Die „Kinderstube“ der Angiologie in Deutschland (Teil 1)


Max Ratschow – Biografie

Max Ratschow
Abb. 1: Max Ratschow, 1947
(Foto: UAHW, Rep. 401, R 56)

Die Angiologie als Spezialgebiet der Medizin hat Geburtshelfer im deutschen und europäischen Raum (Hecker 1841, Skegg 1851, Charcot 1856, Friedländer 1876, Felix v. Winiwarter 1879, Raynaud 1862 u. 1864, Leo Burger 1924, Thomas Lewis 1927 u. a.). Die Universität Halle ist aber – wenn auch nicht die Wiege hier stand – die „Kinderstube“ der frühen Jahre und in dieser „tummelte“ sich damals bereits Max Ratschow (Abb. 1).

Max Paul Gustav Ratschow wurde am 7.8.1904 in Rostock geboren. Nach der Reifeprüfung trat er zunächst eine Staatsforstverwaltungslaufbahn an, legte die Revierjägerprüfung und das theoretische Forstverwaltungsexamen ab und wurde dann durch gemeinsame Wanderungen mit Geheimrat August Bier in dessen Wald (Sauen bei Beeskow) für den Kreislauf der Natur und damit für die Medizin sensibilisiert. Es folgten ein Studium der Humanmedizin ab 1924 in Freiburg/Br., Wien, München, Rostock (Physikum 1927) und die ärztliche Staatsprüfung im Dezember 1929 an der Universität Breslau. Die Assistentenzeit verbrachte Max Ratschow 1929 bis 1932 an der Universitäts-Hautklinik Breslau (Prof. Jadassohn), Chirurgischen Klinik (Prof. Schmieden) und Medizinischen Klinik (Prof. Volhard) Frankfurt a. Main. Vom 1.5.1932 bis 31.3.1938 war Ratschow Oberarzt der Inneren Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses Hamburg-Altona (Prof. Kroetz).

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Adam Rutherford: Eine kurze Geschichte von jedem, der jemals gelebt hat

Was unsere Gene über uns verraten

Adam Rutherford: Eine kurze Geschichte von jedem, der jemals gelebt hat - Was unsere Gene über uns verraten
Cover: Verlag

Deutsche Erstausgabe im Rowohlt Taschenbuchverlag Polaris, ISBN 978-3-499-63276-1, Reinbek 2018, aus dem Englischen von Monika Niehaus und Coralie Wink, 6 Abbildungen, 464 Seiten, 16,99 €

„Diese Geschichte handelt von Ihnen“, spricht der Autor, forschender Genetiker und exzellenter Wissenschaftsjournalist bei BBC und weiteren Medien, die potenziellen Leserinnen und Leser an. In diesem Buch lässt er seiner Leidenschaft für Genetik, Genomik und Historie freien Lauf. Daraus entwickelt sich eine lange Geschichte zur Geschichte des Menschen mit seiner Entwicklung zum Zeitgenossen über hunderttausende von Jahren als eine Art Hobbit, als Denison-Mensch, als Neandertaler und als Homo sapiens. Da ist eine Menge Erbmaterial zusammengekommen, das sich zum Auslesen anbietet. Rutherford möchte uns beim Übersetzen dieser Geschichte helfen, der Geschichte der Menschheit und der Geschichte der Genetik mit ihrer schwierigen Vergangenheit, insbesondere ihren Humanzweig betreffend.

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Ralf Konersmann: Die Unruhe der Welt

Ralf Konersmann: Die Unruhe der Welt

S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2015, 4. Auflage, ISBN 978-3-10-038300-6, gebunden mit Schutzumschlag,
Oktav-Format, 461 Seiten, 12 s/w-Abbildungen, 24,99 €

Der Titel macht neugierig. Er lässt ahnen, dass es hier um Grundsätzliches geht, um mehr als Unterhaltungs- oder Ratgeberlektüre. Ralf Konersmann, Direktor des philosophischen Seminars der Universität Kiel und Publizist, beschäftigt sich offensichtlich mehr als andere Philosophen seit geraumer Zeit mit den Symptomen einer allgegenwärtigen Unruhe in der Welt, zumindest was unseren westlichen Kulturkreis betrifft. So legen es jedenfalls die Titel einiger seiner Publikationen nahe. Seine Methode ist die der kulturhistorischen Forschung.

So verwundert es nicht, dass er zu Beginn seiner tiefgehenden Überlegungen und Erkenntnisse in den mythologischen Garten Eden der biblischen Geschichte einsteigt, in dem die Ruhe des Friedens und der Bedürfnislosigkeit herrscht, vorerst jedenfalls. Es kommt aber bald die Unruhe ins Spiel, der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies. Arbeit im Schweiße des Angesichts ist für die unruhestiftenden Sünder angesagt. Und dann erschlägt der Bruder den Bruder. Der Friede ist vollends dahin. Kain wird samt seinen Nachkommen, und das wären auch wir, mit dem Fluch der Rast- und Ruhelosigkeit belegt, ein fortwährendes Erbe für alle nachfolgenden Geschlechter. So begegnet uns diese Unruhe auch heute auf Schritt und Tritt. Sie bewegt uns, macht unser Leben aus und hat Anteil an unserer Kultur. Wir suchen sie, lassen uns von ihr antreiben, glücklich machen, leiden an ihr. Die verlassene Ruhe, den Stillstand, würden wir wohl kaum noch aushalten können. Selbst rekreative Pausen füllen wir mit Geschäftigkeit und Abwechslungen, von denen wir positive Auswirkungen auf unser Dasein erhoffen. Stress und Burnout lassen grüßen.

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Kunstmuseum Moritzburg Halle: „Gustav Klimt“

Marie Henneberg
Bildnis „Marie Henneberg“ 1901/02, Öl auf Leinwand 140 x 140 cm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Punctum/Bertram Kober

Ausstellung vom 14. Oktober 2018 bis 6. Januar 2019

Klimt kommt nach Halle. Mit diesem flotten Werbespruch wurde die Klimt-Ausstellung anlässlich des 100. Todestages des Künstlers angekündigt. Klimt kam – wie zu erwarten war – nicht, aber einige seiner Werke fanden den Weg nach Halle und können hier knapp drei Monate lang bewundert werden. Und wie sie bewundert werden, zuweilen mit Schlange stehen, wie Katrin Greiner, die Pressesprecherin, mitteilt.

In den 50er Jahren, als ich anfing, mich für Kunst zu interessieren, hätte man nicht Schlange gestanden. Jugendstil war nicht gerade „in“, sondern wurde eher als kitschig abgelehnt. Doch die Zeiten ändern sich. Klimt steht heute hoch im Kurs und das wohl zu recht. Der Wert seiner Gemälde ist ins Unermessliche gestiegen, mit der Folge, dass diese nicht oder nur ungern ausgeliehen werden.

Da ist es fast ein Wunder, wenn das hallesche Kunstmuseum, welches – bei allem Respekt – nicht zu den größten und reichsten Kunsttempeln zählt, ein wunderschönes Gemälde des Jugendstilmeisters sein eigen nennen kann, das Bildnis der Marie Henneberg.

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