Ziel des MZKR ist es, das hiesige Gesundheitswesen für regionale und überregionale Krisenlagen nachhaltig zu stärken und damit die Versorgungssicherheit in Krisen- und Katastrophenlagen zu verbessern. Unter anderem ist ein interprofessionelles Ausbildungsinstitut für Notfall-, Katastrophen- und taktische Medizin geplant, mit modernem Skillslab und Simulationszentrum. Zudem soll mit dem MZKR eine überregionale Kompetenzstelle für Forschung und Vernetzung entstehen. Dafür werden bestehende gesundheitsbezogene Netzwerk- und Ausbildungsstrukturen zusammengeführt und gezielt weiterentwickelt. Eingebunden werden zentrale Akteure der Notfall- und Gefahrenabwehr, darunter Rettungsdienste, Feuerwehren, die Landesärztekammer, die Bundeswehr, Polizei sowie zuständige Behörden auf Landes- und Bundesebene. Hier knüpft das Bergmannstrost auch an die bestehende Kooperation zwischen den BG Kliniken und den Bundeswehrkrankenhäusern an. Beide Partner arbeiten bereits seit 2019 zusammen.
Prof. Dr. Philipp Kobbe, Ärztlicher Direktor des BG Klinikums Bergmannstrost Halle und Initiator des MZKR: „Mit dem Mitteldeutschen Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin schaffen wir eine Struktur, die weit über die klassische Notfallversorgung hinausgeht. Für uns als spezialisiertes Traumazentrum ist es ein zentraler Auftrag, unsere besondere Expertise in der Versorgung Schwerverletzter und in der Bewältigung komplexer Schadenslagen aktiv in ein leistungsfähiges Netzwerk einzubringen. Die zunehmende Zahl und Komplexität von Krisenszenarien erfordern neue Antworten – in der Ausbildung, in der Vernetzung und in der Nutzung digitaler Technologien. Genau hier setzen wir mit dem MZKR an.“
Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: „Die Medizin unter Extrembedingungen ist eine der anspruchsvollsten Disziplinen, die wir als Medizinische Fakultät lehren können. Mit dem MZKR wollen wir in Lehre und Forschung unseren Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Inhalte bereitstellen, die kein Hörsaal allein vermitteln kann: die Vorbereitung auf das Unvorhersehbare. Wir werden gemeinsam curriculare Angebote und Forschungsstrukturen entwickeln, die den medizinischen Nachwuchs in Mitteldeutschland gezielt auf Krisen- und Katastrophenlagen vorbereiten. Denn eine resiliente Gesellschaft braucht nicht nur gut ausgestattete Systeme – sie braucht exzellent ausgebildete Menschen, die in der Krise handlungsfähig bleiben.“