Poltawa, Auschwitz, Bergen-Belsen, Kyjiw

Maik Reichel
Die Lebensgeschichte der Anastasia Gulej

Verlag Janos Stekovics, Wettin-Löbejün 2022, ISBN 9783899234398,
Hardcover mit Schutzumschlag, 15 x 21,7 cm, reichlich fotografisch illustriert, 334 Seiten, 25,00 €

Wie Proklamationen stehen die Namen der fünf Orte im Buchtitel. Sie markieren die z. T. schmerzlichen Erinnerungen der Anastasia Gulej. Das Buch beschreibt die Beziehungen zwischen den o. g. Ortsnamen und der Biografie der alten Dame. Es erzählt die Lebensgeschichte der heute fast 97-jährigen Ukrainerin mit der am linken Unterarm eintätowierten Zahl 61369, die zeitweise ihre einzige Identität sein durfte.

Der Herausgeber und Mitautor Maik Reichel wurde 2014 auf einer Veranstaltung im Rahmen des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Mücheln (Geiseltal) auf Anastasia Gulej aufmerksam. Sie hatte den ehrenvollen Auftrag zur Patenschaft für dieses Projekt angenommen und die lange Anreise nicht gescheut. Von da ab entwickelte sich eine zunehmend freundschaftliche Beziehung zwischen der bejahrten Aktivistin und dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Er stellte bald fest, dass durch sie wichtiges Zeitzeugenwissen erfahren und gesichert werden konnte. Er konnte Anastasia Gulej dazu bewegen, zur Abfassung dieses Buches die wesentliche Substanz beizutragen.

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Perkussion der Thoraxorgane

Abbildung 1
Abbildung 1

Erinnerung an Johann Leopold Edler von Auenbrugger

Am 19.11.1722 – vor 300 Jahren – wurde in Graz Leopold Auenbrugger (Abb. 1) als Sohn des Gastwirts Sebastian A. und dessen Ehefrau Maria Theresia geboren. Er besuchte das Jesuitengymnasium in Graz und studierte nach Erhalt des Dr. Franz Emerich-Stipendiums (1747) bis 1752 in Wien Medizin. Am 18.11.1752 erfolgte die Promotion mit der Arbeit über „Aphorismus Hippocratis LII, Sect.II“. Von 1751 bis 1757 arbeitete A. als Sekundararzt am Spanischen Hospital, wo er 1758 zum Primararzt aufrückte. Zwischenzeitlich erfolgte 1754 die Eheschließung mit Marianne von Priesterberg.

Unerquickliche kollegiale Verhältnisse am Spanischen Hospital veranlassten A. 1762, sich in die Privatpraxis zurückzuziehen, wo er zum gesuchtesten Wiener Arzt für die Behandlung der Brustkrankheiten und Meister der Thorakozentese wurde.

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