Auswahl und Zusammenstellung Frank Schumann - Luther to go

Cover Luther to goEin trefflich Wort von Martin Luther

Verlag Neues Leben Berlin 2016, ISBN 978-3-355-01841-8,
Broschur im Sedezformat, 93 Seiten, € 7,-

„Tritt frisch auf! Tu's Maul auf! Hör bald auf!“ oder „Bier ist Menschenwerk, Wein aber ist von Gott“. Ja, so stellt man sich den großen Reformator Martin Luther außerhalb der Theologie vor, nach der Lektüre dieses schlicht aufgemachten Taschenbüchleins im Postkartenformat.
Der Verlag bietet hier ein Sammelsurium von Sprüchen, Textpassagen und Thesen dieses unseres vormaligen Landsmannes. Die inhaltliche Struktur ist in Kapitelüberschriften sortiert, sämtlich eingeleitet mit der Wortfolge Warum man..., und zwar: ...einen Arsch in der Hose haben soll; ...tolerant sein soll; ......das Leben genießen soll; ...nicht der Werbung folgen soll; ...Sex haben soll; ...kritisch und selbstkritisch sein soll; ...deutsch reden soll; ...nicht Päpsten und Prälaten folgen soll; ...der elenden deutschen Nation helfen soll; ...wahre Reue und Zerknirschung suchen soll. Unter letzterem Titel finden sich die 95 Thesen, deren erste von der Buße und die letzte von der Trübsal spricht, in lesbarer und annähernd verstehbarer Form. Ansonsten kann man trotz vorangestellten Inhaltsverzeichnisses nichts Konkretes suchen, wohl aber viel Ersprießliches finden. An die dem Frühhochdeutschen ähnelnde Kunstsprache gewöhnt man sich bald – sie schafft Atmosphäre. Die Lutherforschung wird monieren, dass nicht jeder der hier zitierten populären Sprüche, der dem Wittenberger aus dem Mansfeldischen zugeschrieben wird, auch von ihm stammt. Darunter fällt z. B. das Pflanzen eines Apfelbäumchens kurz vor Weltuntergang oder dass ein Narr bleibe sein Leben lang, der nicht liebt Wein, Weib und Gesang. Den wahren Luther stellt diese Sammlung sowieso nicht vollständig dar. Litt er doch in seinem Leben, trotz aller Vitalität, an schweren und schmerzhaften Krankheiten und Zuständen, so dass er im vergleichsweisen Alter eines heutigen Frührentners feststellte: Ich habe genug gelebt. Das steht aber nicht drin.

Die Aufmachung des Buches ist schlicht und trotzdem ansehnlich mit seinen wechselnden Schriftschnitten und den trennenden schwarzen Seiten. Quellenangaben sucht man vergebens. Sie wären bei der Lektüre wahrscheinlich nur hinderlich, so wie das Buch selbst wohl kaum eine ernst zu nehmende Quelle für die wissenschaftliche Arbeit sein dürfte. Das Büchlein eignet sich trotzdem als anregender Begleiter für unverhoffte oder absehbare Wartezeiten im Nah- und Fernverkehr oder bei ähnlichen Gelegenheiten.

F. T. A. Erle, Magdeburg

Hans-Dietrich Genscher - Meine Sicht der Dinge

Cover Meine Sicht der DingeIm Gespräch mit Hans-Dieter Heumann

Propyäen Verlag Berlin 2015, ISBN 978-3-549-07464-0,
gebunden im Oktavformat mit Schutzumschlag, 30 s/w-Fotos, 189 Seiten, € 22,-

Die politisch Interessierten der Generation Ü 40 dürften bei Wahrnehmung des Namens Hans-Dietrich Genscher sofort das Konterfei dieses populären Zeitgenossen „auf dem Schirm“ haben, Ostdeutsche mehr und Hallenser am meisten. Seine frohe Botschaft vom Balkon in Prag am 30. September 1989, die mehrmals lautstark und anhaltend von den Adressaten unterbrochen wurde, ist unvergessen. Dass er vor der Hauptaussage zu sagen versuchte: „Sie werden mir erlauben, dass ich den unter ihnen befindlichen Hallensern einen besonderen Gruß...“, ging schon in der freudigen Reaktion darauf unter. Erst recht dann: „Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise...“ Wie der Satz geendet haben mag, gibt die Tonaufzeichnung nicht wieder. Es war nach eigener Bekundung einer der emotionalsten Momente im Leben dieses gestandenen Politikers, geblendet vom Scheinwerferlicht der Kameras und mit einem im Rhythmus gestörten Puls, kurz nach einem Herzinfarkt.

Dieses Buch nun, aus dem Munde des Titelhelden und der Feder seines Biographen, des Diplomaten Hans-Dieter Heumann, ist keine Biographie. Eine solche war von diesem bereits 2011 herausgegeben worden. Die vorliegende Schrift widmet sich ganz der Strategie und Taktik Genschers als Innen- resp. Außenminister und Vizekanzler der Bundesregierung und Parteivorsitzender der Freien Demokraten im Zeitraum zwischen 1974 und 1992. Sie ist gegliedert in die drei Teile: I. Die Welt im Umbruch, II. Der Weg zur deutschen Einheit und III. Vermächtnisse. Die einzelnen thematischen Komplexe und Artikel folgen letztlich den darüber stehenden ausformulierten und mehr oder weniger umfassenden Fragen des Gesprächsführers, fiktiv oder nicht sei dahingestellt. Genscher jedenfalls dienen sie offensichtlich als methodisches Mittel der Inhaltsführung. Losgelöst von diplomatischen Zwängen kann er seiner subjektiven Sicht von heute auf die Personen und Verhandlungen von damals freien Lauf lassen und sie mit den aktuellen Entwicklungen vergleichen.

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Wir gratulieren im März

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

02. März Dipl.-Med. Jutta Sasse
Osterburg (Altmark)
03. März Dipl.-Med. Ulrike Haferkorn
Aschersleben
03. März Dipl.-Med. Karola Schladitz
Hecklingen
03. März Dipl.-Med. Frigga Rößler
Querfurt
05. März Dr. med. Barbara Reiser
Haldensleben

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Zum Jahreswechsel Rückblick und Ausblicke

Leserbrief von Prof. Dr. Frank P. Meyer zum Editorial von Herrn Henrik Straub im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 12/2015, S. 5

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

zum Jahreswechsel beklagt Herr Henrik Straub, dass es schwerfällt, „unbeeindruckt und unbeschwert den Urlaub für das kommende Jahr zu planen“ wegen der „schockierenden Terroranschläge arabischer Fanatiker, die hunderte unschuldiger Menschen das Leben kosteten.“

Das ist wohl wahr. Verblüffend ist allerdings seine Verwunderung: „Auf der ganzen Welt ist offensichtlich kein wirklicher Schutz dagegen möglich…“ Hat Herr Straub die Historie nicht verfolgt oder ignoriert er sie? Die völkerrechtswidrigen Kriege des Westens in Afghanistan, im Irak, in Libyen waren doch regelrechte Terrorsucht-Programme.

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Laudatio auf Prof. Dr. med. habil. Zuhir Halloul zur Ernennung zum apl-Professor

Das Leben ist sicherlich immer Gabe und Aufgabe zugleich.

Unter diesem Leitsatz ist der bisherige berufliche und persönliche Weg von Prof. Dr. med. habil. Z. Halloul mit der Verleihung der apl-Professur am 10.12.2015 durch den Rektor der hiesigen Alma mater Herrn Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljahn als wichtiger Meilenstein gewürdigt worden.

Die Etappen auf diesem Weg sind gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion eine Reflexion der Vergangenheit mit Visionen für die Zukunft.

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