Christian-Wolff-Haus in Halle (Saale)
Christian-Wolff-Haus in Halle (Saale), Foto: privat

Nicht weit vom Markt entfernt steht in der winkligen Altstadt Halles ein barockes Gebäude mit erkennbarer Renaissancevergangenheit, das Christian-Wolff-Haus (Abb.). Die ehemalige Wohnstätte des Frühaufklärers und Philosophieprofessors an der Universität, Christian Wolff (1679-1754), ist heute der Hauptstandort des Stadtmuseums Halle und war für vier Wochen (06.07.-04.08.) Gastgeber der Jahresausstellung 2019 – einer mit Malerei befassten Interessengemeinschaft von Medizinberuflern, überwiegend Frauen und Männer der ärztlichen und zahnärztlichen Profession aus der mitteldeutschen Region um Halle und Leipzig, aber auch von weiter her. Begründet wurde dieser offene Freundeskreis 1988 vom Köthener Ehepaar Dres. Erdmenger, die ihn auch bis 2018 über 30 Jahre in kollegialer Gemeinschaftlichkeit verantwortlich führten. Nach Ankündigung der diesjährigen Exposition (s. Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Ausgabe Mai/2019, S. 55, inkl. Signet), es ist die neunzehnte, war ein Besuch vor Ort angesagt.

Das Stadtmuseum hatte dankenswerterweise 37 Ausstellern fast die gesamte untere Ebene des ehrwürdigen Gebäudes ganz in der Nähe des Meckelschen Riesenhauses für die Darstellung ihrer Liebhaberwerke überlassen. Den Besuchern bot sich ein beeindruckend vielfältiges und buntes Spektrum von 134 Gemälden, Grafiken, Collagen und einigen plastischen Exponaten, sämtlich gut ins Licht gerückt und nicht zu eng positioniert. Man konnte gern eine bis zwei Stunden in den Räumen flanieren und nebenbei Informationen aus Vitrinen aufnehmen. Alle nur erdenklichen künstlerischen Techniken waren vertreten, einmal sogar mit Beimischung von Röntgenkontrastmitteln. Auch inhaltlich gab es eine breite Palette zu sehen, weniger Gesicht, mehr Gestalt und vielmehr Landschaft mit lokalem Kolorit, aber auch Abstraktion und Expressionistisches. Glückwunsch zum gelungenen öffentlichen Auftritt 2019, erstmals in Halle! Ein Blick in die anderen Abteilugen des Museums war empfehlenswert.

Man darf angesichts der präsenten, reichen Fülle auf die nächste Ausstellung der Freunde der selbstgestalteten künstlerischen Leidenschaft gespannt sein. Ort und Datum sind noch nicht fixiert.

Es kann sich auch aktiv daran beteiligt werden mit eigenen Werken. Bei entsprechendem Interesse wende man sich an die engagierte Leiterin der Interessengemeinschaft, Frau Dipl.-Stom. Marianne Rademacher (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) in Flechtingen/Altmark.

Prof. Erle, Magdeburg