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Kammer-Aktuell

Termine Abschlussprüfungen

  • Titel Teaser: Termine Abschlussprüfungen
  • Teaserbild:
  • Einführungstext: Termin für die nächste schriftliche Abschlussprüfung ist der 9. Mai 2026. Die praktischen Prüfungen erfolgen in der Zeit vom 3. bis 22. Juni 2026.
  • Meta: Das Referat Medizinische Fachangestellte (MFA) informiert:

Termine Abschlussprüfungen

Termine Abschlussprüfungen

Termin für die nächste schriftliche Abschlussprüfung ist der 9. Mai 2026. Die praktischen Prüfungen erfolgen in der Zeit vom 3. bis 22. Juni 2026. Die schriftlichen Prüfungen erfolgen im Verwaltungszen-trum für Heilberufe, Ärztekammer Sachsen-Anhalt am Doctor-Eisenbart-Ring 2 in Magdeburg.

Achtung! Die Adresse für die praktischen Prüfungen lautet: Berufsbildende Schule „Dr. Otto Schlein“, Alt Westerhüsen 51-52, 39122 Magdeburg

Das feierliche Freisprechen unserer neuen MFA ist für den 3. Juli 2026 geplant – dann ebenfalls im Haus der Heilberufe.

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Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt

  • Titel Teaser: Wir beglückwünschen unsere Ärztinnen und Ärzte zur bestandenen Facharztprüfung im März
  • Teaserbild: Arzt mit Stethoskop bei medizinischer Fortbildung, schreibt Notizen zu Fachliteratur für Weiterbildung und Praxiswissen.
  • Einführungstext: Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesiologie, Facharzt für Anatomie, Facharzt für Augenheilkunde,..
  • Meta: Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt

Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt

Foto: Adobe Stock

Wir beglückwünschen unsere Ärztinnen und Ärzte zur bestandenen Facharztprüfung im März

Wir beglückwünschen unsere Ärztinnen und Ärzte zur bestandenen Facharztprüfung im März

Facharzt für Allgemeinmedizin
Claudia Grüner, Halle (Saale)
Jana Hartke, Magdeburg
Dr. med. Juliane Kühn, Staßfurt
Elena Lapygina, Schönebeck (Elbe)

Facharzt für Anästhesiologie
Alena Esther Bähr, Magdeburg
Jessyca Mätzold, Aarau
Dr. med. Christoph Radenbach, Halle (Saale)
Christiane Seiler, Naumburg (Saale)

Facharzt für Anatomie
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Anne Albrecht,
Magdeburg

Facharzt für Augenheilkunde
Charlotte Kroeker, Magdeburg
Olha Martinek, Dessau-Roßlau

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Dr. med. Lisa Krause, Halle (Saale)
Dr. med. Kamil Wisniowski, Dessau-Roßlau

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Dr. med. Claudia Böhme, Burg
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Suzan Alboradi, Magdeburg

Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin
Dr. med. Sebastian Wendt, Halle (Saale)

Facharzt für Innere Medizin
Iulia Dumitrascu, Aschersleben
Dr. med. Carolin Herzog, Magdeburg
Tamara Wassermann, Schönebeck (Elbe)

Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Dr. med. Veronika Peter, Halle (Saale)

Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie
Anna Schaffranke, Magdeburg

Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Charlotte Semm, Magdeburg
Venu Madhav Padi, Köthen
Dr. med. Ann-Katrin Reglinde Zappe, Stendal

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Paul Arnold, Halle (Saale)
Karolin Dahlenburg, Weißenfels
Dr. med. Stephanie Lorenz, Halle (Saale)

Facharzt für Neurologie
Vera-Elena Kendzierski, Halle (Saale)
Maria Mitrica, Dessau-Roßlau

Facharzt für Urologie
Khalid Al-Assali, Magdeburg
Amro Alrahahleh, Halle (Saale)

Telefonische Sprechzeiten der Abteilung Weiterbildung:
Montag bis Donnerstag:
10:00 - 12:00 & 14:00 - 16:00 Uhr

Die aktuell bestehenden Weiterbildungsbefugnisse sind HIER einsehbar.

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Ergebnis der Wahl zur Kammerversammlung für die IX. Wahlperiode (2026 – 2031)

  • Titel Teaser: Ergebnis der Wahl zur Kammerversammlung für die IX. Wahlperiode (2026 – 2031)
  • Teaserbild: Unscharfer Krankenhausflur mit Personen im Hintergrund, Symbolbild für Klinikalltag und medizinische Versorgung
  • Einführungstext: Die Mitglieder der Kammerversammlung für die kommende IX. Wahlperiode stehen fest. Die Kammerangehörigen hatten in der Zeit vom 01.03.2026 bis 25.03.2026 Gelegenheit ihre Stimme abzugeben und so die Vertreterinnen und Vertreter ihres Wahlkreises in der Kammerversammlung für die nächsten fünf Jahre zu bestimmen.
  • Meta: Sitzung des Wahlausschusses zur Auszählung und Feststellung des Wahlergebnisses am 27.03.2026

Die Mitglieder der Kammerversammlung für die kommende IX. Wahlperiode stehen fest (s. Bekanntmachung des Wahlergebnisses in diesem Heft). Die Kammerangehörigen hatten in der Zeit vom 01.03.2026 bis 25.03.2026 Gelegenheit ihre Stimme abzugeben und so die Vertreterinnen und Vertreter ihres Wahlkreises in der Kammerversammlung für die nächsten fünf Jahre zu bestimmen. In den sechs Wahlkreisen bewarben sich insgesamt 64 Ärztinnen und Ärzte um einen Sitz in der Kammerversammlung. Von den 14.633 versandten Wahlbriefen kamen 260 Briefe als unzustellbar zurück. In 82 Fällen waren die Ärztinnen und Ärzte entweder verstorben oder verzogen und damit nicht mehr Mitglied der Kammer. Nach Prüfung der Adresse konnten 157 Briefe nochmal versandt werden. In 17 Fällen kam auch dieser Brief als unzustellbar zurück. In vier Fällen konnte wegen Ablauf der Frist zur Stimmabgabe nicht nochmal versandt werden.

Im Ergebnis beteiligten sich 5.888 Kammermitglieder an der Wahl. Die Wahlbeteiligung lag mit 40,24 % leider wieder niedriger als bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 (46 %). Allerdings fiel die Wahlbeteiligung bei den letzten Wahlen anderer Ärztekammern noch geringer aus.

Wahlbeteiligung in % nach Haupttätigkeit
Wahlbeteiligung in % nach Haupttätigkeit in den Wahlkreisen
Wahlbeteiligung in % nach Altersdekade und Geschlecht in den Wahlkreisen

Der Wahlausschuss traf sich zur Sitzung zur Auszählung und Feststellung des Wahlergebnisses am 27.03.2026 um 09.00 Uhr in der Landesgeschäftsstelle in Magdeburg. Unterstützt von den Mitarbeitenden der Ärztekammer zählten die Mitglieder des Wahlausschusses, Frau Dr. Kudela, Frau Dr. Zeisler, Herr Dr. Prüßing und Herr Dr. Schöning, gemeinsam mit der Wahlleiterin die abgegebenen Stimmen aus.

Vorgegangen wurde wie bei den Wahlen zuvor in zwei Arbeitsgängen. Zunächst wurden die Wahlbriefe geöffnet, um anhand der Wahlausweise die Wahlberechtigung festzustellen und zur Gewährleistung einer geheimen Wahl die Wahlausweise von den inneren Umschlägen mit dem Stimmzettel zu trennen. In sechs Fällen wurde auf diesem Weg der Tod des Kammermitgliedes mitgeteilt. Nach dem Öffnen der Wahlbriefe waren bereits 124 Stimmabgaben ungültig.

In 92 Wahlbriefen befand sich nur ein Umschlag. Der zur Prüfung der Wahlberechtigung erforderliche Wahlausweis fehlte. Da die Wahlberechtigung so nicht festgestellt werden konnte, musste der Wahlausschuss diese Stimmen als ungültig bewerten. In weiteren Fällen war der innere Umschlag mit dem Stimmzettel nicht verschlossen oder es befanden sich nur der Wahlausweis oder nur der Stimmzettel im Wahlbrief.

Nach der Trennung von den Wahlausweisen wurden dann die inneren Umschläge sortiert nach Wahlkreisen in die Wahlurne gegeben und zur Wahrung der geheimen Wahl ordentlich gemischt. Dann begann die eigentliche Stimmauszählung. In 14 Zählgruppen wurden die Stimmzettel auf ihre Gültigkeit geprüft und ausgezählt. Zwölf Stimmzettel waren nach Prüfung durch den Wahlausschuss ungültig.

Nach Auszählung der gültigen Stimmzettel konnte der Wahlausschuss dann um 15.20 Uhr das Wahlergebnis feststellen. Für den Fall einer Wahlprüfung wurden am Schluss der Sitzung die Wahlunterlagen (Wahlausweise, Stimmzettel, Wählerverzeichnisse) für jeden Wahlkreis einzeln in Kartons verpackt, verschlossen und versiegelt. Dann konnte die Sitzung geschlossen werden.
Den Mitgliedern des Wahlausschusses und den Mitarbeitenden der Kammer sei an dieser Stelle herzlich für ihre tatkräftige Unterstützung und ihr Engagement gedankt.

Die konstituierende Kammerversammlung findet am 27.06.2026 in Magdeburg statt. 12 Ärztinnen und Ärzte sind dann das erste Mal als Mitglieder dabei. Das Durchschnittsalter der Mitglieder beträgt 51 Jahre. Die neu gewählte Kammerversammlung hat die Aufgabe, die Präsidentin oder den Präsidenten, die Vizepräsidentin oder den Vizepräsidenten und 7 weitere Vorstandsmitglieder zu bestimmen, die in den nächsten fünf Jahren die Geschäfte der Ärztekammer Sachsen-Anhalt führen werden. Traditionell werden in dieser Sitzung auch die ehrenamtlichen Vorsitzenden der Geschäftsstellen sowie die Mitglieder des Finanz- und Beitragsausschusses bestimmt. Aufgrund der mit einem neuen elektronischen Abstimmungssystem erhofften Zeitersparnis ist geplant, auch die weiteren satzungsmäßigen Ausschüsse und den Chefredakteur des Ärzteblattes in dieser Sitzung zu wählen. Der Zutritt zur Kammerversammlung steht allen Kammerangehörigen offen.


Ass. jur. Kathleen Holst
Wahlleiterin

Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zur Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt für die IX. Wahlperiode 2026 – 2031

Gemäß § 24 Abs. 3 Satz 2 der Wahlordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt gebe ich das durch Beschluss des Wahlausschusses am 27.03.2026 festgestellte Ergebnis der Wahl zur Kammerversammlung für die IX. Wahlperiode 2026 – 2031 bekannt:

Im Wahlkreis Nord sind
Dr. med. Carola Lüke mit 567 Stimmen
Dr. med. Christian Chvojka mit 394 Stimmen
Dr. med. Stefan Bender mit 374 Stimmen
Detlev Schmitz mit 332 Stimmen
Dr. med. Philip Heidemann mit 303 Stimmen
als Mitglieder der Kammerversammlung gewählt. 

Nachfolger und Nachfolgerinnen sind in der angegebenen Reihenfolge:
Dr. med. Ulrich Neumann mit 302 Stimmen
Dr. med. Jens Hildebrandt mit 266 Stimmen
Dr. med. Hans Georg Damert mit 260 Stimmen.

Im Wahlkreis Ost sind
Dr. med. Beatrix Rebmann mit 448 Stimmen
Dr. med. Andrea Reibe mit 381 Stimmen
Dr. med. Frank Lautenschläger mit 378 Stimmen
Dr. med. Dr. rer. nat. Kathrin Rall mit 312 Stimmen
Dr. med. Andrea Morawe mit 304 Stimmen
als Mitglieder der Kammerversammlung gewählt. 

Nachfolger und Nachfolgerinnen sind in der angegebenen Reihenfolge:
Dipl.-Med. Jeane Sante mit 288 Stimmen
Dr. med. Peter Hendrik Herrmann mit 254 Stimmen.

Im Wahlkreis Süd sind
Dr. med Bastian Thate mit 473 Stimmen
Thomas Dörrer mit 466 Stimmen
Dr. med. Petra Bubel mit 439 Stimmen
Dr. med. Hartmut Stefani mit 437 Stimmen
Susen Ringleb mit 432 Stimmen
Till Hartmann mit 429 Stimmen
als Mitglieder der Kammerversammlung gewählt. 

Nachfolger und Nachfolgerinnen sind in der angegebenen Reihenfolge:
Dr. med. Ulrich Kuminek mit 406 Stimmen
Dr. med. Frank Thieme mit 356 Stimmen
Dr. med. Tafwik Mosa mit 341 Stimmen
Kurt Müller mit 266 Stimmen.

Im Wahlkreis West sind
Dr. med. Henning Böhme mit 476 Stimmen
Henrik Straub mit 433 Stimmen
Dr. med. Tino Breitfeld mit 385 Stimmen
Dr. med. Michael Böhme mit 345 Stimmen
Dr. med. Anke Mann mit 342 Stimmen
Dr. med. Robin John mit 317 Stimmen
als Mitglieder der Kammerversammlung gewählt. 

Nachfolger und Nachfolgerinnen sind in der angegebenen Reihenfolge:
Stefan Böhm mit 287 Stimmen
Andreas Meyer-Wernecke mit 283 Stimmen
Dr. med. Christina Willer mit 271 Stimmen
Dr. med. Thomas Lütke mit 235 Stimmen.

Im Wahlkreis Halle sind
Dr. med. Dietrich Stoevesandt mit 653 Stimmen
Dr. med. Tilmann Lantzsch mit 625 Stimmen
Dr. med. Karsten zur Nieden mit 613 Stimmen
Christiane Ludwig mit 573 Stimmen
Hildegard Anz mit 537 Stimmen
Dipl.-Med. Mroawan Amoury mit 512 Stimmen
Dr. med. Gerd-Thomas Zeisler mit 506 Stimmen
Dr. med. Friederike Klauke mit 492 Stimmen
als Mitglieder der Kammerversammlung gewählt.

Nachfolger und Nachfolgerinnen sind in der angegebenen Reihenfolge:
Dr. med. Sandra Seseke mit 483 Stimmen
Dr. med. Nesrin Amoury mit 449 Stimmen
Juliane Peinhardt mit 441 Stimmen
Philipp Rolf Weingärtner mit 425 Stimmen
Dr. med. Anne Eberhardt mit 417 Stimmen
Dr. med. Kay Brehme mit 328 Stimmen.

Im Wahlkreis Magdeburg sind
Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer mit 684 Stimmen
Prof. Dr. med. Christoph Kahl mit 612 Stimmen
Dr. med. Torsten Kudela mit 531 Stimmen
Prof. Dr. med. Gunther Gosch mit 499 Stimmen
Dr. med. Ekkehard Röpke mit 470 Stimmen
Dr. med. Julia Steinicke mit 446 Stimmen
Dr. med. Jörg Böhme mit 410 Stimmen 
als Mitglieder der Kammerversammlung gewählt. 

Nachfolger und Nachfolgerinnen sind in der angegebenen Reihenfolge: 
Dr. med. Eike Hennig mit 392 Stimmen
PD Dr. med. habil. Christine Schneemilch mit 384 Stimmen
Dr. med. Antje Kugler mit 368 Stimmen
Dr. med. Jens Schwalenberg mit 356 Stimmen
Katrin Baier mit 344 Stimmen 
Lucas Kemmesies mit 340 Stimmen
Martin Lohrengel mit 287 Stimmen
Dr. med. Claudia Elisabeth Schindler mit 209 Stimmen. 

Die Feststellung und Durchführung der Wahl sowie die Feststellung des Wahlergebnisses unterliegen der Wahlprüfung. Das Wahlprüfungsverfahren wird nur auf Einspruch durchgeführt. Der Einspruch ist gemäß § 29 Abs. 2 der Wahlordnung bis Freitag, den 15.05.2026 bei der

Wahlleiterin Ass. jur. Kathleen Holst Ärztekammer Sachsen-Anhalt Doctor-Eisenbart-Ring 2 39120 Magdeburg

schriftlich einzulegen und unter Angabe der Beweismittel zu begründen.

Magdeburg, den 30.03.2026
gez.
Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer
Präsident

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Debatten, Emotionen, Zukunftsblick: Impulse aus Havelberg

  • Titel Teaser: Debatten, Emotionen, Zukunftsblick: Impulse aus Havelberg
  • Teaserbild:
  • Einführungstext: Gleich zu Beginn der zweitägigen Versammlung wurde klar, wie Engagement für eine funktionierende Versorgung auch aussehen und wirken kann: Die feierliche Verleihung von gleich zwei Ehrenzeichen setzte ein emotionales Ausrufezeichen, bevor die politischen Debatten und das parlamentarische Geschäft Fahrt aufnahmen.
  • Meta: 11. Kammerversammlung der VIII. Wahlperiode

Havelberg ist ein Ort, der schöner nicht sein könnte – und der doch programmatisch für eine der größten Baustellen der Landespolitik in Sachsen-Anhalt steht. In dem malerischen Städtchen im Norden Sachsen-Anhalts lässt sich die Fieberkurve der regionalen Gesundheitsversorgung präzise ablesen: Seit Jahren kämpft eine Initiative mit bemerkenswerter Ausdauer und Hartnäckigkeit nach dem Aus des örtlichen Krankenhauses für ein tragfähiges MVZ. Bislang vergebens. Dass die Wahl des Tagungsortes für die letzte Kammerversammlung der VIII. Wahlperiode auf Havelberg fiel, war daher weit mehr als eine rein organisatorische Geste. Es war eine bewusste Standortbestimmung in einer Zeit, in der die medizinische Infrastruktur im ländlichen Raum unter einem beispiellosen Druck steht.

Idyllisches Städtchen mit Versorgungssorgen: Blick über Havelberg.

Gleich zu Beginn der zweitägigen Versammlung am 10. und 11. April 2026 wurde klar, wie Engagement für eine funktionierende Versorgung auch aussehen und wirken kann: Die feierliche Verleihung von gleich zwei Ehrenzeichen setzte ein emotionales Ausrufezeichen, bevor die politischen Debatten und das parlamentarische Geschäft Fahrt aufnahmen. Die höchste Auszeichnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt fand in der Ehrung von Sanitätsrat Dr.
Hans-Jürgen Groh eine ihrer lebendigsten Bestätigungen. In seiner Laudatio würdigte Dr. Torsten Kudela, Hausarzt in Magdeburg, Chef des Hausärzteverbandes und Vorstandsmitglied der Ärztekammer, das Wirken des heute 89-jährigen Landarztes, der gemeinsam mit seiner Frau nach Havelberg gereist war. Über 60 Jahre lang bildete das Ehepaar Groh die medizinische Konstante in Atzendorf bei Staßfurt – ein Dienst am Patienten, der weit über das übliche Maß hinausgeht und das Idealbild des Landarztes als verlässlicher Ankerpunkt prägte. Dr. Kudela hob hervor, dass solche Biografien das Rückgrat der Versorgung bilden; das Ausscheiden einer solchen Persönlichkeit hinterlasse eine Lücke, die weit über das Fachliche hinausgeht. Dr. Groh nahm das Ehrenzeichen mit einem bewegten „Dankeschön“ an.

zur Laudatio

Das Präsidium (v. l.): ÄKSA-Hauptgeschäftsführer Prof. Edgar Strauch, Kammerpräsident Prof. Uwe Ebmeyer, stellv. Geschäftsführerin und Leiterin der Rechts-abteilung Kathleen Holst und Vizepräsident Thomas Dörrer.

Einen ebenso kraftvollen wie berührenden Akzent setzte anschließend die Auszeichnung von Dr. Petra Bubel. In einer sehr persönlichen Laudatio würdigte Kammerpräsident Prof. Uwe Ebmeyer das langjährige Wirken der engagierten HNO-Ärztin aus Eisleben. Als Vorstandsmitglied der Ärztekammer verkörpert Dr. Bubel beispielhaft den leidenschaftlichen Kampf um die standespolitische Mitsprache und die Gewinnung des ärztlichen Nachwuchses. Prof. Ebmeyer zeichnete den Weg einer Kollegin nach, die sich nie scheute, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen, wenn es um die Qualität der Ausbildung oder die Zukunft der ärztlichen Freiberuflichkeit ging. Dass ihr Engagement tiefe Spuren in der Kollegenschaft hinterlassen hat, zeigte sich unmittelbar nach der Verleihung: Das gesamte Plenum erhob sich zu Standing Ovations – ein seltener und Gänsehaut erzeugender Moment der kollektiven Anerkennung, der die tiefe Wertschätzung für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Persönlichkeit eindrucksvoll unterstrich. Dr. Bubel nutzte die Gelegenheit, um sich nach ihrem Dank für das Ehrenzeichen noch einmal ans Plenum zu wenden: „Wir müssen uns weiter einsetzen – für Nachwuchs, ein starkes ambulantes System und unsere Freiberuflichkeit“, appellierte sie nachdrücklich an die Kammerversammlung.

zur Laudatio

In seiner anschließenden Rede zur politischen Lage zog Prof. Ebmeyer eine Bilanz der vergangenen Wahlperiode. Havelberg, so betonte der Präsident mit Nachdruck, sei ein Symbolort für die Herausforderungen in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt. Wer die schmerzhafte Schließung des Krankenhauses im Jahr 2020 miterlebt habe, wisse, dass digitale Innovationen und Telemedizin zwar wichtige Unterstützungen bieten können, die physische ärztliche Präsenz vor Ort aber niemals vollumfänglich ersetzen werden. Mit Blick auf die anstehende Umsetzung der Krankenhausreform in Sachsen-Anhalt und die kommenden Landtagswahlen im September forderte er von der Politik keine kurzfristigen kosmetischen Effekte oder medienwirksame Versprechen, sondern nachhaltige Strukturen, die zur Lebensrealität der Menschen passen.

Ein zentraler Pfeiler galt auch der kritischen Auseinandersetzung mit den aktuellen Reformplänen auf Landes- und Bundesebene. Der Präsident fand deutliche Worte zur Arbeit der Finanzkommission Gesundheit und den daraus resultierenden 66 Vorschlägen, die derzeit die bundesweite gesundheitspolitische Debatte beherrschen.

Rege Diskussionen um Prävention und Zuckersteuer: Hier macht sich Dr. Torsten Kudela für eine nachhaltige Gesundheitserziehung insbesondere bei Kindern stark.

Obwohl Bundesgesundheitsministerin Nina Warken diese Empfehlungen bislang lediglich als „Werkzeugkasten“ bezeichnet, aus dem ein ausgewogenes Reformpaket geschnürt werden soll, mahnte Prof. Ebmeyer zur äußersten Wachsamkeit. Er stellte unmissverständlich klar, dass echte Stabilität im System nicht durch erneute Kürzungen an der Basis oder durch versteckte Leistungseinschränkungen entsteht. Vielmehr brauche es kluge Prioritäten, eine spürbare Entlastung der Praxen von bürokratischem Ballast und eine Finanzierung, die die Versorgung stärkt, statt sie durch Kostendeckelungen zu schwächen. In der anschließenden intensiven politischen Aussprache und der verabschiedeten Resolution zur Sicherstellung der Finanzierung des Gesundheitssystems wurden die „roten Linien“ der Ärzteschaft Sachsen-Anhalts präzise markiert. (Die Reformbausteine, die Nina Warken umsetzen will, waren zum Zeitpunkt der Kammerversammlung noch nicht vorgelegt worden – Anm. d. Red.)

Angesichts einer stetig älter werdenden und multimorbiden Gesellschaft sei es auch eine Frage der moralischen und politischen Ehrlichkeit gegenüber der Bevölkerung, einzugestehen, dass das System unweigerlich an seine Grenzen stößt. „Wir und vor allem auch die Politik müssen endlich sagen, was möglich ist und was so nicht mehr geht“, unterstrich der Präsident die Verantwortung der Politik. Es werde schmerzhafte Einschnitte geben müssen, diese dürften jedoch keinesfalls einseitig zu Lasten derer gehen, die die Leistung im direkten Patientenkontakt erbringen. Prävention als wichtige Gesundheitssäule müsse deutlicher in den Fokus gerückt werden. „Ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft wieder die Kurve bekommen – hin zu mehr Miteinander, mehr Respekt, mehr Verständnis füreinander.“

Ein weiteres Kernanliegen der zweitägigen Tagung war die drängende Frage der Nachwuchsgewinnung. Prof. Ebmeyer betonte in seiner Ansprache, dass Sachsen-Anhalt im Wettbewerb um die klügsten Köpfe nicht nur als moderner Arbeitsort, sondern vor allem als lebenswerte Heimat attraktiv sein müsse. Eine verlässliche Weiterbildung trage dazu bei: „Sie entscheidet darüber, ob junge Menschen bleiben, ob sie sich entwickeln können, ob sie sich für unser Land entscheiden.“ Ein besonderes Augenmerk legte er zudem auf die Integration internationaler Mediziner, die bereits heute einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung im Land leisten. Er forderte hierbei eine Willkommenskultur, die sich nicht in Worten erschöpft, sondern in Taten zeigt: „Was wir diesen Kolleginnen und Kollegen schulden, ist ein Verfahren zur Berufsanerkennung, das fair, zügig und transparent abläuft – selbstverständlich bei voller Einhaltung unserer hohen Qualitätsstandards.“ Anerkennung dürfe jedoch kein bürokratischer Hindernislauf sein; wer bereit sei, hier zu arbeiten und die nötige Qualifikation mitbringe, solle nicht an starren Verwaltungshürden scheitern.

Emotionale Augenblicke:

Die Verleihung des Ehrenzeichens an Dr. Hans-Jürgen Groh
Die Verleihung des Ehrenzeichens an Dr. Petra Bubel
Das Orchester des Diesterweg-Gymnasiums Tangermünde-Havelberg sorgte für den musikalischen Rahmen

Die Wertschätzung für das ärztliche und ehrenamtliche Wirken weitete sich im weiteren Verlauf der Tagung auf die gesamte Kammerversammlung aus, als zwölf langjährige Kammermitglieder verabschiedet wurden, die der kommenden IX. Wahlperiode nicht mehr angehören werden. In einer Zeit, in der die Belastungen im ärztlichen Alltag oft das Limit erreichen, betonte der Präsident, dass es alles andere als selbstverständlich sei, sich neben einem anstrengenden Beruf, der für viele eine echte Berufung darstellt, zusätzlich in der Berufspolitik zu engagieren. Dieser Einsatz für die Selbstverwaltung sei das Fundament der ärztlichen Unabhängigkeit. Mit großem Dank für die über Jahre geleistete Arbeit und den besten Wünschen für den weiteren Lebensweg wurden die Kollegen unter herzlichem und langanhaltendem Applaus aus ihren Ämtern entlassen.

Der Präsident bedankte sich darüber hinaus explizit bei seinen Vorstandskolleginnen und -kollegen für deren Unterstützung, Loyalität und Ausgewogenheit. Außerdem würdigte er auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauptamtes für ihr tägliches Engagement im Rahmen der ärztlichen Selbstverwaltung – eine schöne Geste. Neben diesen emotionalen Momenten und inhaltlich tiefgehenden Debatten erledigte die Versammlung ihr umfangreiches parlamentarisches Pensum mit der gewohnten Gründlichkeit. Einstimmig verab-schiedet wurde der Tätigkeitsbericht 2025, der die Bandbreite der Gremienarbeit im Hintergrund – von der Weiterbildung bis zur Qualitätssicherung – dokumentiert. Zudem wurden wichtige Satzungsänderungen debattiert und beschlossen, darunter notwendige Anpassungen der Berufsordnung sowie der Honorar- und Entschädigungsregelung für Fortbildungsveranstaltungen, um der allgemeinen Kostenentwicklung Rechnung zu tragen. Zwei Resolutionen – zu Prävention und zur Sicherstellung der Finanzierung des Gesundheitssystems – wurden auf den Weg gebracht. Letztere auf Anregung von Dr. Jörg Böhme, der als Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung berichtete. 

zur Beschlussübersicht

Ein herzliches Dankeschön und viel Applaus für die geleistete berufspolitische Arbeit im Sinne der Ärzteschaft Sachsen-Anhalts gab es für diese scheidenden Mitglieder der Kammerversammlung (v. li.): Dr. Ulrike Fechner, PD Dr. Christine Schneemilch, Dr. Ulrich Kuminek, Dr. Kornelia Markau, Dr. Caroline Gerdes, Dr. Uwe Rose, Dr. Thomas Langer, Dr. Axel Schobeß und Dr. Eike Hennig. Nicht vor Ort waren: Dr. Irina Pfeifer, Dr. Rüdiger Schering und Stefan Böhm, die ebenfalls aus der Kammerversammlung ausscheiden.

Technisch will sich die Kammer weiter gen Zukunft bewegen: Das neue digitale Abstimmungssystem wurde dem Plenum präsentiert. Nach einer intensiven Diskussion über die Handhabung, die Datensicherheit und die Einführungsschritte wurde festgelegt, dass dieses System zur konstituierenden Sitzung der neuen Kammerversammlung am 27. Juni seine Premiere feiern soll – Nachbesserungen inklusive, insbesondere für ein sicheres Verständnis seitens der Nutzer. Trotz anfänglicher Skepsis wurde dieser Schritt als konsequente Fortführung der Digitalisierungsstrategie der Kammer begrüßt, um künftige Entscheidungsprozesse effizienter und transparenter zu gestalten.

Die Botschaft, die nun von diesen zwei Tagen in Havelberg ausgeht, ist deutlich und richtet sich direkt an die Entscheidungsträger. Mit einer starken Resolution zur Förderung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung reist die Delegation aus Sachsen-Anhalt nun zum Deutschen Ärztetag nach Hannover. Die Resolution finden Sie auch auf unserer Website unter www.aeksa.de.

Wichtige Beschlüsse wurden gefasst, Resolutionen verabschiedet, konzentriert gearbeitet – hier im Bild Dr. Carola Lüke.

Darüber hinaus sollen Anträge, die unter anderem aus den Reihen der Delegierten vorgeschlagen und intensiv diskutiert wurden, vor Ort eingebracht werden. Die Themen: ein zentrales und gemeinsames Approbationsregister, um das Risiko einzudämmen, dass Informationen zum Beispiel bei einem Wechsel des Landes oder Bundeslandes verloren gehen; KIM-Anbindung von Behörden für eine unbürokratische Übermittlung von Kleingutachten oder Befunden – in Sachsen-Anhalt zum Beispiel ans Landesverwaltungsamt; einheitliche Rahmenbedingungen für Verbundweiterbildungen; eine Aktivrente auch für Freiberufler; Facharztprüfung für alle ausländischen Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten um z. B. die Qualitätssicherung zu garantieren.

Wie sagte Prof. Ebmeyer in seiner Rede? „Wir sind die Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Wir sind klein, aber wir sind klar. Wir sind eigen. Wir sind verlässlich. Wir sind konstruktiv – und wir sind unbequem, wenn es sein muss. Und wir geben nicht auf (…) Und wenn wir einen Ort brauchen, der uns daran erinnert, was Beharrlichkeit bedeutet, dann ist es Havelberg. Havelberg erinnert uns daran, dass Versorgung nicht nur Strukturen braucht, sondern Menschen, die bereit sind, für ihre Region einzustehen. Und genau diese Haltung brauchen wir – in der gesamten Ärzteschaft, in der Politik und in unserem ganzen Land.“

K. Basaran

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Beschlüsse der 11. Sitzung der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

  • Titel Teaser: Beschlüsse der 11. Sitzung der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt
  • Teaserbild:
  • Einführungstext: Resolution für mehr Gesundheitskompetenz, Resolution zur Sicherstellung der Finanzierung des Gesundheitssystems,..
  • Meta: VIII. Wahlperiode (2021 – 2026)
Wichtige Beschlüsse wurden gefasst, Resolutionen verabschiedet, konzentriert gearbeitet – hier im Bild Dr. Carola Lüke.

Beschlüsse der 11. Sitzung der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, VIII. Wahlperiode (2021 – 2026) am 10. – 11. April 2026

Resolution für mehr Gesundheitskompetenz

Resolution zur Sicherstellung der Finanzierung des Gesundheitssystems

Beschluss über den Tätigkeitsbericht 2025 der Ärztekammer Sachsen-Anhalt
(Veröffentlichung unter www.aeksa.de/Taetigkeitsbericht)

Satzungsänderungen

16. Satzung zur Änderung der Berufsordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt
1. Änderung der Honorar- und Entschädigungsregelung für Fortbildungsveranstaltungen
der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

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