 16. Jahrhundert als ein in Mitteldeutschland bekannter Arzt und Botaniker. Er starb mit 41 Jahren unter bemerkenswerten Umständen in dem kleinen Ort Peseckendorf in der Magdeburger Börde und hinterließ ein herausragendes botanisches Werk. Wir skizzieren in diesem Beitrag aus medizinhistorischem Interesse den Lebensweg von Johann Thal. Damit sollen auch seine botanischen Verdienste gewürdigt werden.

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Eduard Kaeser – Trost der Langeweile

Eduard Kaeser – Trost der Langeweile
Rüegger Verlag Zürich/Chur 2014, ISBN 978-3-7253-1016-6, Klappenbroschur 21 x 14,5 cm, 132 S., € 22,40

Die Entdeckung menschlicher Lebensformen in digitalen Welten.

Mediale Technologien bauen unseren Körper um, nicht nur das Gehirn! Eduard Kaeser, promovierter Philosoph, studierter Physiker, langzeitig praktizierender Gymnasiallehrer entdeckt in den digitalen Verfahren Einflüsse auf eine defizitäre Anthropologie. Er widmet sich in dieser Sammlung von neun Essays dem verblüffenden Thema der Langeweile. Im Gegensatz zum Buchtitel kann man jedoch an keiner Stelle aufkommende Langeweile verspüren. Das mag daran liegen, dass wir buchstäblich in Mediotope eingesponnen, also weitgehend selbst betroffen sind. Langeweile sei die Grundstimmung unserer post-industriellen Lebensformen, so der Autor. Sie sei wie der Dreck; man kann sie nicht abschaffen, sondern nur verschieben. Und darum bemühe sich eine gewaltige Unterhaltungsindustrie.

Was tut der Mensch, wenn er sich langweilt? Vieles, z. B. legt er Feuer an Häusern, schlägt einen ihm unbekannten Passanten zusammen, führt Buch über irgendeine abstruse Sammlung von Dingen oder er besucht einen Kongress, der erfüllt ist vom Geist der Langeweile. Schließlich stehen Probleme zur Lösung an, wie die des Boreout, das Ausgelangweiltsein. Fernweh z. B. erzeugt und vertreibt Langeweile in immerwährenden Zyklen, einer Tretmühle gleich. Dabei ist nicht das Fernweh das Problem, sondern die vorhandene Freizeit. Man kann auch der Dromomanie, der Bewegungssucht verfallen, der Begierde, nicht da zu sein wo man gerade ist. Die unaufhörliche Bekämpfung der Langeweile vermehrt sie geradezu durch ein Fernweh, das somit zum Wirtschaftsfaktor wird. Kaeser findet Parallelen bzw. Zusammenhänge zwischen dem Langeweiledefizitsyndrom (LDS) und dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) auf der Ebene der Dopaminproduktion. Dabei ist Aufmerksamkeit zum knappen Gut geworden, zum pädagogischen Schleifstein bürgerlicher Bildung und Disziplin. Im schulischen Unterricht erkennt er gerade eine Umkehr der Richtung derselben zwischen Lehrern und Schülern.

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Wir gratulieren im Februar

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

01. Februar Dr. med. Kerstin Eichfeld
Teutschenthal
02. Februar Dipl.-Med. Anita Schmitt
Merseburg
03. Februar Dipl.-Med. Gudrun Dreller
Halle (Saale)
03. Februar Dipl.-Med. Regina Wittkowski
Oschersleben (Bode)
05. Februar Dipl.-Med. Gesine Schilling
Coswig (Anhalt)

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Wir trauern um unsere verstorbenen Kolleginnen und Kollegen

Wir trauernDr. med. Ingbert Kaßebaum
Magdeburg (01.09.1941 – 05.03.2015)

MR Dr. med. Maximilian Winter
Thale (21.12.1917 – 08.04.2016)

MR Dr. med. Wolfgang Enke
Südharz (20.03.1942 – 14.04.2015)

MR Dr. med. Bernd Rubin
Weißenfels (15.04.1942 – 09.03.2016)

Dr. med. Franz Neuendorff
Naumburg (Saale) (04.02.1922 – 31.03.2016)

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Der Physiologe Julius Bernstein

Julius Bernstein (ca. 1890) als Rektor der Universität Halle.
Julius Bernstein (ca. 1890) als Rektor der Universität Halle.

Erinnerung zum 100. Todestag – Was ist geblieben?

Als wir Studenten der Medizin vor 60 Jahren den Hörsaal des Physiologischen Instituts der Med. Fakultät Halle/S. betraten, schaute ein Porträt eines vollbärtigen Mannes auf uns herab. Es war das Porträt von Julius Bernstein, am 18.12.1839 als 1. von 7 Kindern des jüdischen Publizisten Aaron Bernstein (1812-1884) in Berlin geboren, nach Medizinstudium in Breslau und Berlin, Promotion (1862), von 1858 – 1871 Assistent bei Hermann v. Helmholtz (1821 – 1894) in Heidelberg, ab 1872 als Nachfolger von Friedrich Goltz (1834 – 1902) Ordinarius für Physiologie in Halle.

Aus der Schule von Rudolf Heidenhain (Breslau), Emil Du Bois-Reymond (Berlin) und H. v. Helmholtz (Heidelberg) kommend, war B. einer der bedeutendsten Physiologen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er wurde bereits 1875 Mitglied der Leopoldina und war 1890/91 Rektor der Friedrichs-Universität Halle.

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