Chefarzt Dipl.-Med. Uwe RäbigerIn Memoriam

(† 28.02.2015)

Am 28.2.2015 verstarb plötzlich und viel zu früh im Alter von 57 Jahren unser langjähriger Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Carl-von-Basedow-Klinikums Saalekreis am Standort Querfurt, Herr Dipl.-Med. Uwe Räbiger.

Nach seinem Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeitete er in verschiedenen Abteilungen des KKH Querfurt. Als junger Facharzt für Neurologie und Psychiatrie betreute er psychisch kranke und geistig behinderte Kinder und Jugendliche. Bereits mit 29 Jahren wurde er zum Oberarzt ernannt. Seither setzte er sich mit hohem persönlichen Engagement für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der ihm anvertrauten Patienten als auch seiner Mitarbeiter ein, etablierte progressive Behandlungsansätze in der Psychiatrie, wie z. B. eine Ergo- und Physiotherapie und förderte die sozialpsychiatrischen Behandlungsangebote für geistig behinderte und psychisch kranke Langzeitpatienten.

1989 wurde ihm die kommissarische Leitung des Krankenhauses Vitzenburg übertragen, wo er 1990 im Alter von 33 Jahren zum Chefarzt berufen wurde.
Mit der Teilung von Heim- und Krankenhausbereich legte er den Grundstein für die erste stationäre Versorgung psychisch kranker Erwachsener im südlichen Sachsen-Anhalt mit 20 Behandlungsplätzen.
Seinem Weitblick und vorausschauenden Denken ist es zu verdanken, dass auch die schwerst psychisch Kranken wohnortnah fachspezifisch behandelt werden konnten.

Herr Chefarzt Dipl.-Med. Räbiger war immer offen für neue Versorgungsangebote und entwickelte kontinuierlich die Klinik konzeptionell weiter. So schuf er 1998 eine kleine und zunächst stationsintegrierte Tagesklinik. Unermüdlich setzte er sich mit viel Engagement und Herzblut für die Erweiterung der Therapieangebote ein, sodass 1999 eine Psychotherapiestation im gleichen Haus mit 15 Plätzen eröffnet wurde.

Sein größtes Projekt, bei welchem er federführend war in Planung, Konzeption und Baubegleitung, war der Neubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am jetzigen Standort, welche 2002 mit nun 95 stationären Behandlungsplätzen eröffnet wurde. Er konzipierte die Stationen nach störungsspezifischen Behandlungsansätzen, setzte sich für die Fachschwesternausbildung in unserem Haus ein und vermittelte in Vorlesungen und Praktika psychiatrisch-psychotherapeutisches Fachwissen.

Neben seiner mehr als 35-jährigen Tätigkeit als Klinikarzt führte er viele Jahre ambulante neurologische und psychiatrische Sprechstunden durch. Eine Vielzahl von Patienten begleitete er dabei über 30 Jahre vertrauensvoll. Zudem pflegte er engen Kontakt zu den sozialpsychiatrischen Diensten, war Mitbegründer der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft des Landkreises und unterstützte den Aufbau der Veranstaltungsreihe „Psychiatrischer Trialog im Saalekreis“.

Der Erfolg der Klinik und das Wohl der Patienten und Mitarbeiter lagen ihm stets am Herzen.

Seine Begeisterung für das Fachgebiet Psychiatrie und Neurologie übertrug er auf seine Mitarbeiter. Wir haben von ihm auch verstehen gelernt, dass enge Heimatverbundenheit und Bodenständigkeit eine große Bedeutung in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen haben. Bei all seiner beruflichen und zuletzt auch gesundheitlichen Belastung hat er seine natürliche, warmherzige, zutiefst humanistische und humorvolle Art nicht verloren.

Wir trauern um unseren Chefarzt und wollen sein Andenken in Ehren halten. Seiner Familie gehört unser ganzes Mitgefühl und unsere herzliche Anteilnahme.

Stellvertretend für viele seiner ehemaligen Mitarbeiter/innen sowie Kollegen/innen

Dipl.-Med. Carmen Ernst
Dipl.-Med. Barbara Zetler
Dipl.-Med. Susann Heinrich