Logo des Anhaltisches Theater DessauMit Tausenden von Besuchern ist das Anhaltische Theater Dessau am 7. September in seine 219. Spielzeit gestartet. Beim traditionellen Eröffnungskonzert auf dem Theatervorplatz präsentierten sich Anhaltische Philharmonie, Musiktheater, Ballett und Schauspiel mit Ausschnitten aus dem Repertoire und Ausblicken auf die Premieren der Saison, die unter dem Motto „Was wir lieben“ steht.

Breiten Raum in der Moderation von Generalintendant André Bücker nahm der Protest gegen die Sparpläne der Landesregierung Sachsen-Anhalt ein. „Es muss Schluss sein mit dem Kahlschlag bei Kultur, Bildung und Wissenschaft, der die Zukunft dieses Landes bedroht“, sagte er mit Blick auf die angekündigte Streichung von 3 Mio. EURO ab 2014. „Es muss Schluss sein mit einer geistlosen und geschichtsvergessenen Politik, die es Menschen unmöglich macht, hier zu bleiben oder hierher zu kommen. Einer Politik, die so demographischen Wandel produziert und befördert, den zu bekämpfen sie vorgibt! Es muss Schluss sein mit dem zynischen und inhaltsleeren Wortgeklingel von „Strukturanpassungen“, das nur vernebeln soll, dass es hier um den Abbau von Arbeitsplätzen geht.“ Bückers Appell an das Land fand viel Beifall, während die Abwesenheit der Regierung beim Konzert mit Buh-Rufen und Pfiffen kommentiert wurde.
Zur Haltung der Stadt Dessau-Roßlau sagt der Generalintendant: „Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht. Nicht nur, dass sie Anfang des Jahres das Überleben des Theaters durch die Aufstockung des Etats gesichert hat, sie hat auch ein unabhängiges Gutachten in Auftrag gegeben, das belegt, dass diese Einsparvorhaben nicht mal eben durch Streichung der Sparten Ballett und Schauspiel zu erbringen wäre, sondern auch die Anhaltische Philharmonie und das Musiktheater nicht haltbar wären! Das Kultusministerium nimmt diese Zahlen eines renommierten, international agierenden Gutachters nicht zur Kenntnis und beharrt weiterhin auf seiner Position ohne Alternative.“ An den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt richtete er die Forderung: „Gebieten Sie dem Kultusminister Einhalt. Setzen Sie sich ein für Kultur, Wissenschaft und Bildung. Das Anhaltische Theater ist seiner Tradition nach ein Staatstheater. Und damit sind Sie auf diesem Tanker der Kapitän. Also ändern Sie den Kurs!“
Im Konzert erklangen u.a. Ausschnitte aus den Opern „Norma“, „Tosca“ und „Lady Macbeth von Mzensk“ sowie der Operette „Die Zirkusprinzessin“ und dem Musical „Casanova“, die in der Spielzeit 2013/14 zur Premiere kommen werden. Das Ballett zeigte Ausschnitte aus seiner Erfolgsinszenierung „Amadeus“, das Schauspielensemble sang gemeinsam mit seinen Kollegen der ebenfalls von Kürzungen bedrohten Landesbühne Eisleben einen Song aus der „Beggar‘s Opera“. Damit beglaubigten die Künstler auf eindrucksvolle Weise die Worte von André Bücker:
„Das Theater ist nicht der Bau, nicht die Hülle, es sind die MENSCHEN, die es machen, die hier leben und gestaltend teilhaben am Gemeinwesen, das sich Stadt nennt.“

| Pi Anhaltisches Theater Dessau

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