Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
es ist mir heute eine besondere Freude und eine große Ehre, eine Laudatio auf eine hochgeschätzte Ärztin, eine couragierte Berufspolitikerin, eine klare Stimme und eine liebe Freundin halten zu dürfen: Dr. Petra Bubel.
Liebe Petra, ich habe da ein Zitat im Ohr, das Du einmal auf Deine ganz eigene Art gesagt hast: „Für mich gibt es kein Grau, nur Schwarz und Weiß.“ Ich gebe zu: Ich habe lange darüber nachgedacht. Denn auf den ersten Blick scheint dieser Satz gar nicht zu Dir zu passen. Er könnte vermuten lassen, dass die sagende Person kompromisslos oder dogmatisch denkt. Doch auf Dich trifft das überhaupt nicht zu. Und dann wurde mir klar: Dieses Bekenntnis enthält auch eine Stärke, die man leicht übersehen könnte. Es steht für Integrität. Für Prinzipien. Für Werte. Für einen klaren Fokus – für ein Brennen für das, was Dir wichtig ist. Und genau so würde ich Dich beschreiben, liebe Petra. Wenn Du Dich für eine Sache entscheidest, dann kämpfst Du dafür. In einem System, das oft komplex und kompliziert erscheint, siehst Du das Große und Ganze mit einer bewundernswerten Klarheit. Wie oft wirst Du deshalb um Rat gefragt, auch von mir?! Du bist gebürtige Hallenserin, 1960 dort geboren, aber Dein Lebensmittelpunkt war immer Eisleben. Dort bist Du zur Schule gegangen und hast 1979 Dein Abitur mit Auszeichnung abgelegt. Es folgte ein einjähriges Krankenpflegepraktikum im Kreiskrankenhaus Eisleben, ehe Du an der Karl-Marx-Universität Leipzig Dein Medizinstudium aufnahmst. Du wurdest Mutter eines Sohnes. 1986 folgte die Approbation, anschließend begann Deine Facharztausbildung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde – natürlich in Eisleben. 1990, nach dem Fall der Mauer, aber noch vor der Wiedervereinigung, verteidigtest Du Deine Doktorarbeit und bestandst die Facharztprüfung. Seit Juli 1991 bist Du als HNO-Ärztin in Eisleben niedergelassen.
Soweit die Biografie. Doch der Umbruch jener Jahre, die neuen Möglichkeiten und Herausforderungen ließen Dich nicht los. Und so engagiertest Du Dich von Beginn an berufspolitisch. Deine erklärten Kernziele: der Schutz des freien Arztberufes, die Therapiefreiheit, die Nachwuchsförderung und ein starkes ambulantes Gesundheitswesen mit vielen niedergelassenen Haus- und Fachärzten als „Bollwerk vor den Kliniken“. Immer wieder hast Du betont, wie wichtig es ist, die Attraktivität des Arztberufes zu verdeutlichen, hochzuhalten und zu schützen. Du hast einmal gesagt: „Wir müssen alles daransetzen, dass die Praxis ein attraktiver Arbeitsplatz sowohl für Ärzte als auch für MFA bleibt.“ Das zeigt Deinen Blick über den Tellerrand – Dein Verständnis für das große Ganze.
Die Liste Deines berufspolitischen Engagements allein in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist beeindruckend: Du warst von Juli 2011 bis Juni 2016 Mitglied des Vorstandes – und bist es seit Juli 2021 erneut. Seit 2011 gehörst Du der Kammerversammlung an. Du wirkst im Ausschuss Ärztliche Weiterbildung, in der Fach- und Prüfungskommission HNO, in der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung und warst im Aufsichtsrat des Sozialwerkes tätig. Seit 2008 vertrittst Du uns in der „Deutschen Akademie der Gebietsärzte“ der Bundesärztekammer. Seit 2011 bist Du Delegierte des Deutschen Ärztetages.
Und damit sind wir noch nicht am Ende: Ab 2022 – während der Coronapandemie – engagiertest Du dich zusätzlich in der Fieberambulanz Eisleben der KVSA. Du bist Vorsitzende des Deutschen Facharztverbandes DFV e. V., Landesvorsitzende der Fachärztlichen Vereinigung Sachsen Anhalt e. V., im SpiFa e. V. bekleidest Du das Amt der Schatzmeisterin und erst 2024 wurdest Du einstimmig als Vorsitzende der Landesgruppe Mitteldeutschland im Virchowbund wiedergewählt – für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Es ist bewundernswert, wie Du den Spagat zwischen Praxis, Familienleben und Berufspolitik meisterst. Jedes Deiner Ämter nimmst Du ernst und mit großer Courage wahr. Diskussionen scheust Du nicht. Und wenn Du einmal unterliegst, haderst Du nicht lange. Du machst es den Menschen leicht, Dich ins Herz zu schließen. Wenn Du fragst „Wie geht’s?“, dann ist das echtes Interesse. Es menschelt, wo Du bist. Das spüren auch Deine Patientinnen und Patienten: Du bist fachlich eine Koryphäe, zugleich einfühlsam und aufmerksam – gerade auch gegenüber Angstpatienten. Und Du lachst so gern. Dein trockener Humor hat schon manche Vorstandssitzung aufgelockert – und wieder in die richtige Bahn gelenkt. Wer Dich in Vorlesungen oder Fortbildungen erlebt hat, weiß um Dein enormes Wissen und Deine humorvolle Art, es zu vermitteln. Das bleibt im Gedächtnis. Du bist diszipliniert, unbeugsam, streng – vor allem mit Dir selbst.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir vergeben unser Ehrenzeichen jenen, die in der Medizin durch ihr Wirken einen positiven, nachhaltigen Einfluss genommen haben. Ich denke, wir sind uns einig: Dr.
Petra Bubel hat diese Auszeichnung mehr als verdient. Sie zeigt, dass sie kurz sein mag – aber auf gar keinen Fall klein. Auch das ein leicht entfremdetes Zitat aus ihrem Mund.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Dr. Bubel, liebe
Petra. Wir danken Dir sehr – und freuen uns auf alles, was wir gemeinsam noch erreichen.
Die Laudatio hielt Prof. Dr. Uwe Ebmeyer,
Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.
Foto: ÄKSA


