Filmreihe „eMERgency in cinema“: Medizin, Ethik & Recht im Film

Seit dem Wintersemester 2016/2017 veranstaltet das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, der meris e. V. sowie das Interdisziplinäre Wissenschaftliche Zentrum Medizin-Ethik-Recht in Kooperation mit dem Luchs.Kino am Zoo die Filmreihe „eMERgency in cinema – Medizin, Ethik & Recht im Film“. Im Sommersemester 2019 geht die Filmreihe in die sechste Runde. Zwischen April und Juli 2019 sind vier weitere spannende Kinoabende geplant. Dabei wird es wie gewohnt eine Mischung aus verschiedenen Themen geben, die eine breite Palette an gesellschaftlich relevanten Diskursen im Bereich der Medizinethik und des Medizinrechts aufgreifen.  Begleitet durch Expert*innen und Praktiker*innen aus Medizin, Ethik und Recht werden die Filmvorführungen mit einer kurzen Einführung und einem anschließenden Filmgespräch abgerundet. Alle Veranstaltungen finden im Luchs.Kino am Zoo in der Seebener Straße 172, 06114 Halle (Saale) statt. Der Eintritt beträgt 7 Euro/5,50 Euro ermäßigt.

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Julian Nida-Rümelin, Nathalie Weidenfeld: Digitaler Humanismus

Julian Nida-Rümelin, Nathalie Weidenfeld: Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Piper Verlag München 2018, ISBN 978-3-492-05837, geb./Oktavformat, 220 Seiten, 16 Abbildungen, € 24,-

Es sind die Visionen und radikalen Ideen, die unsere technologische Entwicklung vorangetrieben haben, der Wunsch zu fliegen, die unbegrenzte Mobilität, die abrufbare Energiebereitstellung. In jedem Prozent einer Verbesserung unserer Lebensumstände stecke ein ehemals utopisches Potenzial, so Julian Nida-Rümelin, der Münchner Philosoph. Zusammen mit seiner Ehefrau, der Kultur- und Filmwissenschaftlerin Nathalie Weidenfeld, legt er im Auftrag des Piper-Verlags ein bemerkenswertes Buch auf den Tisch des Fachhandels. Dessen Haupttitel „Digitaler Humanismus“ klingt in dieser Zusammenstellung wie aus zwei verschiedenen Welten, der einer modernen Technologie und der einer philosophisch verankerten Weltsicht. Selbst die Künstliche Intelligenz aus dem Untertitel, ein unbestreitbar arriviertes Schlüsselwort unserer Tage, geht den an sprachlicher Schlüssigkeit interessierten Lesenden gegen den Strich. Man wird beides akzeptieren müssen. Die Autoren jedenfalls versuchen, die moderne digitale Lebenswirklichkeit mit der humanistischen Ethik in Einklang zu bringen.

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Die „Kinderstube“ der Angiologie in Deutschland (Teil 2)


Max Ratschow – „biografische Brüche“ und wissenschaftliche Leistung

Max Ratschow
Abb. 1: Max Ratschow, 1947
(Foto: UAHW, Rep. 401, R 56)

Ratschows Angaben zu seiner politischen Einstellung waren zwielichtig. Im Lebenslauf von 1938 gibt er eine Mitgliedschaft im Deutsch-Völkischen Schutz- und Trutzbund seit 21.11.1921 und Mitgliedschaft der NSDAP seit 1933 (Nr. 2877843) sowie Mitgliedschaft am Hanseatischen Erbgericht an. Im Personalfragebogen vom 15.3.1947 wird die NSDAP-Mitgliedschaft 1933 nur als kooperativ und angeblich 1936 abgelehnt angegeben. Ferner gibt er an gleicher Stelle nur eine Mitgliedschaft im Ärztebund (1936-1938) und in der Reichsdozentenschaft (1938-1945) an. Auch wird der Aufenthalt am Institut für Erb- und Rassenlehre Berlin (Direktor Prof. von Verschuer) 1933 nicht mehr angeführt.

Ratschow war 1947 in einer möglicherweise bedrohlichen Situation, weil der „Berliner Telegraf“ im Mai 1947 ihn beschuldigt hatte, 1923 an einer Reichsexekution gegen Sachsen beteiligt gewesen zu sein. Auch wird in dem Artikel der Aufenthalt bei v. Verschuer angesprochen. In einer Erklärung vom 11.5.1947 kann Ratschow glaubhaft versichern, dass die ersten Anschuldigungen ungerechtfertigt sind und dass er sich im Februar 1933 für drei Wochen bei v. Verschuer nur zum Erlernen der Methoden zur Zwillingsforschung aufgehalten habe. Die Stellungnahme endet mit der Versicherung: „Meine unnachgiebige ablehnende und gegnerische Haltung gegen den Nationalsozialismus werden aus früheren Jahren jederzeit bestätigen …“ (es folgen drei Namen).

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