Hallesche Helden der Heilkunst

Cover Hallesche Helden der HeilkunstBedeutende Ärzte und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät

Edition Templerkapelle Band 3, hrsg. v. Achim Lipp u. Jürgen Lasch. Universitätsverlag Halle-Wittenberg 2013, 2. Aufl. 2015, ISBN 978-3-86977-062-8, Hardcover m. Schutzumschl., Großoktavformat, reich illustr., 231 S., € 20,60

Stabgereimt und in reinstem Deutsch – fällt dem Betrachter der Buchfront auf!

„Ein Held ist jemand, der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt oder eine ungewöhnliche, bewunderungswürdige Tat vollbringt.“ Soweit das Lexikon. Unter diesem Dach ist hier eine Gruppe von Menschen versammelt, auf die die obige Charakterisierung zuzutreffen scheint. Einer beachtlichen Schar von Männern und zwei Frauen wird die Ehre der Nachwelt zuteil, als anerkannte Heldinnen und Helden im Band 3 der Edition Templerkapelle Aufnahme gefunden zu haben. Es handelt sich bei dieser Publikation überwiegend um die Niederschrift der Vorträge eines wissenschaftlich-künstlerischen Symposiums vom 19. Juni 2010 in der Templerkapelle auf Gut Mücheln im Saalekreis, gehalten von akademischen Persönlichkeiten der Alma Mater Halensis. Die Lokalität war Jahrhunderte vorher gebaut worden als frühgotische Hallenkirche des Tempelritterordens. Nach dessen gewaltsamen Niedergang im Mittelalter verliert sich in der weiteren Geschichte die sakrale Nutzung der heute noch oder besser wieder ansehenswerten Architektur, um schließlich profaner landwirtschaftlicher Nutzung zu dienen. Ein solches Schicksal hatten über die Jahrhunderte viele Ordensimmobilien zu teilen, man denke in der Region z. B. nur an das Burchardikloster in Halberstadt, das Zisterzienserinnenkloster in Helfta oder das Benediktinerkloster Huysburg. Nach der Wende wurde diese Templerkapelle mit entsprechender Förderung und privater Initiative – mit Abstrichen – wieder hergestellt und zu einer würdigen Stätte von Kultur.

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Hallesche Helden der Heilkunst und andere Helden

Cover Hallesche Helden der Heilkunst und andere HeldenEdition Templerkapelle Band 4, hrsg. v. Achim Lipp u. Jürgen Lasch. Verlag Freunde Templerhof Gut Mücheln, Wettin-Löbejün 2015, ISBN 978-3-00-049152-8, Hardcover m. Schutzumschl., Großoktavformat, reich illustriert, 183 S., € 20,-

Ein weiterer Band der o. g. Edition greift das Thema verdienter Ärzte und Wissenschaftler an der Halleschen Universität auf. Der Vorgängerband war nach Aussage der Herausgeber ein voller Erfolg (2 Auflagen). Jetzt galt es nachzulegen.

Als Erstes wird die „...Hallesche Herz-Lungen-Maschine made in GDR by Schober and Struß...“ zum Thema. Es ist die Geschichte vom mit eisernem Willen, großer Begeisterung und Herzblut umgesetzten Traum eines Teams, man kann es auch Abenteuer nennen, vor dem Hintergrund einer beschränkten Wirtschaftsstruktur der realsozialistischen Gesellschaft. Die emotionale Bindung an Stadt und Universität mit Grenzgängen und kollegialer Solidarität von jenseits des Zaunes waren wohl ausschlaggebende Faktoren des Erfolgs. 1962 wurde in Halle mit dem Eigenbau der HLM eine zukunftsfähige Chirurgie am offenen Herzen gestartet. Die Maschine gibt es heute noch zu besichtigen. Ihr ist die Illustration des Buchdeckels und des Schutzumschlags gewidmet. An den Inaugurator Karl-Ludwig Schober (1912 - 1999), leitender Chirurg, Kunstförderer und Schriftsteller, erinnert eine Ehrenmedaille.
Einen großen Zeitensprung zurück folgt die seinerzeit viel verlangte „Essentia dulcis halensis“, ein Arcanum aus der Waisen-Apotheke bzw. den Franckeschen Anstalten. Sie wird zu einem „Renner“ auf dem Medikamentenmarkt des 17. Jahrhunderts, beforscht und vertrieben unter der Aegide von Christian Friedrich Richter (1676 - 1711), Franckes angestelltem Schularzt. Gold spielt dabei seine geheimnisvolle Rolle.

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Wir gratulieren im Mai

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

01. Mai Dr. med. Dagmar Köppen
Wernigerode
04. Mai Rudi Elbracht
Naumburg (Saale)
05. Mai Dr. med. Stefanie Gnensch
Magdeburg
06. Mai Dipl.-Med. Bettina Röder-Hezel
Hettstedt
10. Mai Dipl.-Med. Renate Wollenheit-Haase
Werben (Elbe)

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Magie des Augenblicks

Meisterwerke aus der Sammlung Arthur und Hedy
Hahnloser-Bühler im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Ich war begeistert, von einer Ausstellung französischer Postimpressionisten im Kunstmuseum Moritzburg zu hören. Gemälde von van Gogh, Cezanne, Matisse waren angekündigt; endlich einmal Bilder sehen, die ich bisher nur aus Kunstbüchern kannte. Doch die AusstelIungseröffnung enttäuschte mich etwas. Ich fand nicht die erwarteten weltberühmten Gemälde, auch die mir bekannten Künstler waren nur mit wenigen Werken vertreten. Die Mehrheit war mir unbekannt.

Doch dieser Zustand währte nicht lange. Offensichtlich hatte ich eine Bildungslücke. Es wurden wunderbare Gemälde gezeigt, sie nicht zu kennen war wohl mein Problem. Zur Entschuldigung: Thomas Bauer-Friedrich, Direktor des Kunstmuseums, hatte in seiner Einführung von der fehlenden Möglichkeit für uns Mitteldeutsche gesprochen, sich in der Vergangenheit mit dieser Epoche der französischen Kunst auseinanderzusetzen, Folge der katastrophalen Kulturpolitik der Nationalsozialisten und der anschließenden engstirnigen Kunstsicht nachfolgender Machthaber, die ihren Bürgern vorschrieben, welche Kunst die rechte sei.

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Quirkologie - Die wissenschaftliche Erforschung unseres Alltags

Richard Wiseman - QuirkologieRichard Wiseman (Aus dem Englischen von Sebastian Vogel)

Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2011 (2. Auflage), ISBN 978-3-596-17483-6,
Taschenbuch, 303 Seiten, 12 Abbildungen (schwarz/weiß), 8,95 €

Seltsame Aspekte unseres Alltagserlebens mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen – darum geht es dem Autor in diesem Buch, dessen Titel selbst seltsam klingt. Um Psychologie geht es, um individuelle und gesellschaftliche Verhaltensweisen scheinbar banalen Charakters, versehen mit einer schrulligen Überschrift, abgeleitet von quirk (engl. f. Macke, Schrulle, Marotte).

Richard Wiseman ist Professor für Public Understanding an der Universität der englischen Grafschaft Hertfordshire nahe London. Er ist ein prominenter Wissensvermittler und startete sein Erwerbsleben als Illusionist, Zauberkünstler also. Er hat das besondere Organisationstalent, Tausende auf der ganzen Welt zu Probanden seiner aufschlussreichen Experimente zu machen. Einige solcher Untersuchungsergebnisse bilden die Substanz seines Buches. Er tut das in den Kapiteln 1 – 6, einer Einleitung und einem Epilog, wortreich und mit publizistischem Geschick. Er spricht über die neue Wissenschaft der Chronopsychologie, über die Psychologie von Lüge und Täuschung, über die Psychologie der Grauzone, über die seltsame Wissenschaft der Entscheidungsfindung, über Untersuchungen zur Psychologie des Humors und über die Psychologie des Helfens und Verhinderns. Unter diesen Überschriften plaudert er munter drauflos. Die im Inhaltsverzeichnis bei den Kapiteln formulierten Hinweise tauchen im Text nicht mehr auf. Die im Text zu lesenden Zwischenüberschriften dagegen sind nicht Gegenstand des Inhaltsverzeichnisses. Man sollte schon hineinsehen, zumal es auch kein Sachregister oder Stichwortverzeichnis gibt. Ganz am Anfang lehrt er Lesende mit einem kleinen Fingerzeichentrick die ganz individuelle Form des Q-Tests. Längere Zitate oder literarische Passagen werden in kursivem Schriftsatz und Blockeinzug hervorgehoben. Das ist hilfreich, da man dann nicht Gefahr läuft, im Schwall des Geschriebenen Wesentliches zu verpassen.

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