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Leuchtturmprojekt in Mitteldeutschland

Neues Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin

Neues Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin
Außergewöhnlicher Programmpunkt: Die fast 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums konnten am Bildschirm die Live-Übertragung einer MANV-Übung verfolgen. Trainiert wurde das Szenario eines Anschlags in einer Diskothek mit Schuss-, Stich- und Brandverletzungen. Der Ärztliche Leiter des MZKR, Dr. Hartmut Stefani, moderierte den Ablauf der Übung für das Publikum. | Fotos: Joachim Blobel für BG Klinikum Bergmannstrost Halle

Angesichts wachsender Herausforderungen in der Notfallversorgung – von Naturkatastrophen über Großschadensereignisse bis hin zu bewaffneten Konflikten – gewinnt die Vorbereitung auf eine Medizin unter Extrembedingungen an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund hat sich in Halle (Saale) am 24. April 2026 im Rahmen eines Symposiums mit fast 300 Teilnehmenden und im Beisein hochrangiger Vertreter aus Landespolitik, Medizin und Rettungswesen das Mitteldeutsche Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin (MZKR) gegründet. Das Vorhaben ist ein gemeinsames Projekt des BG Klinikums Bergmannstrost Halle und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Der Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Uwe Ebmeyer war einer der Grußwortredner, die das MZKR-Gründungs-symposium am 24. April 2026 eröffneten.

Ziel des MZKR ist es, das hiesige Gesundheitswesen für regionale und überregionale Krisenlagen nachhaltig zu stärken und damit die Versorgungssicherheit in Krisen- und Katastrophenlagen zu verbessern. Unter anderem ist ein interprofessionelles Ausbildungsinstitut für Notfall-, Katastrophen- und taktische Medizin geplant, mit modernem Skillslab und Simulationszentrum. Zudem soll mit dem MZKR eine überregionale Kompetenzstelle für Forschung und Vernetzung entstehen. Dafür werden bestehende gesundheitsbezogene Netzwerk- und Ausbildungsstrukturen zusammengeführt und gezielt weiterentwickelt. Eingebunden werden zentrale Akteure der Notfall- und Gefahrenabwehr, darunter Rettungsdienste, Feuerwehren, die Landesärztekammer, die Bundeswehr, Polizei sowie zuständige Behörden auf Landes- und Bundesebene. Hier knüpft das Bergmannstrost auch an die bestehende Kooperation zwischen den BG Kliniken und den Bundeswehrkrankenhäusern an. Beide Partner arbeiten bereits seit 2019 zusammen.

Prof. Dr. Philipp Kobbe, Ärztlicher Direktor des BG Klinikums Bergmannstrost Halle und Initiator des MZKR: „Mit dem Mitteldeutschen Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin schaffen wir eine Struktur, die weit über die klassische Notfallversorgung hinausgeht. Für uns als spezialisiertes Traumazentrum ist es ein zentraler Auftrag, unsere besondere Expertise in der Versorgung Schwerverletzter und in der Bewältigung komplexer Schadenslagen aktiv in ein leistungsfähiges Netzwerk einzubringen. Die zunehmende Zahl und Komplexität von Krisenszenarien erfordern neue Antworten – in der Ausbildung, in der Vernetzung und in der Nutzung digitaler Technologien. Genau hier setzen wir mit dem MZKR an.“

Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: „Die Medizin unter Extrembedingungen ist eine der anspruchsvollsten Disziplinen, die wir als Medizinische Fakultät lehren können. Mit dem MZKR wollen wir in Lehre und Forschung unseren Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Inhalte bereitstellen, die kein Hörsaal allein vermitteln kann: die Vorbereitung auf das Unvorhersehbare. Wir werden gemeinsam curriculare Angebote und Forschungsstrukturen entwickeln, die den medizinischen Nachwuchs in Mitteldeutschland gezielt auf Krisen- und Katastrophenlagen vorbereiten. Denn eine resiliente Gesellschaft braucht nicht nur gut ausgestattete Systeme – sie braucht exzellent ausgebildete Menschen, die in der Krise handlungsfähig bleiben.“

Die Gastgeber BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Universitätsmedizin Halle und MZKR mit Teilnehmern des Gründungssymposiums. Bereits die hochrangige Besetzung unterstrich die politische und fachliche Relevanz der Veranstaltung. Mit Prof. Dr. Armin Willingmann als stellv. Ministerpräsidenten (m.) sowie Innenministerin Dr. Tamara Zieschang waren zentrale Vertreter der Landesregierung präsent. Ebenso die Präsidenten zweier maßgeblicher Fachgesell-schaften – Prof. Dr. Gernot Marx (DGAI) und Prof. Dr. Frank Hildebrand (DGOU/DGU) – sowie hochrangige Vertreter der Bundeswehr, u. a. Generalstabsarzt Dr. Jürgen Meyer (3. v. l.).

Am Gründungssymposium des MZKR hatten fast 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Landespolitik, Medizin, Wissenschaft, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz teilgenommen. Das zentrale Ergebnis des Symposiums war ein klares politisches und institutionelles Bekenntnis zum MZKR: Prof. Willingmann, stellv. Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, sagte im Namen der Landesregierung die Unterstützung für das Projekt zu. Darüber hinaus konnte mit der Universitätsmedizin Magdeburg ein weiterer wichtiger Partner für die zukünftige Entwicklung gewonnen werden.

Damit ist das MZKR als überregionales Kompetenzzentrum positioniert, das die Weiterentwicklung im Bereich der Katastrophenmedizin maßgeblich prägen kann. Das Eröffnungssymposium hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg vorhanden ist – eine wesentliche Voraussetzung für ein krisenfestes Gesundheitssystem.

Abschließende Podiumsdiskussion mit (v. l. n. r.): Prof. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät Halle-Wittenberg, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Uwe Ebmeyer, Innenministerin Sachsen-Anhalts Dr. Tamara Zieschang, die Ärztlichen Direktoren Prof. Dr. Philipp Kobbe (BG Klinikum Bergmannstrost Halle) und Prof. Dr. Matthias Münzberg (BGU Frankfurt). Moderation: Björn Stahlhut (Strategic Advisor Security & Executive Editor bei der CPM Verlag GmbH)
Korrespondenz:

Dr. Hartmut Stefani, Ärztlicher Leiter MZKR
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Tel.: 0345/132 7849