Osteokartilaginäre Ursachen für thorakale Schmerzsyndrome

Dr. med. Bastian Fakundiny (Foto: Universitätsmedizin Magdeburg)
Dr. med. Bastian Fakundiny (Foto: Universitätsmedizin Magdeburg)

Fakundiny, B.; Walles, T.
Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Abtlg. Thoraxchirurgie, Universitätsmedizin Magdeburg

Einleitung

Der akute Thoraxschmerz ist ein häufiges Beschwerdebild, mit dem sich Patienten in Kliniken sowie in Arztpraxen vorstellen [1]. Die möglichen Pathologien reichen von potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen über muskuloskelettale Ursachen bis hin zu psychosomatischen Krankheiten. Die Prävalenz der zugrundeliegenden Erkrankungen differiert hierbei je nach Institution deutlich: Während bei Notarzteinsätzen 69 % der Patienten mit thorakalen Schmerzen eine kardiale Genese haben, reduziert sich der Anteil dieser Patienten in den Notaufnahmen von Akut-Kliniken bereits auf 45-50 % und beträgt in Arztpraxen nur noch 20 %. Dafür überwiegen bei letzteren neuromuskuläre Krankheitsbilder mit einem Anteil von 43 % [2, 3].
Das Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die selteneren osteokartilaginären Ursachen des Thoraxschmerzes zu beleuchten und voneinander abzugrenzen.

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Adjuvante Möglichkeiten zur Senkung der Belastung mit durch Aerosol übertragbaren Erregern

Dr. med. Dr. med. dent.  Christian Zahl
Dr. med. Dr. med. dent. Christian Zahl (Foto: Autor)

Fachspezifisches klinisches Statement

Zahl, C.;Stanarius, T.; Lehmann, A.; Meyer, F.*
 Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie; Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.; Magdeburg
* Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.; Magdeburg

SARS-CoV-2 wird nach aktuellen Erkenntnissen hauptsächlich durch Aerosole der Atemtröpfchen übertragen, die von infizierten Personen ausgeatmet werden. Die Viruslast wird im Rahmen des Testabstrichs primär in der Nasenhöhle, dem Nasopharynx und im Oropharynx nachgewiesen. Die von dort stammenden Trägeraerosole verbreiten das Virus. Auch bei asymptomatischen Personen können Aerosole beim Atmen, Sprechen und Singen produziert werden und gelten daher als signifikante Treiber für die Verbreitung von SARS-CoV-2.

Die Anflugkontamination mit SARS-CoV-2 ist anfällig gegen verschiedene gängige Desinfektionsmittel (z. B. Alkohole), wodurch das lipoproteinhaltige Virus-Core durch Denaturierung und Lipolyse zerstört wird. Im praktischen Klinikalltag nutzen wir diese Erkenntnis nicht nur bei der Haut- und Händedesinfektion, sondern auch bei der Reinigung von Oberflächen (sog. Flächendesinfektion) und Instrumenten.

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Retrosternaler Schmerz, Schluckstörung und Regurgitation ohne Achalasie: Ösophago-gastrische Abflussstörung

Perorale endoskopische Myotomie (POEM) nach klinisch erfolgreicher Botulinumtoxin-Injektion in den unteren Ösophagussphinkter

Dr. Bert Hanke (Foto: Autor)
Dr. Bert Hanke (Foto: Autor)

D. Ensberg*, Th. Lalla**, B. Hanke*
Helios Bördeklinik, Oschersleben
* Zentrum für Innere Medizin; ** Chirurgie


Einleitung und Zielsetzung

Die Achalasie mit Leitsymptom Dysphagie lässt sich heute mit modernen Funktionsuntersuchungen wie der High-Resolution-Manometrie (HRM) in drei Subklassen einteilen. Die Diagnosekriterien sind nach den Chicago-Kriterien definiert. Die neue Leitlinie der European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) fasst die Studien zur fachgerechten Behandlung zusammen.

Allerdings finden sich immer wieder Grenzbefunde wie die ösophago-gastrische Abflussstörung. Dieser Befund ist charakterisiert durch eine fehlende Relaxation des unteren Ösophagussphinkters. Die typischen Zeichen der Achalasie in Bezug auf den tubulären Ösophagus fehlen: Fehlende tubuläre Peristaltik (Typ I), simultane tubuläre Peristaltik (Typ II) oder vermehrte spastische Kontraktionen des tubulären Ösophagus (Typ III). Der klinische Schweregrad ist variabel und reicht von nicht vorhandenen Symptomen bis zur schweren Dysphagie. Teils ist der Befund selbstlimitierend, teils über Jahre persistierend mit Entwicklung einer Achalasie. Handlungsrichtlinien existieren nicht. Mittels probatorischer Botulinumtoxin-Injektion in den unteren Ösophagussphinkter und Erfassung des klinischen Symptomenscores vor und nach Therapie, inklusive dem Relaps nach primär klinisch erfolgreicher Therapie, lässt sich die Prognose einer invasiveren Therapie mit pneumatischer Ballondilatation, Hellerscher Myotomie oder peroral endoskopischer Myotomie abschätzen.

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Schwierige Gegenwart – herausfordernde Zukunft: Ergebnisse einer Umfrage unter Leitenden Kinderärzt*innen in Sachsen-Anhalt

Dr. med. Roland Haase (Foto: Universitätsmedizin Halle/Saale)
Dr. med. Roland Haase
(Foto: Universitätsmedizin Halle/Saale)

Haase, R.
Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin, Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle,
Abteilung für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Universitätsklinikum Halle

Einleitung

Seit der nunmehr 30 Jahre zurückliegenden Neugründung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt (SA), größtenteils aus den ehemaligen DDR-Bezirken Magdeburg und Halle, hat es in der hiesigen Krankenhauslandschaft dramatische Veränderungen gegeben. Diese wurden u. a. durch die generelle Neuorganisation des Gesundheitswesens nach 1990, die Einführung des DRG-Systems ab 2006 und die demographische Entwicklung getriggert. Ohne Zweifel verfügen wir heute auch in der Kinder- und Jugendmedizin (KJM) über leistungsfähige Strukturen, gut ausgebildetes Personal und ausgezeichnete medizinische Möglichkeiten. Demographischer Wandel, Ökonomisierung und Fachkräftemangel stellen (auch) die KJM vor neue Herausforderungen. Fast reflexhaft wird bei ökonomischen Problemen die Existenz von Kinderkliniken (und Geburtshilfen) zur Disposition gestellt. Diese andauernde und vermutlich zur Schließung von weiteren Kinderkliniken führende Entwicklung, der Wechsel leitender Ärztinnen und Ärzte (LKÄ) in den ambulanten oder öffentlichen Sektor und die bekannten Schwierigkeiten, freie Positionen in der Pädiatrie neu zu besetzen, führte zur Initiierung einer 30 Punkte umfassenden Umfrage unter den LKÄ der KJM in SA. Ziel war es Ansichten der LKÄ zur stationären KJM des Bundeslandes zu erfragen.

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Künstliche Intelligenz in der gastrointestinalen Endoskopie

Prof. Dr. med. Jochen Weigt
Prof. Dr. med. Jochen Weigt
(Foto: privat)

Kliegis, L.; Weigt, J.
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
mit Universitätsklinikum Magdeburg

Künstliche Intelligenz ist in vielen Bereichen als Ergänzung menschlicher Ressourcen zur Bewältigung verschiedenster alltäglicher Aufgaben nicht mehr wegzudenken. Neben der Gesichtserkennung an Smartphone-Kameras, Schachcomputern oder autonom fahrenden Fahrzeugen ist ihr Einzug in die Medizin eine logische Konsequenz der technischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte und wird zunächst neben der Radiologie unter anderem in den bildgebenden Bereichen der Histopathologie, Ophthalmologie, Dermatologie und Endoskopie erwartet. In jüngster Zeit wurden verschiedene Ansätze für diagnostische Assistenzsysteme in der gastrointestinalen Endoskopie vorgestellt, deren Anwendungen von der Ösophagogastroduodenoskopie über Kapselendoskopie bis zur Koloskopie reichen.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Assistenzsystemen stellt eine neue Herausforderung für Ärzte dar und setzt mitunter gute Kenntnisse über die technischen, mathematischen und terminologischen Grundsätze künstlicher neuronaler Netze voraus. In diesem Artikel wird ein Überblick über Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz in der gastrointestinalen Endoskopie gegeben und der Schwerpunkt auf die automatisierte Detektion und Charakterisierung von Kolonpolypen in der Koloskopie gelegt.

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