Prof. Wilhelm TeichmannHerrn Professor Dr. Wilhelm Teichmann die besten Glückwünsche zum 80. Geburtstag!

Herr Professor Dr. Friedrich Wilhelm Teichmann, ehemaliger Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III der Universität Halle, vollendet am 24. November 2013 sein 80. Lebensjahr. Herr Professor Teichmann ist einer der prominentesten Vertreter seines „Herzensfachs“, der Kardiologie, aus den neuen Bundesländern und emeritierte am 31.03.1999.

Er hat in Halle über viele Jahrzehnte mit Freuden gelehrt und gewirkt und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der Kardiologie im Universitätsbereich. Unter sehr schwierigen äußeren Bedingungen verstand er es, eine moderne Medizin aufzubauen, anzuwenden und zu lehren. Dabei zeigte er stets ein hohes Maß an Patienten- und Studierendenorientierung.

Noch heute wird Professor Teichmann häufig von ehemaligen Patienten und Studenten auf der Straße angesprochen, was zeigt, mit wie viel Hingabe, Begeisterungsfähigkeit, Verlässlichkeit und Geradlinigkeit er über die Jahre seinen Dienst versah. Jeder der Professor Teichmann kennt, weiß, dass er sich stets selbst treu geblieben ist!

Eigentlich wollte Wilhelm Teichmann ursprünglich praktischer Arzt in den Thüringer Landen werden, jedoch verbrachte er schließlich 39 von 41 ärztlichen Arbeitsjahren in Halle, auch seiner Frau zuliebe, die als Philologin in Halle eine Arbeitsstelle angenommen hatte. Im Gespräch mit Professor Teichmann kommt seine große Dankbarkeit dafür zum Ausdruck, dass er die rasante Entwicklung des Faches aus universitärer Sicht erleben, begleiten und auch formen konnte, so dass er schließlich als herausragender akademischer Vertreter des Fachs zum Universitätsprofessor berufen wurde.
Herrn Professor Teichmanns wesentliches Anliegen war es stets, den ihm anvertrauten Patientinnen und Patienten die aus der Literatur ersichtlichen segensreichen Fortschritt der Kardiologie verfügbar zu machen, wofür er ein sehr hohes Maß an Initiative, Improvisation und größten persönlichen Einsatz aufbringen musste. Professor Teichmann betont in diesem Zusammenhang stets die Bedeutung der kollegialen Hilfe, die er bei dieser Aufbauarbeit erfahren durfte. Auf diese Weise entstanden in den 60er Jahren die ersten koronaren Wachstationen. Mit technischem Geschick und „lateralem Denken“ gelang ihm und seinen Mitarbeitern, erste Überwachungsmonitore und externe Schrittmachergeräte zu konstruieren. Auch Herzkatheter wurden mühevoll und zeitaufwendig selbst produziert! Ein in Handarbeit gefertigter Angiographie-Filmprojektor wurde noch bis zur Wende genutzt. Für neue therapeutische Möglichkeiten wurden neue Strukturen geschaffen wie die prähospitale Versorgung der kardiologischen Notfälle, die ersten Schrittmacher- und Quickwert-Ambulanzen.

Bei all der mühevollen und zeitaufwendigen Arbeit war ihm sein Beruf als Arzt und Universitätsprofessor Berufung und Freude gleichermaßen. Rückhalt fand Professor Teichmann bei seiner Familie, seiner Frau, mit der er bereits die goldene Hochzeit feiern konnte, seinen beiden Kindern, die ihren Eltern große Freude machen und machten, sowie nunmehr fünf Enkelkindern.

Nach seiner Emeritierung und damit „Entpflichtung“ konnte Professor Teichmann viele der Tätigkeiten nachholen und Interessen nachgehen, zu denen er während seiner aktiven Berufsjahre nicht die Zeit haben konnte. Dazu gehört neben Lesen und Reisen auch die Teilnahme als Gasthörer an Vorlesungen verschiedenster geisteswissenschaftlicher Fachgebiete.

Herrn Professor Teichmann gelten unsere herzlichsten  Glückwünsche – ad multos annos!

Prof. Dr. Karl Werdan