Am 12. Juni 2026 fand in Magdeburg die 17. Interdisziplinäre Fachtagung für Wundbehandler (IFFW) unter dem Motto „Teamorientierte Wundtherapie im Alltag: Wissen, Austausch und Praxis“, im Hörsaal der Universitätsmedizin Magdeburg, statt. Die etablierte Fortbildungsveranstaltung brachte erneut Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte, Wundexpertinnen und -experten sowie weitere an der Versorgung chronischer Wunden beteiligte Berufsgruppen zusammen. Ziel der Tagung war es, aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie praxisnah zu vermitteln und den interdisziplinären Austausch zu fördern.
Das MVZ „Im Altstadtquartier“, als Veranstalter mit Kooperationspartnern, wie dem Universitätsklinikum Magdeburg, dem Klinikum Magdeburg und dem Wundnetz Sachsen-Anhalt, hat es auch in diesem Jahr geschafft, dass viele, auch über die Landesgrenzen hinaus, der Einladung gefolgt sind.
Nach der Begrüßung durch Dr. med. C. Meißner begann die erste Sitzung unter der Moderation von Dr. med. B. Brinkers. Den Auftakt bildete der Vortrag von Dr. med. C. Meißner zum Thema „Ernährungsmedizin in der Wundtherapie – zwischen Evidenz und Ernährungsmythen“. Anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wurde die Bedeutung einer bedarfsgerechten Ernährung für die Wundheilung dargestellt und gleichzeitig mit weit verbreiteten Ernährungsmythen aufgeräumt.
Im Anschluss referierte Dr. med. J. Martins über die gezielte Versorgung des Malum perforans durch Filztechniken und Schuhversorgungen im ambulanten Bereich. Dabei wurden praxisnahe Möglichkeiten der Druckentlastung und Prävention aufgezeigt.
Die zweite Sitzung widmete sich zunächst den Hautproblemen bei Menschen mit chronischen Wunden. Frau K. Protz stellte typische dermatologische He- rausforderungen sowie Möglichkeiten der Prävention und Therapie vor. Ein besonderes soziales Projekt wurde anschließend durch Frau I. Schulz präsentiert: Der ASB-Wünschewagen wurde vorgestellt und seine Bedeutung für schwerstkranke Menschen eindrucksvoll erläutert.
Am Nachmittag standen Entzündungen und Infektionen in der Wundversorgung im Mittelpunkt. Herr D. Baum und Dr. med. B. Brinkers vermittelten aktuelle Erkenntnisse zum Erkennen, Behandeln und Vorbeugen infektiöser Komplikationen. Im Anschluss informierte Frau S. Mester über die Befugniserweiterung in der Pflege und das aktuelle Update zur Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten. Dabei wurden die Chancen einer erweiterten Verantwortung der Pflegeberufe für die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden diskutiert.Die abschließende Sitzung wurde von Dr. med. S. Dalicho moderiert. Dr. med. E. Mendoza gab einen Überblick über aktuellen Entwicklungen der Kompressionstherapie und stellte Neuerungen unter dem Titel „Kompression 2.0 – was gibt es Neues?“ vor.
Den Abschluss bildete die beliebte Falldiskussion „Der besondere Fall – aus der Praxis für die Praxis“. Vertreterinnen und Vertreter des Klinikums Magdeburg, der Wundambulanz der Universitäts-Hautklinik, sowie der Wundsprechstunde des MVZ „Im Altstadtquartier“ präsentierten interessante Kasuistiken und diskutierten gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diagnostische und therapeutische Strategien für komplexe Wundsituationen. Die lebhaften Diskussionen und der intensive fachliche Austausch unterstrichen erneut die Bedeutung der Interdisziplinarität in der modernen Wundversorgung.
Die gesamte Verpflegung während der Tagung wurde durch die MUKS GmbH der Universitätsmedizin Magdeburg sichergestellt. Bereits im Vorfeld erfolgten konkrete Absprachen zur gesundheitsförderlichen Ausrichtung des Speisenangebots. So standen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgewogene und qualitativ hochwertige Speisen zur Verfügung. Insbesondere die frischen Salate und leichten Zwischenmahlzeiten wurden sehr positiv aufgenommen. Damit war die Verpflegung nicht nur schmackhaft, sondern setzte zugleich ein sichtbares Zeichen für einen gesundheitsbewussten Lebensstil und unterstrich den präventiven Anspruch der Veranstaltung. Neben den wissenschaftlichen Vorträgen bot die Industrieausstellung Gelegenheit, neue Produkte und Versorgungsmöglichkeiten kennenzulernen sowie Kontakte zwischen den verschiedenen Berufsgruppen zu vertiefen. Die positive Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigte einmal mehr den hohen Stellenwert der Interdisziplinären Fachtagung für Wundbehandler als feste Fortbildungsveranstaltung in Mitteldeutschland.
Dr. med. Carl Meißner M. Sc.
Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Ernährungsmediziner, Ernährungstherapeut (FH)
MVZ „Im Altstadtquartier“ GmbH
Max-Otten-Straße 14, 39104 Magdeburg


