Wir gratulieren im April

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

01. April Dr. med. Christine Ochs
Halle (Saale)
05. April Dipl.-Med. Angelika Rietenbach
Glindenberg
06. April Dr. med. Gabriele Richter
Elbingerode (Harz)
06. April Dipl.-Med. Beate Gauch
Aschersleben
06. April Dipl.-Med. Dietlind Kröber
Halle (Saale)

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In Memoriam zum 100. Geburtstag von Dr. Gerhard Heede (1916 – 1994)

Abb. 1: Dr. Gerhard Heede mit seiner Frau Agathe (geb. Ruffing, 1919-1993), April 1988 (mit freundlicher Genehmigung von Familie Honigmann)
Abb. 1: Dr. Gerhard Heede mit seiner Frau Agathe (geb. Ruffing, 1919-1993), April 1988 (mit freundlicher Genehmigung von Familie Honigmann)

Am 3. März 2016 wäre der weit über die Grenzen des Mansfelder Landes bekannte Praktische Arzt Dr. Gerhard Heede aus Hergisdorf bei Eisleben 100 Jahre alt geworden.

Heede wurde 1916 in Petrograd (heute St. Petersburg) geboren und kam mit seiner Familie nach Eisleben, wo er das Abitur ablegte. Ein Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle sollte 1938 folgen. Die Wahl zwischen Medizin und Chemie/Physik fiel ihm nicht leicht. Er entschied sich zunächst gegen die Medizin. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde das Studium jedoch unterbrochen und Gerhard Heede wurde eingezogen. Den Krieg überlebte er glücklicherweise mit einer Schussverletzung an der Hand.

Nach dem Krieg entschloss er sich Humanmedizin zu studieren und schrieb sich hierzu im Wintersemester 1946 in Göttingen ein. Naturwissenschaftlich interessiert war er dort nebenher Gasthörer u. a. bei Otto Hahn, Max Planck, Max v. Laue und Carl Friedrich von Weizsäcker.

Noch vor dem Ende seines Studiums schloss er in der Pharmakologie seine Promotion im Jahr 1951 ab. Das Thema lautete: „Analyse der Beeinflussung der Hautsinnesorgane durch Antihistaminika und Lokalanästhetika“.

Ein Angebot vom Internisten und Radiologen Professor Gerhard Heidelmann, in die Angiologie der Universität Halle zu wechseln, lehnte Heede 1953 ab. Ebenso die damit verbundene universitäre Laufbahn, wie er mir später mehrfach in Gesprächen mitteilte. Stattdessen übernahm er 1955 die Praxis seines Schwiegervaters Dr. Albert Ruffing, eines im Mansfelder Land sehr geachteten Praktischen Arztes, der seit 1908 in Hergisdorf praktizierte.

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200 Jahre Stethoskop – eine Betrachtung über das Lernen und Verlernen.

Foto: Repro aus „Diego Rivera, Sus Frescos, Mexico, D. F. 1946“
Foto: Repro aus „Diego Rivera, Sus Frescos, Mexico, D. F. 1946“

Der aus der Bretagne stammende Arzt Theophile Hyacinthe Laënnec (12.02.1781 – 13.08.1826) berichtete 1816: „... wurde ich wegen einer jungen Person zu Rathe gezogen*, bei der sich allgemeine Symptome einer Herzkrankheit zeigten, und bei welcher das Auflegen der Hand und die Perkussion wegen der Körperfülle wenig Erfolg hatten. Da mir das Alter und das Geschlecht die in Rede stehende Untersuchungsweise (Auflegen des Ohres auf den Körper des Kranken, D. S.) verboten, so fiel mir eine sehr bekannte akustische Erscheinung ein, wenn man nämlich das Ohr an das Ende eines Balkens legte, so hört man deutlich einen am anderen Ende angebrachten Nagelschlag**: Es schien mir, dass man vielleicht in diesem Falle von dieser Eigenschaft des Körpers Nutzen ziehen könnte. Ich nahm einen Bogen Papier, rollte ihn fest zusammen, setzte das eine Ende auf die Präkordialgegend, legte das Ohr an das andere, und hört zu meinem Erstaunen und zu meiner Freude die Herzschläge weit reiner und deutlicher, als ich sie jemals beim unmittelbaren Auflegen vernommen hatte …“ (Zitat nach Übersetzung von Fr. Ludw. Meissner, Leipzig 1839, S. 5/6). Nach dieser Erfahrung beschäftigte sich Laënnec systematisch mit der von ihm als „mittelbare“ Auskultation benannten Methode.

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Auswahl und Zusammenstellung Frank Schumann - Luther to go

Cover Luther to goEin trefflich Wort von Martin Luther

Verlag Neues Leben Berlin 2016, ISBN 978-3-355-01841-8,
Broschur im Sedezformat, 93 Seiten, € 7,-

„Tritt frisch auf! Tu's Maul auf! Hör bald auf!“ oder „Bier ist Menschenwerk, Wein aber ist von Gott“. Ja, so stellt man sich den großen Reformator Martin Luther außerhalb der Theologie vor, nach der Lektüre dieses schlicht aufgemachten Taschenbüchleins im Postkartenformat.
Der Verlag bietet hier ein Sammelsurium von Sprüchen, Textpassagen und Thesen dieses unseres vormaligen Landsmannes. Die inhaltliche Struktur ist in Kapitelüberschriften sortiert, sämtlich eingeleitet mit der Wortfolge Warum man..., und zwar: ...einen Arsch in der Hose haben soll; ...tolerant sein soll; ......das Leben genießen soll; ...nicht der Werbung folgen soll; ...Sex haben soll; ...kritisch und selbstkritisch sein soll; ...deutsch reden soll; ...nicht Päpsten und Prälaten folgen soll; ...der elenden deutschen Nation helfen soll; ...wahre Reue und Zerknirschung suchen soll. Unter letzterem Titel finden sich die 95 Thesen, deren erste von der Buße und die letzte von der Trübsal spricht, in lesbarer und annähernd verstehbarer Form. Ansonsten kann man trotz vorangestellten Inhaltsverzeichnisses nichts Konkretes suchen, wohl aber viel Ersprießliches finden. An die dem Frühhochdeutschen ähnelnde Kunstsprache gewöhnt man sich bald – sie schafft Atmosphäre. Die Lutherforschung wird monieren, dass nicht jeder der hier zitierten populären Sprüche, der dem Wittenberger aus dem Mansfeldischen zugeschrieben wird, auch von ihm stammt. Darunter fällt z. B. das Pflanzen eines Apfelbäumchens kurz vor Weltuntergang oder dass ein Narr bleibe sein Leben lang, der nicht liebt Wein, Weib und Gesang. Den wahren Luther stellt diese Sammlung sowieso nicht vollständig dar. Litt er doch in seinem Leben, trotz aller Vitalität, an schweren und schmerzhaften Krankheiten und Zuständen, so dass er im vergleichsweisen Alter eines heutigen Frührentners feststellte: Ich habe genug gelebt. Das steht aber nicht drin.

Die Aufmachung des Buches ist schlicht und trotzdem ansehnlich mit seinen wechselnden Schriftschnitten und den trennenden schwarzen Seiten. Quellenangaben sucht man vergebens. Sie wären bei der Lektüre wahrscheinlich nur hinderlich, so wie das Buch selbst wohl kaum eine ernst zu nehmende Quelle für die wissenschaftliche Arbeit sein dürfte. Das Büchlein eignet sich trotzdem als anregender Begleiter für unverhoffte oder absehbare Wartezeiten im Nah- und Fernverkehr oder bei ähnlichen Gelegenheiten.

F. T. A. Erle, Magdeburg

Hans-Dietrich Genscher - Meine Sicht der Dinge

Cover Meine Sicht der DingeIm Gespräch mit Hans-Dieter Heumann

Propyäen Verlag Berlin 2015, ISBN 978-3-549-07464-0,
gebunden im Oktavformat mit Schutzumschlag, 30 s/w-Fotos, 189 Seiten, € 22,-

Die politisch Interessierten der Generation Ü 40 dürften bei Wahrnehmung des Namens Hans-Dietrich Genscher sofort das Konterfei dieses populären Zeitgenossen „auf dem Schirm“ haben, Ostdeutsche mehr und Hallenser am meisten. Seine frohe Botschaft vom Balkon in Prag am 30. September 1989, die mehrmals lautstark und anhaltend von den Adressaten unterbrochen wurde, ist unvergessen. Dass er vor der Hauptaussage zu sagen versuchte: „Sie werden mir erlauben, dass ich den unter ihnen befindlichen Hallensern einen besonderen Gruß...“, ging schon in der freudigen Reaktion darauf unter. Erst recht dann: „Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise...“ Wie der Satz geendet haben mag, gibt die Tonaufzeichnung nicht wieder. Es war nach eigener Bekundung einer der emotionalsten Momente im Leben dieses gestandenen Politikers, geblendet vom Scheinwerferlicht der Kameras und mit einem im Rhythmus gestörten Puls, kurz nach einem Herzinfarkt.

Dieses Buch nun, aus dem Munde des Titelhelden und der Feder seines Biographen, des Diplomaten Hans-Dieter Heumann, ist keine Biographie. Eine solche war von diesem bereits 2011 herausgegeben worden. Die vorliegende Schrift widmet sich ganz der Strategie und Taktik Genschers als Innen- resp. Außenminister und Vizekanzler der Bundesregierung und Parteivorsitzender der Freien Demokraten im Zeitraum zwischen 1974 und 1992. Sie ist gegliedert in die drei Teile: I. Die Welt im Umbruch, II. Der Weg zur deutschen Einheit und III. Vermächtnisse. Die einzelnen thematischen Komplexe und Artikel folgen letztlich den darüber stehenden ausformulierten und mehr oder weniger umfassenden Fragen des Gesprächsführers, fiktiv oder nicht sei dahingestellt. Genscher jedenfalls dienen sie offensichtlich als methodisches Mittel der Inhaltsführung. Losgelöst von diplomatischen Zwängen kann er seiner subjektiven Sicht von heute auf die Personen und Verhandlungen von damals freien Lauf lassen und sie mit den aktuellen Entwicklungen vergleichen.

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