Sehr geehrter Herr Dr. von Moltke,
vielen Dank für den Leserbrief, zu welchem wir gerne wie folgt Stellung nehmen möchten:
Die Röntgenverordnung regelt, unter welchen Voraussetzungen, mit welchen Genehmigungen, Anzeigepflichten und unter welcher Beachtung von Strahlenschutzgesichtspunkten Röntgeneinrichtungen und Störstrahler zu betreiben sind. Sie wird ergänzt durch verschiedene Röntgenfachkunderichtlinien. Für den medizinischen Bereich regelt die „Richtlinie zum Erwerb der Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin und Zahnmedizin“ die Qualifikationsanforderungen zum Erwerb der Fachkunde.

Jeder Arzt, der die rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlen am Menschen stellen will, also Röntgenaufnahmen anordnen will, muss die dafür erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen (§ 23 RöV). Seit dem 01.07.2002 muss jede erworbene Fachkunde spätestens nach fünf Jahren durch die Teilnahme an einem anerkannten Aktualisierungskurs erneuert werden.

In Umsetzung dieser gesetzlichen Vorschrift werden seit dem Jahr 2010 Kurse für die Aktualisierung der Fachkunde von verschiedenen Institutionen angeboten und durchgeführt. Der Inhalt dieser Kurse ist durch die Richtlinie vorgeschrieben. In den Kursen sollen vor allem die wesentlichen neuen Erkenntnisse und Aspekte des Strahlenschutzes in der Röntgendiagnostik vermittelt werden. Die Kursanbieter erhalten nach Vorlage der Unterlagen eine Genehmigung durch das Ministerium für Arbeit und Soziales.
Die Kammer selbst ist bemüht, die von ihr angebotenen Kurse so praxisnah wie möglich zu gestalten und nimmt diesbezügliche Hinweise der Teilnehmer gern auf. Die Kammer erhielt insofern bisher ein überwiegend positives Feedback zu den Kursen.
Auf den Inhalt und die Durchführung von Kursen durch andere Anbieter hat die Kammer jedoch leider keinen Einfluss.

Die von Ihnen kritisierte Sinnhaftigkeit dieses Kurses in der praktizierten Form kann ich durchaus nachvollziehen. Gerne nehme ich Ihre Hinweise als Anregung auf, um an den zuständigen Stellen dieses Problem zu thematisieren.

Dr. Simone Heinemann-Meerz
Präsidentin