Am „Haus der Heilberufe“ am Doctor-Eisenbart- Ring 2 in Magdeburg übersteigen die Temperaturen die 40-Grad-Marke. Drinnen herrscht an diesem samstäglichen 27. Juni 2026 – bei erträglich temperiertem Raumklima – eine spürbar konzentrierte Erwartungshaltung. Zur konstituierenden Kammerversammlung der IX. Legislaturperiode von 2026 bis 2031 treten die 37 neu gewählten Kammermitglieder vollzählig an; eine berufsbedingte Verspätung löst sich glücklicherweise rechtzeitig vor den ersten Aufrufen auf.
Schon der Auftakt zur neuen Legislatur zeigt, wie sich Tradition und moderne Technik miteinander zielführend verknüpfen lassen. Während die Delegierten bei den Spitzenpositionen auf bewährte Kontinuität setzen, weht technologisch frischer Wind durch den Saal.
Das Zauberwort des Tages heißt Effizienz – per Knopfdruck. Grund ist das neue elektronische TED-Abstimmungssystem. Das reibungslos funktionierende Verfahren sollte an diesem Tag die gesamte Versammlung massiv beschleunigen: Die digitale Stimmabgabe garantiert zudem eine schnelle, transparente und rechtssichere Entscheidungsfindung bei allen kommenden Voten.

Breite Zustimmung per Handzeichen. Der größte Teil der Wahlen wurde jedoch mit dem neuen TED-System bestritten.
Aber der Reihe nach: Nach der Begrüßung der neuen Kammerversammlung durch den noch amtierenden Präsidenten Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer und ersten erklärenden Worten zur TED-Methode wird mit Dipl.-Med. Mroawan Amoury, Facharzt für Innere Medizin aus Halle (Saale), der Alterspräsident festgestellt; der 67-Jährige führt nun durch den ersten Teil der Tagesordnung – die Wahl des neuen Kammerpräsidenten.
Hier hatte sich im Vorfeld neben Prof. Ebmeyer keine weitere Person zur Kandidatur aufstellen lassen. In seiner kurzen Bewerbungsrede wirbt der Facharzt für Anästhesiologie, der als leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Otto-von Guericke-Universität arbeitet, für seinen Kurs. Dabei hebt er besonders die angestrebte Einigkeit der Ärzteschaft hervor, die insbesondere im derzeitigen gesundheitspolitischen Geschehen Fundament für erfolgreiches Mitbestimmen auf Landes- und Bundesebene ist. „Wir haben Einfluss, wir werden als Gesprächspartner und bei der Entscheidungsfindung von Politik und Gesellschaft gehört – diesen Weg möchte ich mit Ihnen fortsetzen.“ Das erste Abstimmungsergebnis dieses Tages ist überwältigend eindeutig: Prof. Uwe Ebmeyer erhält von allen 37 Delegierten ein „Ja“ und ist mit 100 Prozent der Stimmen zum neuen Präsidenten der Ärztekammer Sachsen-Anhalt gewählt. Der langanhaltende Applaus zeugt von großem Respekt vor der bisherigen Leistung des 62-Jährigen und von der Hoffnung auf einen weiterhin erfolgreichen Kurs im Sinne aller Ärztinnen und Ärzte unseres Bundeslandes.

Per Knopfdruck konnten die Delegierten abstimmen. Alles lief reibungslos – das sorgte durchaus für gute Stimmung.

Die nächste Sitzung der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt findet am 7. November 2026, 09.00 Uhr c.t. im Haus der Heilberufe in Magdeburg statt.
Im Anschluss geht es um das Amt des Vize-Präsidenten. Auch hier gibt es lediglich einen Kandidaten: Thomas Dörrer, Facharzt für Allgemeinmedizin und niedergelassener Hausarzt in Teutschenthal, stellt sich nach einer kurzen Ansprache zur Wiederwahl. Auch sein Ergebnis zeugt von breiter Mehrheit: Mit 31 Stimmen (83,78 Prozent) wird der 50-Jährige zum neuen Vize gewählt. Damit steht die Spitze der Ärztekammer fest.
Nach diesen ersten Entscheidungen übernimmt Prof. Ebmeyer, nun als neugewählter Präsident, erneut die Moderation der fortlaufenden Versammlung. Und es wird spannend: Es geht um die Wahl der weiteren Vorstandsmitglieder. Insgesamt zehn Anwärterinnen und Anwärter stellen sich vorab in alphabetischer Reihenfolge vor – eine personell starke und hochkarätige Auswahl für die sieben zu vergebenden Plätze. Dass eine so lebendige und demokratische Dynamik und Effizienz wunderbar Hand in Hand gehen können, beweist auch hier das neu eingeführte TED-System: Ohne zähe Wartezeiten und bürokratischen Leerlauf ist das komplexe Votum bereits nach dem ersten Wahlgang sekundenschnell und rechtssicher ausgewertet. Ein zweiter Wahlgang ist unnötig, da die erforderlichen Stimmen von mindestens 19 für die ersten sieben Ärztinnen und Ärzte erreicht werden.

Bewährtes Spitzenduo: Prof. Dr. Uwe Ebmeyer (l.) wurde erneut zum Kammerpräsidenten, Thomas Dörrer zum Vize gewählt.
Das Wahlergebnis steht für eine ausgewogene Mischung aus Stabilität und punktueller Erneuerung: Sechs der bisherigen Vorstandsmitglieder werden von den Delegierten mit starkem Mandat in ihren Ämtern bestätigt. Dies sind in alphabetischer Reihenfolge:
> Dr. med. Henning Böhme,
> Dr. med. Petra Bubel,
> Prof. Dr. med. Gunther Gosch,
> Dr. med. Torsten Kudela,
> Dr. med. Carola Lüke,
> Dr. med. Dietrich Stoevesandt (neu dabei) und
> Henrik Straub.
Ein ganz ähnliches Bild der Kontinuität zeichnet sich bei den anschließenden Wahlen für die Vorsitzenden der regionalen Geschäftsstellen ab. In fast allen Bereichen setzt die Kammer weiterhin auf die bewährte und erfahrene Führung der vergangenen Jahre. Eine Umbesetzung gibt es jedoch in der Geschäftsstelle Halle: Hier folgt Dr. med. Tilmann Lantzsch auf Dr. med Gerd-Thomas Zeisler.
Leiter der Geschäftsstelle Magdeburg:
> Henrik Straub
Stellvertreter:
> Prof. Dr. med. Christoph Kahl
Leiter der Geschäftsstelle Halle:
> Dr. med. Tilmann Lantzsch
Stellvertreter:
> Dr. med. Bastian Thate

Sie leiten weiter die Geschäftsstelle in Magdeburg: Henrik Straub (l.) und sein Stellvertreter Prof. Dr. Christoph Kahl.


Nach diesem intensiven Wahlmarathon verabschiedet sich der neu gewählte Vorstand in eine kurze Beratungspause, um sich intern abzustimmen und die Weichen für die anschließende Besetzung der Ausschüsse zu stellen. Bei der nach der Pause auf der Tagesordnung stehenden Besetzung der satzungsgemäßen Ausschüsse und Gremien zeigt sich schnell, dass die Kammerversammlung alles andere als ein starres Abnicken vorgefertigter Listen ist. Das Plenum nutzt die Gelegenheit für eine lebendige demokratische Kultur: Es gibt Diskussionen und weitere Namensvorschläge aus den Reihen der Mitglieder, was die Wahlgänge zu einer echten, gemeinsamen Weichenstellung werden lässt.
Ein zukunftsweisendes Signal setzt die Versammlung bei der Umbenennung des Nachwuchs-Organs. Auf eine Wortmeldung hin wird entschieden, die Bezeichnung zu modernisieren: Das wichtige Gremium, das im weiteren Fortgang außerhalb der konstituierenden Kammerversammlung besetzt werden wird, firmiert ab sofort offiziell unter dem Namen „Ausschuss junge Ärztinnen und Ärzte“. Im Folgenden stehen die personellen Fundamente der großen Kernbereiche der IX. Legislatur zügig fest. Beim Ausschuss Finanzen und Beitrag, der Ärztlichen Weiterbildung sowie der Qualitätssicherung ist die fachliche Expertise optimal verteilt. Auch die Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung nimmt sofort Fahrt auf: Hier übernimmt Dr. med. Carola Lüke den Vorsitz.
Einen emotionalen Höhepunkt setzt die Wahl des Chefredakteurs für das Ärzteblatt: Zwar ohne Gegenkandidaten hält Prof. Dr. med. habil. Herrmann-Josef Rothkötter eine motivierende Bewerbungsrede, die von der Versammlung mit der Bestätigung im Amt goutiert wird.
Ausschuss Finanzen und Beitrag:
> Dr. med. Michael Böhme
> Dr. med. Frank Lautenschläger
> Dr. med. Olaf Linke
> Prof. Dr. med. habil. Herrmann-Josef Rothkötter
> PD Dr. med. habil. Christine Schneemilch
Ausschuss Ärztliche Weiterbildung:
> Dr. med. Stefan Bender
> Dr. med. Petra Bubel
> Linda Jörke
> Prof. Dr. med. Christoph Kahl
> Dr. med. Frank Lautenschläger
> Dr. med. Kirsten Reschke
> Dr. med. Holm Riegel
> Dr. med. Julia Steinicke
> Dr. med. Dietrich Stoevesandt
Ausschuss Qualitätssicherung:
> Prof. Dr. med. Thomas Frese
> Steffen Lange
> Dr. med. Tilmann Lantzsch
> Dr. med. Uwe Rose
> Dr. med. Karin Rybak
> Dr. med. Cordula Schöler
> Dr. med. Sandra Schulz
Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung:
Vorsitzende:
> Dr. med. Carola Lüke
Beisitzer:
> Dr. med. Stefan Bender
> Dr. med. Petra Bubel
> Zoran Jovanovic
> Martin Lohrengel
> Dr. med. Carl Meißner
> PD Dr. med. Markus Porsch
Chefredakteur des Ärzteblattes:
> Prof. Dr. med. habil. Herrmann-Josef Rothkötter
Nach den großen Wahlgängen bleibt das Tempo weiter hoch. Das Plenum befasst sich im Anschluss mit den weiteren strukturellen Weichenstellungen für die Wahlperiode: Die Beschlüsse über zusätzliche Gremien sowie die Verlängerung der Amtsdauer bestehender Ausschüsse erfolgen im flüssigen Fortgang – eine kontinuierliche und rechtssichere Kammerarbeit ist so nahtlos gewährleistet.
Nach dem Wahlmarathon schlägt die Versammlung im darauffolgenden Teil die Brücke zur praktischen Alltagsarbeit: Der Hauptgeschäftsführer stellt den Delegierten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Hauptamt vor. Dies sorgt von Tag eins an für eine transparente Verzahnung zwischen Ehrenamt und Verwaltung. Mit der Bekanntgabe der nächsten konkreten Sitzungstermine für den neu formierten Vorstand und die Kammerversammlung findet die konstituierende Sitzung schließlich ihr strukturiertes Ende. Draußen warten 40 Grad Sommerhitze, drinnen wurden trotz Hitze kühle Köpfe bewahrt.
Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt gratuliert herzlich allen Mitgliedern, die in ihren Ämtern bestätigt oder neu in die Gremien gewählt worden sind.
K. Basaran
Fotos: Peter Gercke
Die Amtsdauer der bestehenden Ausschüsse und Gremien, die nicht auf der konstituierenden Kammerversammlung der IX. Wahlperiode (01.07.2026 bis 30.06.2031) gebildet worden sind, wird bis zu ihrer Neuwahl auf der nächsten Kammerversammlung verlängert.


