MusikTheaterStadt HETEROTOPIA

MusikTheaterStadt Heterotopia
MusikTheaterStadt Heterotopia

Zum letzten Mal im Traditionsbau der Oper Halle

Zu Beginn der neuen Spielzeit vom 29. September bis 15. Oktober 2017 öffnet im prächtigen Traditionsbau der Oper Halle zum letzten Mal die zum Kult gewordene MusikTheaterStadt HETEROTOPIA wieder ihre Tore. Bühnenbildner Sebastian Hannak hatte dafür eine Bühneninstallation entworfen, in der die Zuschauer den Raum der Oper bei allen Projekten jeweils aus anderen Perspektiven erleben können. Die Raumbühnenlandschaft erstreckt sich vom überbauten Parkett über die Hauptbühne bis in die entlegensten Winkel der Hinter- und Seitenbühne. In HETEROTOPIA verschränken sich Zuschauerraum und Spielfläche, der Betrachter sitzt mitten im dramatischen Geschehen und erlebt die Aufführungen um sich herum so unmittelbar, dass ein einzigartiges Raum-Klang-Erlebnis möglich wird. Die Raumbühnen-Produktionen Der fliegende Holländer, Groovin’ Bodies und Wut können innerhalb kurzer Zeit nochmal erlebt werden, im Oktober hat mit Spiel im Sand eine weitere Neuproduktion Premiere.

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Wir gratulieren im Oktober

rote Schlaufe

zum 60. Geburtstag

1. Oktober Dipl.-Med. Ingrid Kettmann
Halle (Saale)
2. Oktober Dr. med. Johann Anzer
Stendal
3. Oktober Dipl.-Med. Dorothi Zeißler
Halle (Saale)
3. Oktober Dr. med. Carla Hanisch
Quedlinburg
4. Oktober Dr. med. Thomas Wiermann
Halle (Saale)

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Hans-Dieter Göring: Der kranke Martin Luther (Teil 1)

Ein gehäuftes Auftreten bestimmter Erkrankungen in der Familie Luther ist nicht überliefert. Von Martins 7 Geschwistern starben 3 im Kindesalter, darunter 2 Brüder 1505 an der Pest (13, 14). Er soll ein zarter, schwächlicher und krankheitsanfälliger Junge gewesen sein. Es wird vermutet, dass Luther während seiner Schulzeit in Magdeburg 1497 an Atemwegsentzündungen und Typhus erkrankt war (3. 10, 13).

1503 wurde der Student Martin Luther in der Nähe von Erfurt wahrscheinlich im Duell von seinem Kommilitonen Conradus Wigant durch einen Degenstich verletzt. Die zunächst stark blutende Wunde infizierte sich sekundär (14).

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Dieter Borchmeyer: Was ist deutsch?

Die Suche einer Nation nach sich selbst

Rowohlt Verlag Berlin 2017, 2. Auflage, ISBN 978-3-87134-070-3, gebunden mit Schutzumschlag im Oktavformat, 1056 Seiten,
62 Abbildungen, 39,95 €

Eine kurze und scheinbar auch einfache Frage als Haupttitel – und dann als Antwort das voluminöse Buch mit mehr als 1000 Seiten? Wie soll das zusammengehen? Man ahnt, dass es sich um eine schwierige, der Autor würde sagen intrikate Problematik handelt, die sich unter dem Buchdeckel ausbreitet. Dabei passt der Umschlag mit dem Bild des deutschen Rheins bei Bingen mit der deutschen Burg so gut zur Überschrift, die nicht zum ersten Mal in dieser Formulierung in Erscheinung tritt. Allein schon in der aufgeführten Literatur findet man sie mehrfach bei Büchern und anderen Publikationsformen.

Dieter Borchmeyer, ein angesehener und sehr erfahrener Literaturwissenschaftler mit der Spezifität Germanistik, Bekenner zur universitären geisteswissenschaftlichen Lehre und Forschung, legt mit diesem umfangreichen Werk eine strukturierte Übersicht seiner wissenschaftlichen Lebensarbeit vor. Er tut das in zwölf Kapiteln, deren jedes einzelne mehr oder weniger zahlreiche und unterschiedlich umfängliche Unterteilungen aufweist. Es entsteht so ein ausgedehnter Gang durch die deutsche Ideen- und Kulturgeschichte, überwiegend der vergangenen drei Jahrhunderte. Borchmeyer plädiert darin für geschichtliche Erinnerung und Besinnung, auch nach dem verständlichen fundamentalen Verlust des Selbstwertgefühls der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Schatten von Auschwitz, wie Martin Walser es ausdrückt.

Nach einleitender Andeutung des Themenspektrums einschließlich einer Hommage an Uta von Naumburg mit ihrem rätselhaften, in die Ferne gerichteten Blick, befasst er sich intensiv mit dem engeren Thema des „Was ist deutsch“, gefolgt von Friedrichs Nietzsches These: Gut deutsch sein heißt sich entdeutschen. Wer sich daran erschreckt, sollte besser das Buch jetzt aus der Hand legen und sich nicht auf das Abenteuer des ungewissen Ausgangs der Beschäftigung mit diesem Werk einlassen. Das Rüstzeug für den geisteswissenschaftlichen Gang in die Literaturgeschichte kann in seiner erforderlichen Breite und Tiefe kaum ein unbedarfter Leser parat haben. Und trotzdem legt man das Buch nicht für längere Zeit weg, lässt sich immer weiter mitziehen, vielleicht sogar provozieren.

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