Dietrich Güstrow: In jenen Jahren

Dietrich Güstrow: In jenen Jahren - Aufzeichnungen eines „befreiten“ DeutschenAufzeichnungen eines „befreiten“ Deutschen

Verlag Siedler und Severin, Berlin 1983, ISBN 3-88680-049-0, gebunden im Oktavformat mit Schutzumschlag, 383 Seiten, antiquarisch (Neuauflage als Taschenbuch, ISBN 978-3-84238119-3, herausgegeben vom Verlag Sternal Media, Gernrode 2011)

Mit jenen Jahren ist der Zeitraum von April 1945 bis Februar 1948 umrissen. Das Buch ist nicht auf unserem östlichen Büchermarkt erschienen. Ich bekam es erstmals kurz nach der Wende in die Hand und war hochinteressiert. Befasste es sich doch mit dem von uns viel besuchten und geliebten Unterharz und u. a. dem Schicksal eines Berufskollegen dortselbst zu Kriegsende 1945. Es handelte sich um den Tod eines Soldaten, im Buch Richard Schlösser genannt, der als Unterarzt (Oberfähnrich) kieferchirurgisch im Reservelazarett in Quedlinburg tätig war. Autor Dietrich Güstrow war in gewissem Sinne Zeitzeuge des Vorgangs. Er folgte im Oktober 1945 als Richter am Kreisgericht Quedlinburg der Bitte um Amtshilfe der lokal zuständigen Staatsanwaltschaft Dessau zur Ermittlung der Todesumstände des Lazarettarztes.

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Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive

Kunstmuseum Moritzburg (Halle/Saale) bis 23.08.2020

Karl Lagerfeld in Halle? Einen Moment lang stutzte ich. Was soll das in der Moritzburg, einem Kunstmuseum? Als wenig modebewusster Mann hatte mich dieser sonnenbebrillte Stehkragenmensch mit Zopf und Handschuhen nie interessiert. Und nun eine Ausstellung in einem Museum, wo Gemälde, Grafiken und Skulpturen ihren Platz haben?

Ich muss zugeben, dass ich Unrecht hatte, Vorurteile sollte man meiden! Diese Ausstellung ist wirklich großartig und als nunmehr Bekehrter, möchte ich Ihnen gern Appetit darauf machen.

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Leserbrief – „Organspende“

Leserbrief von Dr. Ernst Fukala zum Editorial „Organspende: Widerspruchslösung als erfolgreich gelebtes Konzept der Solidarität einer intakten Gesellschaft – abgelehnt“ von Prof. Dr. Walter Brandstädter im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 3/20, S. 5.

Sehr geehrter Herr Prof Dr. Brandstädter,

mit Ihrer ausgezeichneten und mutigen Stellungnahme zu der traurigen Abstimmung im Deutschen Bundestag haben Sie dem Kindernephrologen und langjährigen Vorsitzenden der Ethik-Kommission in mir aus dem Herzen gesprochen. Wer einmal mit seinem Patienten auf eine Nierenspende gewartet hat, weiß, mit welcher Wucht der menschliche Egoismus erneut über die Barmherzigkeit gesiegt hat.

Ihre Mahnung zur Solidarität möge in das Ohr und Herz jener Debattenredner kommen, die da ins Plenum gerufen haben: „Mein Körper gehört mir und nicht dem Staat und nicht der Gesellschaft.“ „Und er gehört auch nicht, wenn ich tot bin, meinem kranken Mitmenschen, dem ich mit meiner Spende das Leben retten könnte“ haben die Hartherzigen freilich zu sagen vergessen. Weil sie das vor ihren Wählern bloßgestellt hätte oder sie nicht nachgedacht haben.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr Dr. Ernst Fukala