Ausfall der diesjährigen Seniorenweihnachtsfeier der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass sich die Ärztekammer Sachsen-Anhalt wegen der Entwicklung der Corona-Pandemie dazu entschlossen hat, in diesem Jahr leider keine Seniorenweihnachtsfeier in Magdeburg, Halle (Saale) und Dessau-Roßlau durchzuführen.

Unter der Voraussetzung, dass sich die Situation im kommenden Jahr etwas klarer darstellt, hoffen wir, dass im Jahr 2021 die Seniorenweihnachtsfeiern wieder stattfinden können.

Ihre Redaktion des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt

Leserbrief „EBM“

Leserbrief von Dipl.-Med. Diethilde Kubitscheck zum Thema „EBM“ vom 17. August 2020

Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn!

Ich wende mich heute mit einem Anliegen an Sie und bitte um Überprüfung des Sachverhaltes. Da ich weiß, dass Sie viele andere Belastungen haben, fasse ich mich kurz. Im EBM sind ab dem 01.07.2020 die Abrechnungsnummern für Kopien gestrichen und das Entgelt für Fax reduziert.

Dies erfolgt sicher im Rahmen der derzeit massiv betriebenen Umstellung auf eine komplette Digitalisierung in der Arztpraxis. Bisher habe ich stets bei Hausarztberichten und bei stationären Einweisungen oder Überweisungen zu Fachärzten den Patienten alle relevanten Kopien der Befunde/Berichte mitgegeben. Jetzt wird das nicht mehr honoriert. Bei Einweisungen, insbesondere auch bei Akutfällen, sind Befundmitgaben aber zwingend erforderlich.

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Wolfgang Schmidbauer: Die Kunst der Reparatur

Wolfgang Schmidbauer  Die Kunst der Reparatur – Ein Essay (Cover: Verlag)
Cover: Verlag

Ein Essay

oekom verlag München 2020, ISBN 978-3-96238-183-7, Taschenbuch, 190 Seiten, 25 Abbildungen (schwarz/weiß), 20,- €

„Die Reparatur ist ein unterschätzter Teil der Lebenskunst.“ Der das postuliert, ist der Psychoanalytiker und Schriftsteller Dr. Wolfgang Schmidbauer, ein Praktiker und vielschreibender Zeitgenosse. 38 Sachbücher und mehrere Romane und Erzählungen führt er in seiner langen Literaturliste auf. Bereits 1977 prägte er den allseits bekannten Begriff Helfersyndrom.

Die Reparatur eine Kunst? Das Handwerk nur eine Technik? In 16 thematisch gefassten Kapiteln dieses Buches teilt der Autor seine Bindungen an das Thema mit, seine praktischen Erfahrungen und deren psychologischen und theoretischen Hintergründe. Er tut das anhand vieler Selbsterlebnisse. Was ihn besonders umtreibt, ist die reparaturfeindliche industrielle Massenproduktion für den homo consumens, den Verbraucher im wahrsten Sinne des Wortes. Das von den Herstellern eingeplante frühe Veralten der gekauften Artikel und Geräte aus viel Kunststoff, mit ihren unzugänglichen Gehäusen, eingebauten und nicht austauschbaren Stromquellen, Schraubenköpfen mit bizarren Anschlussgeometrien, mit abgewürgter Ersatzteilbereitstellung etc. Diese Entwicklung führe geraden Weges in die Ex-und-hopp-Mentalität der Gesellschaft, die nicht nur die Umwelt sondern auch die Innenwelt lädiere. Sie richte sich gegen das Wesen der Humanität, die Verlässlichkeit von Bindungen, die zu Opfern eines manischen wind of changing werden.

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Wohl bekams! In hundert Menus durch die Weltgeschichte

Wohl bekams! In hundert Menus durch die Weltgeschichte (Cover: Verlag)
Wohl bekams! In hundert Menus durch die Weltgeschichte (Cover: Verlag)

Herausgeber: Tobias Roth und Moritz Rauchhaus

Verlag „Das kulturelle Gedächtnis Berlin“ 2018, ISBN 378-3-946990-23-9, 2. Auflage, graphisch reich dekoriert, 336 Seiten, € 28,-

Die Rezension ist der Chefredakteurin des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt, Frau Dr. Simone Heinemann-Meerz, anlässlich ihres 60. Geburtstages gewidmet.

„Das gemeinsame Essen ist eine der intensivsten Szenen des Zusammenlebens…“, steht im Nachwort dieses Buches. Wie wahr und doch nicht alltäglich. Roth und Rauchhaus haben sich die unheimliche Mühe gemacht, exakt 100 Menus der Geschichte anhand niedergeschriebener Speisefolgen historischen Tafelns in diesem Buch zusammenzustellen und sprachlich aufzubereiten zur bekömmlichen Lektüre. Reguläre Seitenzahlen gibt es in diesem Werk nicht, sieht man von den römischen im Anhang ab. Die Menus der Dinner sind ein- oder mehrseitig unter laufenden Nummern in einer vorangestellten Liste aufgeführt, in feinem graphischem Gewand und unter strikter chronologischer Reihung. Diese Protokolle der Tafelfreuden entstammen überwiegend europäischen historischen Ereignissen, zu einem Fünftel aber auch von anderen Kontinenten sowie einmal aus dem Orbit, einmal vom Mond und zweimal aus Flügen über dem Atlantik.

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Caspar Hirschi: Skandalexperten, Expertenskandale

Caspar Hirschi: Skandalexperten, Expertenskandale (Cover: Verlag)
Caspar Hirschi: Skandalexperten, Expertenskandale (Cover: Verlag)

Zur Geschichte eines Gegenwartsproblems

Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2018, ISBN 978-3-95757-525-8, gebunden mit Schutzumschlag im Oktavformat, 399 Seiten, 33 schwarz/weiß-Abbildungen, 28,- €

Die moderne Gesellschaft ist angewiesen auf Experten!

Nach der Feudalgesellschaft der Ritter, der Kolonialgesellschaft der Entdecker und der Industriegesellschaft der Fabrikanten deutete sich die Wissensgesellschaft eines neuen, hochgebildeten Menschenschlages an. Sie würde mit dem Rohstoff der Zukunft, dem Wissen, zu handeln verstehen, war die hoffnungsfrohe Aussicht. Spätestens die Wahl eines Donald Trump und der Brexit stoppten solche Erwartungen, trotz aller anders lautenden Prognosen demoskopischer Experten.

Caspar Hirschi, Historiker auf einem Lehrstuhl der Schweizerischen Universität St. Gallen, legt mit seinem Buch eine umfangreiche und sehr interessante sowie tiefgehende Abhandlung zum Wortspiel im Titel vor. (Experten stehen ja angesichts der Corona-Problematik im aktuellen Diskurs). Hirschi hantiert hier mit einer Auswahl von historischen Vor- und Werdegängen, zwei davon aus der jüngeren europäischen Geschichte. Die Substanz der anderen vier Kapitel sind dem 18. und 19. Jahrhundert zuzuordnen. Das Buch beginnt und endet in der Gegenwart, in der die Wissenschaft nach seiner Erkenntnis zur politischen Hypothek und die Experten gehäuft zu populistischen Hassobjekten werden, weg vom geprüften Wissen und hin zu Volksweisheiten und Mythen. Wissen sei zwar Macht, aber die Wissenden seien nicht die Mächtigsten, dürften es auch nicht sein, wie der Wissenschaftshistoriker Caspar Hirschi warnt.

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