Aufklärung wirkt! Das wurde bei der Präsentation des „Deutschen Herzbericht – Update 2026“ am 16. September 2026 in Frankfurt (Main) deutlich. Insbesondere für Sachsen-Anhalt gibt es hier erfreuliche Entwicklungen: Einst bundesweites Schlusslicht in Bezug auf die Infarktmortalität konnten mithilfe gezielter Aufklärungskampagnen, durchdachter kardiologischer Strukturen und Notfallketten die Zahlen so verbessert werden, dass Sachsen-Anhalt inzwischen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hinter sich lässt. Der Fokus des jetzigen Reports liegt auf der steigenden Krankheitslast durch Herzrhythmusstörungen: Bundesweit kletterte die Zahl der deshalb vollstationären Aufnahmen im Jahr 2024 auf über 509.000 Fälle (532 pro 100.000 Einwohner). Allein wegen Vorhofflimmerns wurden rund 360.800 Patientinnen und Patienten klinisch versorgt. Die Erkrankung betrifft deutschlandweit mehr als 1,6 Millionen Menschen und gilt als Auslöser für bis zu 30 Prozent aller ischämischen Schlaganfälle.
Gerade im demografisch geforderten Sachsen-Anhalt ist diese Entwicklung spürbar: Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 65. Lebensjahr steil an. Bei den über 70-Jährigen ist jeder Zehnte betroffen. Hohe Prävalenzen bei den Begleiterkrankungen – darunter arterielle Hypertonie (ambulant 58,9 Prozent), Fettstoffwechselstörungen (32,3 Prozent), Herzinsuffizienz (27,3 Prozent) und KHK (24,6 Prozent) – machen eine enge Abstimmung zwischen Primärversorgung, Kardiologie und Klinik essenziell. Therapeutisch setzt sich bundesweit der Trend zur Katheterablation bei Vorhofflimmern fort (+78,1 Prozent seit 2019). Aktuelle Leitlinien empfehlen eine frühzeitige Rhythmuseinstellung, um Schlaganfällen und Herzinsuffizienz vorzubeugen.
Bundesländervergleich: Altersstandardisierte Mortalitätsrate des Herzinfarkts
Abbildungen: Deutsche Herzstiftung (Hg.)/Deutscher Herzbericht – Update 2026

Unterschätzt bleibt die kardiologische Rehabilitation: Bundesweit nutzten nur knapp 5.900 Rhythmuspatienten diese Form der Nachsorge. Zudem fordert die wachsende Gruppe der Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) erhöhte Aufmerksamkeit – Rhythmusstörungen stellen bei ihnen die häufigste Ursache für Rehospitalisierungen und den plötzlichen Herztod dar.
Fazit: Um den positiven Trend bei den Infarktzahlen fortzuschreiben und der Last der Rhythmusstörungen zu begegnen, bleiben das frühzeitige Screening, die konsequente Einstellung von Begleiterkrankungen sowie die gezielte Verweisung in kardiologische Reha-Angebote zentrale Stellschrauben.
Den gesamten Deutschen Herzbericht – Update 2026 gibt es hier: www.herzstiftung.de/herzbericht.
Er wird von der Deutschen Herzstiftung zusammen mit den wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), für Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK) und für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) alljährlich herausgegeben.
K. Basaran


