Karen Krüger - Eine Reise durch das islamische Deutschland

Karen Krüger - Eine Reise durch das islamische Deutschland
Rowohlt Verlag Berlin 2016, ISBN 978-3-87134-832-7, geb. mit Schutzumschlag im Oktavformat, 349 S., 19,95 €

Buchrezension

„Leben und Sterben in der Ferne“, „Was wird in den Moscheen gepredigt“, „Ein türkisches Dorf namens Goethestraße“, „Christlich, muslimisch – Hauptsache schwäbisch“, so lauten einige der gedoppelten Überschriften zu den sechzehn Kapiteln dieses Buches. Karen Krüger ist dafür in alle Enden ihres Heimatlandes Deutschland gereist, die Redakteurin der Sonntagszeitung der Frankfurter Allgemeinen, auch mit Kopftuch, wenn es die Höflichkeit verlangte. Die Themen, wie sie sich in den Kopfzeilen äußern, versprechen dem politisch und gesellschaftlich durchschnittlich Interessierten Aufklärung und Erkenntnisgewinn in entspannter Weise, geradezu Lesespaß. Ein Anspruch auf ordentliche Systematik in den Inhalten oder kühle Distanz zu den Protagonisten der Geschichten resp. geschilderten Handlungen ergibt sich aus der Lektüre nicht. Es ist kein Lehrbuch – und doch ist es ein solches, wie man bald bemerkt. Es ist ein Sachbuch der angenehmen Art, vermittelt viele Fakten.

Vier Millionenen Muslime leben z. Zt. in Deutschland, Flüchtlinge nicht eingerechnet. Sie beten in ca. 3.000 Moscheen, prächtigen wie aus Tausendundeinernacht und Hinterhofschuppen ohne jedes orientalische Flair. Sie gehören zu Deutschland, sofern sie nach eigener Bekundung grundgesetzkonform, friedliebend, undogmatisch und von fremden Staaten unabhängig sind. Die Säulen ihrer Religion sind das Glaubensbekenntnis, das Gebet, die Almosensteuer, das Fasten im Ramadan und die Wallfahrt nach Mekka. Wird ein Herrschaftsanspruch geltend gemacht, ist es keine Religion mehr sondern eine Ideologie.

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