Leserbrief von Prof. Dr. Frank P. Meyer zum Artikel „Bundeseinheitlicher Medikationsplan nach § 31a SGB V“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 7-8/2016, S. 47

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

in den „Aktuellen Themen“ haben Sie dankenswerter Weise einen Text der Bundesärztekammer zum „Bundeseinheitlichen Medikationsplan“ aufgenommen, der an alle Beteiligten hohe Anforderungen stellen wird – so er denn Patienten freundlich und Patienten sicher gestaltet werden sollte.

Wie so oft, steckt auch hier der Teufel im Detail und zwar in der Abbildung 1, in der Rudolf Testmann (57 Jahre) unter anderem ärztlich verordnet Simvastatin und als Selbstmedikation Johanniskraut einnimmt. Da Johanniskraut (Hypericum perforatum) sowohl verschiedene Cytochrom-P 450-Enzyme als auch sogenannte Exportpumpen induziert, wird Simvastatin beschleunigt biotransformiert und ausgeschieden. Da hilft es auch nicht, dass Johanniskraut morgens und Simvastatin abends eingenommen werden soll, da Hypericin eine Halbwertszeit von etwa 24 (bis 48) Stunden hat.

Da Johanniskraut also ein risikoreiches – weil „interaktionsfreudiges“ – Phytopharmakon ist, forderte der Berliner Klinische Pharmakologe Prof. Roots schon im Jahr 2000, Johanniskrautextrakte der Rezeptpflicht zu unterstellen, damit riskante Selbstbehandlungen verhindert werden können.

Unsere Gesundheitspolitiker haben sich damals für die Pharmaindustrie und gegen die Patienten entschieden – quod erat demonstrandum anno 2016.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Frank P. Meyer
Wanzleben-Börde

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