Malerei und Zeichnung 1971-2013
1. Juli – 21. September 2014 | Eröffnung: 29. 6., 15.00 Uhr,
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg

"Die Wirklichkeit ist immer neu" sagt Max Uhlig, der heute unbestritten zu den wichtigen deutschen Malern der Gegenwart gehört. Viele Sammlungen in Deutschland und weltweit, von Paris bis Basel, London und New York bewahren seine Werke. Sein künstlerischer Eigensinn und besonderer Stil waren die Garantie für Qualität in politisch wie kulturell verschiedenen Gesellschaften. Immer ist Max Uhlig sich dabei selbst treu geblieben.

Neben seinem gut aufbereiteten druckgrafischen Werk, das 2012 in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentiert wurde, ist es vor allem sein umfangreiches malerisches Werk, das im Zentrum der Magdeburger Ausstellung stehen wird.
Kann man sagen, die Bilder von Max Uhlig schildern nur einen Moment, oder zeigen sie das, was bleibt? Unzweifelhaft ist der Prozess des Sehens für Max Uhlig Ausgangspunkt seiner Bilder. Das lange Beobachten und Schauen geht dem Malprozess voraus. „Für mich wird eine Sache interessant, wenn sie durch langes Anschauen fremd wird“. (Max Uhlig) Dieses Anschauen hat Max Uhlig sein Leben lang betrieben und entstanden ist seit Ende der sechziger Jahre ein Werk „von bewundernswerter Dichte und Eigenart.“ (Werner Schmidt, 1994).

Neben Portraits sind es vor allem Landschaften, die Max Uhlig immer von Neuem faszinieren. Seine Bilder sind präzise Konstrukte einer Wahrnehmung, der das Flüchtige und Vergehende ebenso vertraut ist, wie das Innehalten und Aushalten. Selten zeigen sich die Handlungen am Bild, sein in die Methode des Malvorgangs übergehendes Sehen und die daraus hervorgehende Bildstruktur auf eine Weise identisch, wie im Werk dieses Malers. Die Striche und Tupfen seiner Malerei vernachlässigen die Oberfläche, sie dringen tiefer ein, sie wecken den Eindruck entkörperlichter Spuren von wesenhafter Erscheinung. Im Mittelpunkt des Interesses dieses Künstlers stehen Mitteilungen über die Natur des Künstlerischen in der immer neu gestellten Frage nach dem Vorgang des sich Vertiefens und Erinnerns an einst gesehene Bilder, die zum Abruf bereit stehen.
Die Magdeburger Ausstellung richtet den Fokus zum ersten Mal auf das über 45 Jahre hinweg entstandene zeichnerische und malerische Gesamtwerk des Künstlers. Neben den großformatigen Landschaftsgemälden der neunziger Jahre aus Frankreich werden kleine Landschaften der siebziger Jahre ebenso zu sehen sein, wie die markanten Portraitköpfe. Wundervolle farbige Aquarelle der mecklenburgischen Landschaft, der Blick aus dem Atelierfenster oder fast nie gezeigte Straßenszenen der achtziger Jahre und große schwarz-weiße Tuschzeichnungen, wie sie für die Entwürfe der Chorfenster der Johanniskirche in Magdeburg Verwendung finden, an denen Max Uhlig im Moment arbeitet.

Eine umfangreiche Monographie, die im Hirmer-Verlag erscheint, begleitet die Ausstellung.

l Pi und Fotos: Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen

Max Uhlig

geb. 1937 in Dresden / 1951–1954 Lehre als grafischer Zeichner / 1955-1957 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Hans-Theo Richter und Max Schwimmer / 1961-1963 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste, Berlin, bei Hans-Theo Richter / 1987 Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste (DDR) / 1989 Gastdozent der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg / 1995–2002 Professur für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden / 1995 Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste / Januar 1996 Vernichtung eines Großteils des Werkes im Atelier im Künstlerhaus Loschwitz / zahlreiche Kunstpreise und Ehrungen