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Sachsen-Anhalt 2026
Sachsen-Anhalt 2026

Landtagswahl im Fokus

Landtagswahl im Fokus

(Foto: Pressestelle Medizinische Fakultät Magdeburg)

Jetzt ist das Neue Jahr 2026 schon einige Wochen alt. Glück, Gesundheit und Erfolg haben wir uns gegenseitig in den letzten Wochen gewünscht. Und ich habe große Nachdenklichkeit im Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen wahrgenommen. Für die Ärztekammer Sachsen-Anhalt findet im März die Wahl zur Kammerversammlung statt. Unsere Selbstverwaltung lebt wesentlich vom ehrenamtlichen Engagement für die Ärzteschaft – neben der ärztlichen Tätigkeit in Praxen, in den Kliniken, in der Wissenschaft und im öffentlichen Gesundheitswesen. Dieser Einsatz lohnt sich, wir haben in den letzten Jahren mehr Einfluss auf die Landespolitik gewonnen – u. a. im Rahmen des Gesundheitskabinetts.

Für das Bundesland Sachsen-Anhalt sind die Wahlen zum Landtag im September richtungsweisend. Vor über 40 Jahren war ich bei einer Klassenfahrt zum ersten Mal im Reichstag in Berlin. Dort war 1971 vom Bundestag die spektakuläre Ausstellung „Fragen an die Deutsche Geschichte“ eröffnet worden. Für mich – damals am Ende der 10. Schulklasse – wurde es während der Führung durch die Ausstellung völlig klar, dass Wahlen und die repräsentative Demokratie ein Weg für die Beteiligung der Menschen an der Macht sind. Eine Alternative dazu habe ich nie gefunden. Aber für Wahlen gibt es wesentliche Grundlagen, nicht dass irgendwie aus dem Bauch heraus „ins Blaue hinein“ gewählt wird. Schon im Mittelalter wurde diskutiert, ob die Wahrheit zu den grundlegenden Tugenden gerechnet werden sollte. Heute sind Unwahrheiten und Lügen weit verbreitet. Was als „alternative Fakten“ begonnen hat, findet sich in vielen Texten, Informationen und Nachrichten, nicht nur bei den Großmächten auf beiden Seiten des Atlantischen Ozeans, sondern auch direkt vor unseren Haustüren. Wenn dann auch noch Fakten, die je für sich der Wahrheit entsprechen, falsch verknüpft werden, sind dem Chaos Tür und Tor weit geöffnet. Das führt zu selektiver Menschlichkeit und Ausgrenzung – da ist dann für ganze Gruppen unserer Mitmenschen kein Platz mehr. Auch zum Klimawandel finden sich zahlreiche nachweisbare Unwahrheiten, obwohl die katastrophalen Folgen, die wir auch in Europa erleben, nicht mehr geleugnet werden können.

Es wird in den nächsten Monaten wichtig sein, die offensichtlichen Unwahrheiten in Parteiprogrammen in Frage zu stellen, in die Diskussion einzutreten und dabei im Blick zu haben, dass die Gesellschaft sich immer wieder mit der Goldenen Regel befassen muss: „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Da wird Wahrheit wirklich zur Tugend. Unwahrheit und ideologische Hetze akzeptieren wir nicht. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg.

Ihr Hermann-Josef Rothkötter
Chefredakteur des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt

Portraitaufnahme von Prof. Gunther Gosch

Prof. Hermann-Josef Rothkötter
(Foto: Pressestelle Medizinische Fakultät Magdeburg)