In Memoriam - Nachruf für Obermedizinalrat Doz. Dr. med. habil. Bernd Thriene

Obermedizinalrat Doz. Dr. med. habil. Bernd ThrieneDirektor des Hygieneinstituts Magdeburg und Sachsen-Anhalt von 1973 – 2005
Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. von 2006 – 2013
* 19.03.1940 – †  14.07.2015

Am 14. Juli 2015 verstarb OMR Doz. Dr. med. habil. Bernd Thriene, langjähriger Direktor des Hygieneinstituts in Magdeburg. Wir verlieren mit ihm einen erfahrenen und visionären, nicht immer unumstrittenen Hygieniker von beeindruckender Schaffenskraft und mit beispielhaftem fachlichem und sozialem Engagement.

Bernd Thriene wurde am 19.3.1940 in Köthen/Sachsen-Anhalt geboren. Nach Abitur und Grundwehrdienst studierte er in Leipzig und Magdeburg Medizin. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau, die Augenärztin Dr. Gisela Thriene, kennen und lieben. 1967 promovierte er mit dem Thema „Die partielle Komplementbindungsreaktion mit verschiedenen Antigenen“. Er blieb zunächst an der Medizinischen Akademie Magdeburg und begann eine Facharztweiterbildung am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Epidemiologie bei Prof. H. Hudemann. 1969 wurde er Kreishygienearzt der Stadt Magdeburg und schloss seine Facharztweiterbildung 1971 mit der Gebietsbezeichnung Hygiene ab.

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Eike Pies - Dorothea Christiane Erxleben geborene Leporin (1715 - 1762) 

Wer noch einen Hut männlich zu tragen pflegt, sollte ihn ziehen vor dieser Frau, sofern er auf ihre Spuren trifft. Und das kann täglich passieren. Dass Frauen heute in aller Selbstverständlichkeit promovieren, wenn man sie nur lässt, und den Beruf einer Ärztin in For-schung, Lehre und Praxis ausüben –  Dorothea Christiane Erxleben hat es erkämpft. Vor 300 Jahren wurde sie im Vorharz geboren. Man kennt sie hier in Mitteldeutschland und angrenzenden Regionen. Kliniken, Bildungseinrichtungen, Wissenschaftsprogramme, Preise und Straßen tragen den Namen der Dr. Dorothea Erxleben aus dem Quedlinburg des ausgehenden Barock und beginnenden Klassizismus, aus der Zeit der Aufklärung, letztere besonders evident an der preußischen Reformuniversität Halle a. d. Saale.  Eike Pies, der Autor des hier vorzustellenden Bändchens, hat sich ihrer bereits 2011 publizistisch bemächtigt. Aus seinen Tasten stammt u. a. ein Buch über Johann Andreas Eisenbarth (1663-1723, s. ÄB SAT 1/2005), diesen modernen Praktiker seiner Zeit.  Die Struktur des Buchinhalts zu Dorothea Erxleben mit 10 Kapiteln incl. Literaturauswahl verrät den populärwissenschaftlichen Ansatz seines Schöpfers. Es beginnt mit den Frauen in der Medizin von Hildegard von Bingen bis Lydia Rabinowitsch-Kempner. Es folgt dann ein Abschnitt zum Elternhaus Leporin mit Wurzeln resp. Stationen in Dreileben und Aschersleben. Das Kapitel Die erste promovierte Ärztin in Deutschland

Verlag Dr. Eike Pies, Sprockhövel 2011,  ISBN 978-3-928441-8o-3,
Broschur i. Oktavformat, 63 S., zahlr. sw. Abb., € 15,-

Wer noch einen Hut männlich zu tragen pflegt, sollte ihn ziehen vor dieser Frau, sofern er auf ihre Spuren trifft. Und das kann täglich passieren. Dass Frauen heute in aller Selbstverständlichkeit promovieren, wenn man sie nur lässt, und den Beruf einer Ärztin in Forschung, Lehre und Praxis ausüben – Dorothea Christiane Erxleben hat es erkämpft. Vor 300 Jahren wurde sie im Vorharz geboren. Man kennt sie hier in Mitteldeutschland und angrenzenden Regionen. Kliniken, Bildungseinrichtungen, Wissenschaftsprogramme, Preise und Straßen tragen den Namen der Dr. Dorothea Erxleben aus dem Quedlinburg des ausgehenden Barock und beginnenden Klassizismus, aus der Zeit der Aufklärung, letztere besonders evident an der preußischen Reformuniversität Halle a. d. Saale.

Eike Pies, der Autor des hier vorzustellenden Bändchens, hat sich ihrer bereits 2011 publizistisch bemächtigt. Aus seinen Tasten stammt u. a. ein Buch über Johann Andreas Eisenbarth (1663-1723, s. ÄB SAT 1/2005), diesen modernen Praktiker seiner Zeit.

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„Verstehen wir uns?“

Leserbrief von Prof. Dr. Frank P. Meyer zum Editorial von Dipl.-Med. H. Thurow im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt,
Heft 6/2015, S. 5

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

dem Editorial „Verstehen wir uns?“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 2015; 26/6: 5 kann man zustimmen, insofern es um Sprachprobleme ausländischer Ärzte in Deutschland geht. Dieser spezielle Aspekt ist ohne Weiteres zu verallgemeinern, wenn man an Goethe in „Eigenes und Angeeignetes“ (1821) denkt: „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen“.

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Daniel Schreiber - Nüchtern - Über das Trinken und das Glück

Daniel Schreiber Nüchtern  Über das Trinken und das Glück  Hanser Verlag Berlin 2014, ISBN 978-3-446-24650-8,  gebunden im Oktav-Format m. Schutzumschlag, 159 S., € 16,90Hanser Verlag Berlin 2014, ISBN 978-3-446-24650-8,
gebunden im Oktav-Format m. Schutzumschlag, 159 S., € 16,90

„Es ist immer einfacher, sich an den Anfang einer Liebe zu erinnern als an ihr Ende.“ So beginnt Daniel Schreiber seine Monographie zu den Daten seines  Lebens mit dem Alkohol. Rückblickend aus dem Zustand anhaltender Nüchternheit war es ein vom Trinken bestimmtes Leben, gerade eben noch vor dem eines auffälligen Alkoholikers aber doch schon eines sozial noch funktionierenden Trinkers, zwischen schlechter Gewohnheit und ausgeprägter Krankheit, in der Sackgasse der Abhängigkeit.

Das auch für Genießer mit Anspruch auf funktionierende Eigenkontrolle lesenswerte Büchlein strukturiert der Autor in 11 Kapitel, u. a. mit Themen wie: Verluste im Inneren, Arbeit am Stigma, Allein unter Trinkenden, Das gelebte Leben. Den Stoff entnimmt der noch relativ junge Publizist und Journalist (*1977) seinem eigenen Erleben bzw. Erleiden und bietet ihn offen an. Rückblickend habe er seine Abhängigkeit als eine Krankheit erkannt, die ihrem Wirt sagt, dass er sie nicht habe. Da helfe auch ein hoher Bildungsgrad nicht zu besserer Erkenntnis. In Deutschland werde einfach mehr getrunken als anderswo. Es seien 12,1 Liter reinen Alkohols jährlich pro Person, was bildlich eine Badewanne voller Bier, Wein und Spirituosen im Mix bedeute. Nur Wenige schafften es, allein aus diesem Pool zu steigen. Man sollte wissen, dass eingeschriebene schlechte Gewohnheiten vom Hirn nicht gelöscht, bestenfalls durch "gute" überschrieben werden können. Sie resultieren als  Effizienzvorteil aus der Evolution.

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