Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive

Kunstmuseum Moritzburg (Halle/Saale) bis 23.08.2020

Karl Lagerfeld in Halle? Einen Moment lang stutzte ich. Was soll das in der Moritzburg, einem Kunstmuseum? Als wenig modebewusster Mann hatte mich dieser sonnenbebrillte Stehkragenmensch mit Zopf und Handschuhen nie interessiert. Und nun eine Ausstellung in einem Museum, wo Gemälde, Grafiken und Skulpturen ihren Platz haben?

Ich muss zugeben, dass ich Unrecht hatte, Vorurteile sollte man meiden! Diese Ausstellung ist wirklich großartig und als nunmehr Bekehrter, möchte ich Ihnen gern Appetit darauf machen.

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Leserbrief – „Organspende“

Leserbrief von Dr. Ernst Fukala zum Editorial „Organspende: Widerspruchslösung als erfolgreich gelebtes Konzept der Solidarität einer intakten Gesellschaft – abgelehnt“ von Prof. Dr. Walter Brandstädter im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 3/20, S. 5.

Sehr geehrter Herr Prof Dr. Brandstädter,

mit Ihrer ausgezeichneten und mutigen Stellungnahme zu der traurigen Abstimmung im Deutschen Bundestag haben Sie dem Kindernephrologen und langjährigen Vorsitzenden der Ethik-Kommission in mir aus dem Herzen gesprochen. Wer einmal mit seinem Patienten auf eine Nierenspende gewartet hat, weiß, mit welcher Wucht der menschliche Egoismus erneut über die Barmherzigkeit gesiegt hat.

Ihre Mahnung zur Solidarität möge in das Ohr und Herz jener Debattenredner kommen, die da ins Plenum gerufen haben: „Mein Körper gehört mir und nicht dem Staat und nicht der Gesellschaft.“ „Und er gehört auch nicht, wenn ich tot bin, meinem kranken Mitmenschen, dem ich mit meiner Spende das Leben retten könnte“ haben die Hartherzigen freilich zu sagen vergessen. Weil sie das vor ihren Wählern bloßgestellt hätte oder sie nicht nachgedacht haben.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr Dr. Ernst Fukala

Leserbrief - „Klinische Prüfung von Arzneimitteln“

Leserbrief von Prof. Dr. Frank P. Meyer zur Presseinformation „Klinische Prüfung von Arzneimitteln: Seit 2004 mehr als eine Million Probanden in Deutschland – keine schwerwiegenden Zwischenfälle“ des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 1-2/2020, S. 54

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

unter dem Titel „Klinische Prüfung von Arzneimitteln“ wurde im Januar/Februar-Heft 2020 des Ärzteblatts ein Text des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlicht.

BfArM-Präsident Prof. Broich formulierte u. a. : „Durch das Genehmigungsverfahren haben wir sehr gute Einflussmöglichkeiten auf die Durchführung klinischer Prüfungen in Deutschland.“
Aus der Sicht eines Mitgliedes der Ethik-Kommission der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sollte das BfArM wesentlich restriktiver bei der Beurteilung klinischer Prüfungen von Arzneimitteln sein.

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Leserbrief - „Organspende“

Leserbrief von Dr. Ilja Karl zum Editorial „Organspende: Widerspruchslösung als erfolgreich gelebtes Konzept der Solidarität einer intakten Gesellschaft - abgelehnt“ von Prof. Dr. Walter Brandstädter im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 3/20, S. 5

Nach erfolgter Gesetzgebung ist die Diskussion um die Organspende etwas weniger intensiv. Gleichwohl können einige der von Prof. Brandstädter getätigten Thesen nicht unwidersprochen bleiben.

Zuallererst bleibt unklar, was die (juristische) Widerspruchslösung mit Solidarität zu tun haben soll. Der Gesetzgeber hatte die Absicht, die Zustimmung zur Organspende nicht mehr als Voraussetzung für die Entnahme von Organen zu machen, sondern den fehlenden Widerspruch als Zustimmung zu nehmen. Die Widerspruchslöung ist also zunächst ein juristisches Konstrukt mit dem Ziel, die Zahl der Organspenden zu steigern und so den Status als „Organschuldner“ aufzuheben.
Die Konsultation verschiedener digitaler und analoger Nachschlagewerke zum Begriff „Solidarität“ ergibt verschiedene Definitionen, die sich aber in einigen Grundannahmen gleichen: Gegenseitigkeit, Zusammengehörigkeit, Freiwilligkeit.

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Johanna Meyer-Lenz: Kinderkardiologie in Halle und in Leipzig 1950 – 2000

Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2019, 384 Seiten (ISBN 978-3-96023-110-3)

Die Entwicklung der Kinderkardiologie als neue Spezialdisziplin in der medizinisch-technischen Revolution des 20. Jahrhunderts.

Zur Geschichte der Kinderkardiologie im transnationalen Rahmen und in berufsbiografischer Erzählperspektive, Band 2

2008 wurde von der Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie auf Anregung von Prof. Dr. Jochen Weil das Projekt „Lebendige Kinderkardiologie“ ins Leben gerufen. Die Hamburger Historikerin Dr. Johanna Meyer-Lenz legt nun mit dem vorliegenden Band die Geschichte der Kinderkardiologie in Halle und in Leipzig von 1950 bis 2000 vor.

Die Darstellung konzentriert sich um die berufsbiografischen Erzählungen der beiden Leiter der Kinderkardiologien in Halle (Gisbert Wagner) und in Leipzig (Peter Schneider) und bettet die junge Fachgeschichte der beiden Standorte Halle und Leipzig in den übergreifenden nationalen und transnationalen fachhistorischen Kontext ein.

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