Trotz alledem: ein erfülltes Leben – Unfrisierte Erinnerungen eines Mediziners aus der DDR

Cover: verlag am park
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Rüdiger Nilius

verlag am park, ISBN 978-3-947094-74-5, 618 Seiten, 16 x 23 cm, broschiert mit Fotos/Dokumenten, 25,- €

Prof. Nilius war Arzt, For­scher, Hochschullehrer und Mitte 50, als ihn seine Universität, an der er einst studiert und promoviert hatte, kalt entließ. Auf eigenen Wunsch zwar, aber letztlich doch politisch aussortiert wie viele seinesgleichen. Obgleich international anerkannt wegen sei­ner Untersuchungen von Lebererkrankungen, wünsch­te man ihn loszuwerden.

Auch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg brauchten sie Platz für Hochschullehrer und Wissenschaftler aus dem Westen. Er könne es auch nach dreißig Jahren nicht begreifen, dass selbst Kollegen, mit denen er gut und fair zusammengearbeitet hatte, sich zugleich zu Anklägern und Richtern aufschwangen und erniedrigten, Berufsbiographien zu zerstören. »Aus meiner geliebten Klinik konnte man mich zwar vertreiben, aber man konnte mich nicht brechen und meiner Selbstachtung berauben«, heißt es in seiner Autobiographie.

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Sex and Crime – Über Intimität, Moral und Strafe

Cover: Verlag
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Thomas Fischer

Droemer Verlag, München 2021, ISBN 978-3-426-27843-7, gebunden mit Schutzumschlag, Kleinoktavformat, 374 Seiten, 22,- €

Der Hauptbuchtitel im feuerfarbenen Coverdesign ist ein absoluter Hingucker. Oder sagt man im Nachklang von Sex and Crime besser eyecatcher? Der Autor nennt es Spannungsgaranten. Man wird das Buch aus der Auslage in die Hand nehmen und beim ersten Blättern etwas enttäuscht feststellen, dass es gar keine verdächtigte Sammlung von Sensationsgeschichten zu Sexualverbrechen oder dergleichen ist. Und trotzdem weckt es zunehmend das Interesse des Querlesers, der sehr bald erkennt: Das ist kein Buch der Moral sondern des Rechts.

Der Autor Thomas Fischer ist eine Institution in Sachen Strafrecht als ehemaliger Richter, Hochschullehrer, vielfacher Buchautor und Kolumnist. Seine Publikationsliste ist enorm und hält an. Das hier vorgelegte, neueste Buch widmet sich ganz den strafrechtlichen Belangen geschlechtlicher Beziehungen zwischen Menschen bzw. deren Grenzüberschreitungen und kriminellen Ausuferungen.

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Sie nannten es Arbeit - Eine andere Geschichte der Menschheit

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James Suzman

Verlag C. H. Beck München 2021, ISBN 978-3-406-76548-3, a. d. Englischen v. K. H. Siber, gebunden mit Schutzumschlag, Oktavformat, 398 Seiten, 19 Abbildungen, 26,95 €

„Warum muss die hässliche Kröte Arbeit auf meinem Leben hocken?“ James Suzman, der britische Sozialanthropologe mit südafrikanischer Vergangenheit, zitiert hier den englischen Dichter Philip Larkin. Was bedeutete Arbeit für unsere Vorfahren seit der Steinzeit, was für den modernen Menschen? Suzman hat einen wesentlichen Teil seiner wissenschaftlichen Aufmerksamkeit der Population von Jägern und Sammlern in der Wüste Kalahari Namibias gewidmet. Diese Jäger und Sammler lebten noch bis in das 20. Jahrhundert von dem, was ihnen die Natur als Lebensgrundlage anbot: die erjagten Tiere und die gesammelten Früchte bzw. Pflanzen. Das klingt nach Garten Eden der Genesis inkl. des Ruhetages. Die Reproduktionsfähigkeit der Umwelt wurde durch sie nicht überfordert. Die Menschen wurden satt und mussten nichts zurücklegen. Suzmann erinnert im Verlaufe seines umfangreichen Werkes immer wieder an diese Lebensform, die für die meisten von ihnen erst durch die Kolonialisierung der Quellen ihrer Existenz unbrauchbar wurde.

Arbeit sei wichtig für ein sinnerfülltes und stolzes Leben, sie präge unsere Persönlichkeit, ist der Autor überzeugt. Sind wir aber genetisch auf Arbeit angelegt? Oder träumte die Menschheit nicht schon immer vom Schlaraffenland durch Automatisierung der Arbeitsprozesse bis hin zur künstlichen Intelligenz. Allgemein definiert, handele es sich bei Arbeit um die zweckgerichtete Verausgabung von Energie für die Bewältigung einer Aufgabe oder die Erreichung eines Zieles.

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Leserbrief „Jahresrückblick Innere Medizin“

Leserbrief von Professor Frank P. Meyer zum „Jahresrückblick Innere Medizin am 09. Januar 2021“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 4/2021, S. 24ff

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

zusammenfassende Jahresrückblicke für bestimmte Fachgebiete, z. B. Innere Medizin in Heft 4 des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt, sind für Vertreter anderer Fachrichtungen immer wieder interessant und oft hilfreich. In dem einen oder anderen Fall können verkürzte Berichte jedoch auch desinformieren.
So wird die EMPEROR-Reduced Studie mit den Worten zitiert: „… konnte gezeigt werden, dass eine zusätzliche Therapie mit Empagliflozin den primären Endpunkt bestehend aus kardiovaskulärem Tod und Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz signifikant verringern kann.“
Wenn man diese Studie (Packer M et al.: NEJM 2020; 383: 1413-24) allerdings genau liest, wird man etwas enttäuscht. Durch Empagliflozin wird im Vergleich zu Placebo bei Herzinsuffizienz-Patienten mit Ejektionsraten ≤ 40 % nur die Hospitalisierung signifikant reduziert. Aber selbst dieser Benefit betrifft vor allem Patienten mit NYHA II und LVEF ≤ 30 %. Kardiovaskuläre Todesfälle werden dage­gen überhaupt nicht reduziert!
In Anbetracht der Tatsache, dass unter SGLT-2 Hemmern, insbesondere unter Empagliflozin, vermehrt genitale Infektionen/Mykosen besonders bei Frauen auftraten (EMPA-REG-OUTCOME Studie 2015), sollte eine Add-on-Therapie mit Empagliflozin m. E. sehr zurückhaltend erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Frank P. Meyer
Wanzleben-Börde

Auf der Suche nach Neurochirurginnen

Aufruf an alle Neurochirurginnen und Neurochirurgen
(aktive und inaktive, Fachärztinnen und Assistenzärztinnen in Weiterbildung)

Als Arbeitsgruppe „Frauen in der Neurochirurgie“ der Ständigen Kommission „Geschichte“ der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) versuchen wir, uns ein möglichst genaues Bild von der Anzahl der Neurochirurginnen in Deutschland und der Entwicklung ihres Anteils an der Gesamtzahl der NeurochirurgInnen zu machen. Nicht alle sind Mitglieder der Fachgesellschaft oder des Berufsverbandes, sodass wir durch unsere bisherigen Recherchen viele nicht erfassen konnten. Wir sind interessiert an den Lebenswegen der Neurochirurginnen – ob noch aktiv oder nicht – und möchten die besonderen Hindernisse, die Frauen auf dem Weg in dieses Fach überwinden mussten/müssen, sichtbar machen – genauso aber auch Erfolge darstellen. Wir suchen vor allem Namen, Daten und Orte der Berufstätigkeit und möglichst auch sonstige biografische Angaben. Dies gilt auch für verstorbene Neurochirurginnen, an die sich vielleicht noch jemand erinnert. Die Beachtung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutzprinzipien wird selbstverständlich garantiert! Wir freuen uns über jede Rückmeldung! E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit Dank im Voraus,
Dr. med. Ulrike Eisenberg
Stellv. Vorsitzende der Ständigen Kommission
Geschichte der DGNC
Warthestraße 70, 12051 Berlin