Leserbrief von Dr. Ernst Fukala zum Editorial „Organspende: Widerspruchslösung als erfolgreich gelebtes Konzept der Solidarität einer intakten Gesellschaft – abgelehnt“ von Prof. Dr. Walter Brandstädter im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 3/20, S. 5.

Sehr geehrter Herr Prof Dr. Brandstädter,

mit Ihrer ausgezeichneten und mutigen Stellungnahme zu der traurigen Abstimmung im Deutschen Bundestag haben Sie dem Kindernephrologen und langjährigen Vorsitzenden der Ethik-Kommission in mir aus dem Herzen gesprochen. Wer einmal mit seinem Patienten auf eine Nierenspende gewartet hat, weiß, mit welcher Wucht der menschliche Egoismus erneut über die Barmherzigkeit gesiegt hat.

Ihre Mahnung zur Solidarität möge in das Ohr und Herz jener Debattenredner kommen, die da ins Plenum gerufen haben: „Mein Körper gehört mir und nicht dem Staat und nicht der Gesellschaft.“ „Und er gehört auch nicht, wenn ich tot bin, meinem kranken Mitmenschen, dem ich mit meiner Spende das Leben retten könnte“ haben die Hartherzigen freilich zu sagen vergessen. Weil sie das vor ihren Wählern bloßgestellt hätte oder sie nicht nachgedacht haben.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr Dr. Ernst Fukala