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So war der Boys'Day 2026 in Halle (Saale) und Magdeburg

Medizin fasziniert die nächste Generation

Medizin fasziniert die nächste Generation

Sitzung der Ärztekammer mit zahlreichen Teilnehmern an Tischen, Vortragendem am Podium und Präsentation im Konferenzraum.
Das Team rund um Hildegard Anz (vorn sitzend re.), wissenschaftliche Leiterin des Boys'Day in Halle und Hausärztin, sorgte für einen aufregenden Schnuppertag. Der Dank gilt den engagierten MFA,Tutoren, Kammer- und Uni-Mitarbeiterinnen.

Und plötzlich leuchtet alles blau! Wobei doch noch hier und da weiße Punkte zu sehen sind – manche kleiner, manche größer. Das Desinfizieren von Händen ist offenbar doch schwieriger als gedacht, das wird unter UV-Licht deutlich. Jedenfalls erlebten etliche Jungs beim Boys'Day der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ihr „blaues Wunder“ und die Erkenntnis, dass in Kliniken und Praxen Sauberkeit und steriles Arbeiten doch etwas anderes sind, als gewaschene Hände mit Seife unter lauwarmem Wasser.

Moderne Nachwuchsgewinnung: Der Boys'Day der Ärztekammer Sachsen-Anhalt am 23. April 2026 fand erstmals auch in Halle statt. Ein voller Erfolg schon im Vorfeld – die 18 Plätze für „Medizin hautnah – Einblicke in das Berufsbild des Medizinischen Fachangestellten“ waren hier schnell ausgebucht. Während in Magdeburg im Haus der Heilberufe 25 Jugendliche die ebenso beliebten wie bereits etablierten Workshops ebenfalls rund um das Berufsbild MFA besuchten, feierte Halle (Saale) mit dem interaktiven Stationskonzept Premiere. In Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, vertreten durch das Dorothea-Erxleben-Lernzentrum, tauchten dort die 17 Jungen und ein mutiges Mädchen in kleinen Gruppen und kompakten Taktungen tief in den medizinischen Alltag ein. Die Resonanz war eindeutig: Begeisterung auf allen Seiten.

Einführende Worte: Dr. Dietrich Stoevesandt, Leiter des Dorothea-Erxleben-Lernzentrums in Halle.

Publikumsliebling war hier ganz klar der Workshop Desinfektion und Blutentnahme. Unter fachkundiger Anleitung – durch den frisch examinierten MFA und eine Tutorin – durften die Jugendlichen selbst am täuschend echten Modellarm arbeiten. Von der korrekten Händehygiene über das sterile Anlegen der Handschuhe bis hin zur eigentlichen Punktion wurden alle Schritte professionell durchgespielt. Die Tutorin zeigte sich beeindruckt von den „echten Naturtalenten“, von denen sich mancher Kommilitone eine Scheibe abschneiden könne.

Für einen Perspektivwechsel sorgte das Modul Instant Aging, in dem die Jugendlichen mithilfe von Gewichten an den Gelenken, Spezialbrillen und Kopfhörern erlebten, wie sich Alter anfühlen kann. Was beim Probesitzen auf einer aufgebauten Toilette zunächst für Gelächter sorgte, wurde spätestens auf der Treppe zur ernsthaften Herausforderung. Der „Endgegner“ des Tages war für viele das Schuhezubinden mit eingeschränkter Sicht und steifen Gelenken – eine Übung, die eindrucksvoll verdeutlichte, wie viel Geduld und Unterstützung ältere Menschen im Alltag benötigen.

Die Reanimationsstation verdeutlichte, wie gut viele der 13- und 14-Jährigen bereits informiert sind. Die Herzdruckmassage wurde von zahlreichen Teilnehmenden nahezu fehlerfrei ausgeführt, was nicht nur die Tutoren und MFA beeindruckte, sondern auch die Bedeutung frühzeitiger Erste-Hilfe-Bildung unterstrich.

Eine Tutorin zeigt den Jungs die Reanimation. Erstaunlich: Viele brachten Vorwissen mit.

Perspektivwechsel: Im Modul „Instant Aging“ ging es darum, sich in Senioren hineinzufühlen. Alles schwer, Sicht eher schlecht – Schuhe zubinden fällt nicht mehr so leicht.
UV-Licht zeigt, wo die Hände nicht gut desinfiziert sind.
MFA Jannis Krummel (li.) berichtet von seiner Leidenschaft für den Beruf. Hildegard Anz (re.) fragt nach.

Auch in Magdeburg bestätigten die Jugendlichen bei ihrem Tagespraktikum „Medizinischer Fachangestellter hautnah – Einblick in das Berufsbild“ ein erstaunliches Vorwissen, insbesondere bei stabiler Seitenlage und Wiederbelebung, was die Workshops zusätzlich belebte. Hier gab es insgesamt vier Stationen für die Kids, welche in die Bereiche Labor, Blutentnahme, Reanimation und das Anlegen von Verbänden Einblicke und Ausprobieren zuließ. Zusätzlich gab es bei beiden Veranstaltungen eine Fragerunde mit einem jungen männlichen MFA und zahlreiche weitere Informationen sowie eine ordentliche Verpflegung.
Die Stimmung während des gesamten Tages war geprägt von Neugier, Mut und echtem Interesse. In den abschließenden Rückmeldungen beschrieben die Jugendlichen den Boys'Day als „spannend“, „voll cool“ oder „gar nicht so einfach, aber richtig interessant“.

Für die Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist jedenfalls der Erfolg des diesjährigen Boys'Days ein klarer Auftrag: Das Projekt wird fortgeführt und weiterentwickelt. Auch 2027 wird der Boys'Day wieder an beiden Standorten stattfinden – mit dem Ziel, junge Menschen frühzeitig für Gesundheitsberufe zu begeistern und langfristig den Nachwuchs im Land zu sichern.

K. Basaran

Fotos: ÄKSA

Auch in Magdeburg konnte das Team aus MFA und Kammerangestellten rund um Vorstandsmitglied, wissenschaftlichen Leiter und Hausarzt Henrik Straub (3. v. re.)sowohl Wissen als auch Spaß vermitteln.

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