Leserbrief „Jahresrückblick Innere Medizin“

Leserbrief von Professor Frank P. Meyer zum „Jahresrückblick Innere Medizin am 09. Januar 2021“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 4/2021, S. 24ff

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

zusammenfassende Jahresrückblicke für bestimmte Fachgebiete, z. B. Innere Medizin in Heft 4 des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt, sind für Vertreter anderer Fachrichtungen immer wieder interessant und oft hilfreich. In dem einen oder anderen Fall können verkürzte Berichte jedoch auch desinformieren.
So wird die EMPEROR-Reduced Studie mit den Worten zitiert: „… konnte gezeigt werden, dass eine zusätzliche Therapie mit Empagliflozin den primären Endpunkt bestehend aus kardiovaskulärem Tod und Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz signifikant verringern kann.“
Wenn man diese Studie (Packer M et al.: NEJM 2020; 383: 1413-24) allerdings genau liest, wird man etwas enttäuscht. Durch Empagliflozin wird im Vergleich zu Placebo bei Herzinsuffizienz-Patienten mit Ejektionsraten ≤ 40 % nur die Hospitalisierung signifikant reduziert. Aber selbst dieser Benefit betrifft vor allem Patienten mit NYHA II und LVEF ≤ 30 %. Kardiovaskuläre Todesfälle werden dage­gen überhaupt nicht reduziert!
In Anbetracht der Tatsache, dass unter SGLT-2 Hemmern, insbesondere unter Empagliflozin, vermehrt genitale Infektionen/Mykosen besonders bei Frauen auftraten (EMPA-REG-OUTCOME Studie 2015), sollte eine Add-on-Therapie mit Empagliflozin m. E. sehr zurückhaltend erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Frank P. Meyer
Wanzleben-Börde

Auf der Suche nach Neurochirurginnen

Aufruf an alle Neurochirurginnen und Neurochirurgen
(aktive und inaktive, Fachärztinnen und Assistenzärztinnen in Weiterbildung)

Als Arbeitsgruppe „Frauen in der Neurochirurgie“ der Ständigen Kommission „Geschichte“ der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) versuchen wir, uns ein möglichst genaues Bild von der Anzahl der Neurochirurginnen in Deutschland und der Entwicklung ihres Anteils an der Gesamtzahl der NeurochirurgInnen zu machen. Nicht alle sind Mitglieder der Fachgesellschaft oder des Berufsverbandes, sodass wir durch unsere bisherigen Recherchen viele nicht erfassen konnten. Wir sind interessiert an den Lebenswegen der Neurochirurginnen – ob noch aktiv oder nicht – und möchten die besonderen Hindernisse, die Frauen auf dem Weg in dieses Fach überwinden mussten/müssen, sichtbar machen – genauso aber auch Erfolge darstellen. Wir suchen vor allem Namen, Daten und Orte der Berufstätigkeit und möglichst auch sonstige biografische Angaben. Dies gilt auch für verstorbene Neurochirurginnen, an die sich vielleicht noch jemand erinnert. Die Beachtung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutzprinzipien wird selbstverständlich garantiert! Wir freuen uns über jede Rückmeldung! E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit Dank im Voraus,
Dr. med. Ulrike Eisenberg
Stellv. Vorsitzende der Ständigen Kommission
Geschichte der DGNC
Warthestraße 70, 12051 Berlin

Streifzüge durch die Nacht - Wie ich unsere Heimat neu entdeckte

Piper Verlag/Malik, ISBN 978-3-89029-530-5, gebunden mit Schutzumschlag,  Oktavformat, 265 Seiten, 31 farbige Abbildungen, 20,- €

Dirk Liesemer

Piper Verlag/Malik, ISBN 978-3-89029-530-5, gebunden mit Schutzumschlag, Oktavformat, 265 Seiten, 31 farbige Abbildungen, 20,- €

„Streifzüge“ – ein mit Suchen, Finden und Erleben verbundenes, schönes Wort aus dem Schatz der deutschen Sprache, in Kombination mit dem der „Nacht“ Abenteuer verheißend. Dirk Liesemer, freischaffender Autor mit journalistischer Berufshistorie, wollte es wissen. Wie bietet sich seine Heimat (einschließlich einiger ausgesuchter Nachbarn) nachts dem neugierigen Besucher dar, draußen zwischen den hell erleuchteten Metropolen, im platten Land, in Großstädten und im Gebirge, im Wald, in der Ebbe des Wattenmeers und anderen Landschaften.

Innerhalb einer Zeitspanne von neun Monaten unternimmt er Märsche durch die Nacht, allein oder mit kundigen Begleitern, die ihm Führung und Auskunft, Anregung und Wahrnehmung bedeuten. An den Beginn einer jeden begangenen Jahreszeit stellt er eine tabellarische Übersicht zu Koordinaten ihrer Nächte vor in der Folge Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Sie sagen etwas aus über deren zeitliche Begrenzung, Auf- und Untergänge der Sonne, über Sternbilder und Sternschnuppen.

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Leserbrief von Prof. Frank P. Meyer zum Interview „Die Corona-Impfung ist da – Wie sicher und wirksam sind die Impfstoffe gegen das Corona-Virus?“

im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 1-2/2021, S. 32f

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

der schöne Beitrag „Die Corona-Impfung ist da“ (Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 2021; 32: 32-33) bedarf m. E. aus klinisch-pharmakologischer Sicht einer kleinen Ergänzung. Herr Professor Kaasch schreibt in Bezug auf den Impfstoff BNT162b2 von BioNTech/Pfizer, dass in der Studie eine Altersspanne „zwischen 12 und 91 Jahren untersucht“ wurde. Das klingt im ersten Moment recht gut. Wenn man sich die zulassungsrelevante Publikation (Polack et al.: NEJM December 10, 2020) genauer ansieht, zeigt sich, dass der Altersmedian 52 Jahre betrug und die Auswertung nur zwei Alterskohorten erfasste: 16 bis 55 Jahre und über 55 Jahre. Wenn man dann noch ein wenig recherchiert, resultiert, dass nur 4 % der Studienteilnehmer älter als 75 Jahre waren. Daraus kann man schließen, dass der Anteil der Hochbetagten (über 80 Jahre) nur etwa 1 % betrug – also etwa 370 Probanden aufgeteilt auf Verum oder Placebo.

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Universitäre Herz- und Thoraxchirurgie in Halle - Pionierzeit und Wandel

Heinz Neef: Universitäre Herz- und Thoraxchirurgie in Halle – Pionierzeit und Wandel
Cover: Verlag

Heinz Neef

Mironde-Verlag, 2020 , 193 Seiten, ISBN 978-3-96063-33-3

Der Verfasser (geb. 1933) – letzter Professor und Leiter der Sektion Thoraxchirurgie an der Universitätsklinik Halle bis 1998 – fasst in dieser gut ausgestatteten und reich bebilderten großformatigen Publikation die Erlebnisse und Erfahrungen seines jahrzehntelangen (1958–1998) Chirurgenlebens zusammen und schreibt im Vorwort: „Diese Rückschau geschieht nicht nur zum Zweck, den allgemeinen medizinischen Fortschritt und den eigenen Fortschritt zu messen, sondern auch einfach aus dem Bedürfnis heraus, Pionierarbeit unserer Generation ins Gedächtnis zu rufen und zu bewahren“. Im 1. Hauptteil werden u. a. die Erinnerungen an die alte Chirurgische Universitätsklinik und das Klinikum Kröllwitz, universitäre Thoraxchirurgie in Halle (seit 1951), Entwicklung der Pulmologie und Thoraxchirurgie in Halle, das Wirken von Professor K.-L. Schober, die Funktionsdiagnostik der Speiseröhre, die wissenschaftlichen Arbeiten aus der halleschen Thoraxchirurgie, Hallesche Thoraxkolloquien, die Zusammenarbeit mit den chirurgischen Universitätskliniken in Szeged, Olomouc, Wroclaw und Poznan, die Trilateralen Symposien 1979–2006 dargestellt.

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