Prof. Freiherr von Mering

Prof. Dr. Josef Freiherr von Mering Autor: unbekannt

Ein geniales Multitalent in Halle

2015 wurde auf der Tagung der Europäischen Gesellschaft für Diabetesforschung (EASD) die EMPAREG Studie vorgestellt: der SGLT 2 Hemmer Empagliflozin verminderte bei Typ 2 Diabetes und hohem kardiovaskulärem Risiko die Mortalität. Diese Therapie beruht auf der Entdeckung des Phlorozindiabetes durch Prof. Freiherr Josef von Mering, der von 1891 bis 1908 in Halle an der Saale wirkte. Geboren wurde von Mering am 28.2.1849 in Köln. 1874 promovierte er in Straßburg. 1875 ging von Mering zu Prof. Frerichs nach Berlin und später zu Prof. Karl Ludwig in Leipzig, dem Mentor der modernen Physiologie. 1878 wurde er in Straßburg Assistent im Institut von Prof. Hoppe-Seiler. Die Kaiser-Wilhelm-Universität Straßburg war hervorragend ausgestattet und zog viele Forscher an, z. B. Adolf Kussmaul, Friedrich Daniel von Recklinghausen, Bernhard Naunyn, Wilhelm Konrad Röntgen, Oswald von Schmiedeberg und Emil Fischer. 1886 wurde von Mering dort Professor Extraordinarius. Von Mering war ein Multitalent – mit drei medizinischen Großtaten ist sein Name verbunden: dem Phlorozindiabetes, dem Diabetes nach Pankreatektomie und der Entdeckung des ersten Barbiturats.

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Konrad Mahlfeld: Else Müller-Kaempff Paul Müller-Kaempff

(Cover: Verlag)

Werkkatalog, Band I

Verlag Atelier im Bauernhaus, Edition Fischerhuder Kunstbuch, Fischerhude 2017, ISBN 978-3-96045-107-5, Leinen gebunden mit Schutzumschlag, Quartformat, 248 Seiten, 234 Abbildungen, € 44,80

„Bei mir haben es die Freilichtmaler nicht gut, ich halte sie unter dem Daumen.“ So tönte es lt. vorliegendem Buch 1893 aus dem Munde des obersten Preußen und Deutschen, Wilhelm II., der mit seiner traditionellen, historisierenden Kunstauffassung moderne Strömungen der Malerei unter seinem Kunstdiktat zu verhindern versuchte. Ein Kunstfehler unter der Pickelhaube im eigentlichen Sinne des Wortes. Dabei dürfte doch das Vorbild der französischen Schule von Barbizon im Deutschen Reich bekannt geworden sein.

Es wurde nun auch hier Zeit, ins Freie zu gehen. Zu den Pionieren der deutschen Malerei vor der Natur, Pleinairisten wurden sie etwas abfällig in Deutschland genannt, gehörten auch Paul Müller-Kaempff (1861-1941) und seine Frau Else (1869-1940). Er war der Sohn eines Militärarztes und durfte mit väterlichem Segen ohne Umwege den Beruf des Künstlers auf akademischem Wege ergreifen. Er tat das in Düsseldorf, Karlsruhe und Berlin, wurde beruflich erfolgreich und war standespolitisch sehr aktiv. Der Oldenburger gründete 1891 die Ahrenshooper Künstlerkolonie, denn er hatte 1889 in dem vorpommerschen Seefahrer- und Fischernest einen Platz gefunden, wie er ihn sich immer gewünscht hatte, und ließ sich dort nieder. Der Buchautor folgt seinem Werdegang in diesem Buch akribisch im Kontext mit der Kunstentwicklung, wie sie sich vor allem in Norddeutschland um die Wende zum 20. Jahrhundert darstellte.
Frauen war seinerzeit der Zugang zum akademischen Studium verwehrt. Else Schwager holte sich ab 1894 ihre künstlerische Ausbildung in einer sog. Sommermalschule bei Paul Müller-Kaempff in Ahrenshoop. Lehrer und Schülerin heirateten 1897, bauten sich vor Ort ein Wohnhaus, eine Malschule mit angeschlossener Pension und mit dem Verein das Ausstellungshaus „Kunstkaten“. Diese Immobilien existieren heute noch. Ab 1912 zog sich das Ehepaar krankheitshalber nach Berlin zurück.

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Die private Heilanstalt Carlsfeld und der frühe Hans Fallada

Von der Poststation zur Heilanstalt

Unweit der Autobahnausfahrt Halle/Brehna steigt ganz unvermittelt der Landsberg aus der Ebene auf, ein mächtiger Felsen, der von einer romanischen Doppelkapelle gekrönt wird. Nördlich davon liegt, umrahmt von einem Park voller prächtiger alter Gehölze „Carlsfeld“, ein Kliniks-Komplex mit wechselhafter Vergangenheit. Seine Geschichte ist gemessen an dem Alter der Kapelle aus der Zeit der Staufer-Kaiser relativ kurz und dennoch von besonderem Interesse. Die Einrichtung wurde am Beginn des 19. Jahrhunderts als Poststation begründet, der ein Justizrat Carl Vogel einen Gasthof mit Fremdenzimmern und Ausspanne anfügte. Nachdem die Eisenbahn die Postkutsche verdrängt hatte, wurde das Anwesen in eine Darre für die als Kaffee-Ersatz und Heilpflanze dienende Zichorie verwandelt. Ein Dr. Niemeyer kaufte das Grundstück 1862 um eine Heilstätte für Geisteskranke zu errichten. Das Vorhaben konnte jedoch erst Dr. Heinrich Böttger verwirklichen, der das Areal nach Niemeyers frühem Tod 1867 von dessen Witwe erwarb.

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Neuland gewinnen - Die Zukunft in Ostdeutschland gestalten

Neuland gewinnen
Neuland gewinnen
(Cover: Verlag)

Siri Frech, Babette Scurell, Andreas Willisch (Hrg.)

Ch. Links Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-86153-949-0, Klappenbroschur im Lexikonformat,
193 farbige Abbildungen, 271 Seiten, 25,- €

Neuland gewinnen! Hieß das nicht einmal, jungfräulichen Boden unter den Pflug zu nehmen, um ihm Leistung abzuringen, Pionierarbeit also? Das vorliegende, flexible Buch kommt im grünen Gewande daher. Es versammelt in sich solche Hoffnungen auf Entwicklung von ländlichen Räumen und darüber hinaus städtischen Brachen durch Menschen, die sich nicht mit Brüchen oder Behinderungen ihrer Biografien und Lebensräume abfinden wollen. Sie suchen sich Gleichgesinnte, Interessenten und andere Mitmacher, kreieren eine Idee und machen ein Entwicklungsprojekt daraus. Auf Außenstehende mögen ihre Vorhaben wie Träumereien wirken. Scheitern scheint angesagt, passiert auch manchmal, in der Mehrzahl aber nicht.

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Prof. Dr. Christel Taube aus Halle erhält das Verdienstkreuz am Bande

Die 81-jährige Ärztin wird für die herausragenden Verdienste ausgezeichnet, die sie sich als Wissenschaftlerin und Hochschullehrerin um das deutsche Gesundheitswesen und die Ärzteschaft erworben hat. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse finden Ausdruck in 147 Publikationen, 176 Vorträgen und in zwei Patenten. Zudem ist sie Mitautorin eines Lehrbuches der Pharmakologie und Toxikologie. Neben umfangreicher Seminar- und Vorlesungstätigkeit hat sie zahlreiche Diplomarbeiten, Promotionen und eine Habilitationsarbeit betreut. Besonders lag ihr die Förderung des weiblichen Nachwuchses am Herzen. Taube war Mitglied der Ethik-Kommission der Martin-Luther-Universität Halle-Wit-tenberg. Sie engagiert sich als Kulturbotschafterin der Stadt Halle. Seit 2005 ist sie stellvertretende Vorsitzende des von ihr mitgegründeten Gutenberger Kulturvereins Sachsen-Anhalt. Am Landgericht Halle engagiert sie sich als Schöffin.
Auf den Vorschlag der Ärztekammer Sachsen-Anhalt erhielt Prof. Taube die Paracelsus-Medaille der Bundesärztekammer.

| Pi Staatskanzlei (Auszug)