Sie nannten es Arbeit - Eine andere Geschichte der Menschheit

Cover: Verlag

James Suzman

Verlag C. H. Beck München 2021, ISBN 978-3-406-76548-3, a. d. Englischen v. K. H. Siber, gebunden mit Schutzumschlag, Oktavformat, 398 Seiten, 19 Abbildungen, 26,95 €

„Warum muss die hässliche Kröte Arbeit auf meinem Leben hocken?“ James Suzman, der britische Sozialanthropologe mit südafrikanischer Vergangenheit, zitiert hier den englischen Dichter Philip Larkin. Was bedeutete Arbeit für unsere Vorfahren seit der Steinzeit, was für den modernen Menschen? Suzman hat einen wesentlichen Teil seiner wissenschaftlichen Aufmerksamkeit der Population von Jägern und Sammlern in der Wüste Kalahari Namibias gewidmet. Diese Jäger und Sammler lebten noch bis in das 20. Jahrhundert von dem, was ihnen die Natur als Lebensgrundlage anbot: die erjagten Tiere und die gesammelten Früchte bzw. Pflanzen. Das klingt nach Garten Eden der Genesis inkl. des Ruhetages. Die Reproduktionsfähigkeit der Umwelt wurde durch sie nicht überfordert. Die Menschen wurden satt und mussten nichts zurücklegen. Suzmann erinnert im Verlaufe seines umfangreichen Werkes immer wieder an diese Lebensform, die für die meisten von ihnen erst durch die Kolonialisierung der Quellen ihrer Existenz unbrauchbar wurde.

Arbeit sei wichtig für ein sinnerfülltes und stolzes Leben, sie präge unsere Persönlichkeit, ist der Autor überzeugt. Sind wir aber genetisch auf Arbeit angelegt? Oder träumte die Menschheit nicht schon immer vom Schlaraffenland durch Automatisierung der Arbeitsprozesse bis hin zur künstlichen Intelligenz. Allgemein definiert, handele es sich bei Arbeit um die zweckgerichtete Verausgabung von Energie für die Bewältigung einer Aufgabe oder die Erreichung eines Zieles.

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Leserbrief „Jahresrückblick Innere Medizin“

Leserbrief von Professor Frank P. Meyer zum „Jahresrückblick Innere Medizin am 09. Januar 2021“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 4/2021, S. 24ff

Sehr geehrte Frau Dr. Heinemann-Meerz,

zusammenfassende Jahresrückblicke für bestimmte Fachgebiete, z. B. Innere Medizin in Heft 4 des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt, sind für Vertreter anderer Fachrichtungen immer wieder interessant und oft hilfreich. In dem einen oder anderen Fall können verkürzte Berichte jedoch auch desinformieren.
So wird die EMPEROR-Reduced Studie mit den Worten zitiert: „… konnte gezeigt werden, dass eine zusätzliche Therapie mit Empagliflozin den primären Endpunkt bestehend aus kardiovaskulärem Tod und Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz signifikant verringern kann.“
Wenn man diese Studie (Packer M et al.: NEJM 2020; 383: 1413-24) allerdings genau liest, wird man etwas enttäuscht. Durch Empagliflozin wird im Vergleich zu Placebo bei Herzinsuffizienz-Patienten mit Ejektionsraten ≤ 40 % nur die Hospitalisierung signifikant reduziert. Aber selbst dieser Benefit betrifft vor allem Patienten mit NYHA II und LVEF ≤ 30 %. Kardiovaskuläre Todesfälle werden dage­gen überhaupt nicht reduziert!
In Anbetracht der Tatsache, dass unter SGLT-2 Hemmern, insbesondere unter Empagliflozin, vermehrt genitale Infektionen/Mykosen besonders bei Frauen auftraten (EMPA-REG-OUTCOME Studie 2015), sollte eine Add-on-Therapie mit Empagliflozin m. E. sehr zurückhaltend erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Frank P. Meyer
Wanzleben-Börde