Das Gesundheitswesen zukunftsfähig gestalten – Mut zu Reformen

Dr. med. Petra Bubel
Dr. med. Petra Bubel

Nach wie vor bewältigen die Haus- und Fachärzte in Klinik und Praxis mit ihren Mitarbeitenden die Pandemie sowie die Krankenversorgung der aus der Ukraine geflüchteten Menschen. Vor dem Hintergrund des sich weiter verschärfenden Ärztemangels müssen die Strukturen unseres Gesundheitswesens „demografiefest“ und zukunftsfähig reformiert werden. Dabei kommt niemand mehr an den überalterten Sektorengrenzen vorbei.

Das hatte schon die Bundesregierung in der letzten Regierungsperiode erkannt und im Konzept der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zielführende Reformansätze erkennen lassen. Aber erste gesetzliche Schritte sind nicht mehr erfolgt.

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Krankenhauslandschaft in Sachsen-Anhalt

Ein Kompromiss zwischen Anspruch und Möglichkeiten

Dr. med. Henning Böhme
Dr. med. Henning Böhme

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das Wort Strukturreform ist ein ständiger Begleiter deutscher Krankenhausplanung. Da diese den Bundesländern obliegt, sehen wir kontinuierlich neue Gutachten und Reformvorschläge in den einzelnen Bundesländern.

Zuletzt haben NRW und auch Niedersachsen umfassende Strukturreformen angekündigt. Auch Sachsen-Anhalt steht diesbezüglich natürlich unter kontinuierlichem Veränderungsdruck in Bezug auf seine Krankenhauslandschaft.

War der letzte Krankenhausplan eine mutlose Fortschreibung bestehender Strukturen, unter Einarbeitung von wirtschaftlich resultierenden Standortverlusten, so soll in der aktuellen Legislaturperiode „mal wieder“ ein Gutachten zu effizienteren und besseren Strukturen der Krankenhauslandschaft in unserem Land führen.

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Fünf nach Zwölf

Prof. Uwe Ebmeyer
Prof. Uwe Ebmeyer

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die zurückliegenden zwei Jahre Pandemie haben in großer Deutlichkeit eine Reihe von Schwachstellen in unserem Gesundheitssystem sichtbar gemacht. Der Krieg in der Ukraine lässt einige dieser Probleme wie durch eine Lupe betrachtet noch deutlicher erkennbar werden.

Bevor ich auf einen Teil dieser „Webfehler“ im Gesundheitssystem eingehe, gestatten Sie mir zunächst an dieser Stelle unser aller Mitgefühl und Verbundenheit mit den Menschen in und aus der Ukraine zum Ausdruck zu bringen.

Ich bin mir sicher, im Namen aller Ärztinnen und Ärzte Sachsen-Anhalts fordern zu können: Господин Путин, немедленно прекратите эту войну! – Herr Putin, beenden Sie diesen Krieg sofort!

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Qualitätssicherung/Qualitätsmanagement – Pro und Contra

Dr. med. Uwe Rose
Dr. med. Uwe Rose

Hohe Qualität bei der Patientenversorgung zu erreichen, stellt für uns Ärzte eine Selbstverständlichkeit dar. Zur Evaluierung stehen uns Instrumente wie Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement zur Verfügung. Dagegen spricht erst einmal nichts. Auch, dass sich die Ärzteschaft für eine Förderung der Qualität aktiv engagiert und einsetzt, steht außer Frage.

Was bereitet uns aber in den letzten Jahren zunehmend Sorge? Dies sind eher nicht die internen Qualitätssicherungsmaßnahmen in den Praxen und Kliniken wie zum Beispiel Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen und Peer Reviews, die auch schon an sich einen verstärkten Dokumentations- und Arbeitsaufwand mit sich bringen. Zertifizierungen, Zen-trenbildungen, Audits und Re-Audits rauben Zeit, die für die Arbeit am Patienten nicht mehr zur Verfügung steht. Eine Vergütung für diese aufwendigen Maßnahmen erfolgt nicht durch die Kostenträger, so dass in der Regel auch keine Konsequenzen bezüglich eines Personalaufbaus durch die Kliniksträger erfolgen.

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Wichtige Aufgaben für 2022

Prof. Hermann-Josef Rothkötter
Prof. Hermann-Josef Rothkötter

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ihnen allen für 2022 Glück, Gesundheit und Erfolg. Wir starten erneut in ein Jahr, in dem die Gesundheit ein zentrales Thema ist. „Omikron wird fast jeden finden,“ sagt Professor Anthony Fauci – in relativ kurzer Zeit werden wir wissen, ob diese Hypothese stimmt. Die Anzahl der an Corona erkrankten Menschen wird auf jeden Fall zunehmen. Hoffentlich können wir alle zusammen diese Belastungen aushalten.

Bei einem Einkauf bin ich kurz vor Weihnachten mit der Straßenbahn stecken geblieben – Ursache war eine Demonstration gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen. Auf meinem Weg nach Hause musste ich quer durch den Demonstrationszug und der Abend hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen. Die Rufe der Demonstrierenden müssen denen, die 1989 für die gesellschaftliche Freiheit unter großer Angst auf die Straße gegangen sind, wie Hohn vorkommen. Jetzt sind viele unterwegs, die die Demonstrationen für andere Ziele als die Infragestellung der Coronamaßnahmen nutzen.

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