Der Arzt als Freiberufler – ein Auslaufmodell?

Dipl.-Med. H. Thurow
Dipl.-Med. H. Thurow
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Zu Beginn des Jahres wurde eine Umfrage unter Studierenden der Medizin veröffentlicht, welche in regelmäßigen Abständen erfolgt. Sie wurden befragt, wie sie sich ihr zukünftiges Berufsleben vorstellen können. Für die meisten der Befragten war die entscheidende Frage, wie sich Beruf und Familie vereinbaren lassen. Somit können sich ca. 90 % im späteren Berufsleben ein Angestelltenverhältnis vorstellen. Die Hauptargumente für diese Entscheidung sind die überschaubaren Arbeitszeiten und der Austausch mit Kollegen, die Hauptgründe gegen eine Niederlassung sind die überbordende Bürokratie, das finanzielle und Regressrisiko.

Seit über 20 Jahren bin ich in der Niederlassung in einer Gemeinschaftspraxis tätig. Die Balance von Arbeit und Familie war damals kein Entscheidungskriterium für mich oder hatte zumindest keine so große Wertigkeit. Die eigene Praxis, die Arbeit als Freiberufler war das erstrebenswerte Ziel. Ich wollte eigenständig arbeiten, unabhängig sein, selbstständig entscheiden, wie ich meinen Arbeitsalltag gestalte, wieviel Freizeit ich habe, mit wem ich arbeite. Dies alles beflügelte meinen Mut und ließ manche Bedenken in den Hintergrund treten. Dass es ganz so einfach nicht ist, merkte ich bald: Suche nach geeigneten Räumen, deren Umbau, Verhandlungen mit Banken, Einrichtern und Vermietern, Suche nach passendem Personal. Schlechte Berater gab es zuhauf. Kaum jemand kannte sich aus – also blieb nur der viel zitierte Sprung ins kalte Wasser.

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Digitalisierung von Gesundheit konstruktiv und kritisch durchleuchten

Dr. med. Thomas Langer
Dr. med. Thomas Langer
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Diese Überschrift las ich kürzlich in einem Onlinebeitrag einer Zeitung. Sie bezog sich auf Verlautbarungen des Vorsitzenden des „Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen“, Herrn Prof. Ferdinand Gerlach, der erneut zum Vorsitzenden dieses Gremiums gewählt wurde.

Dieser erstmals 1985 eingesetzte Rat umfasst sieben Mitglieder aus den Bereichen Medizin, Ökonomie und Pflegewissenschaften. Er hat unter anderem die Aufgabe, Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorzulegen sowie Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen. Thematisiert wurde in diesem aktuellen Beitrag neben der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit und der Work-Life-Balance der jungen Ärztegeneration vor allem die Notwendigkeit einer digitalen Patientenakte. Hierbei dürfe der Datenschutz aber nicht als vorgeschobenes Argument gegen eine sinnvolle Digitalisierung der Gesundheitsversorgung missbraucht werden. Die Adressaten dieser Kritik könnten Ärztinnen und Ärzte sein, die kritisch ihren Finger in diese Wunde legen. Bis vor wenigen Jahren stellten diese Kritiker beim Ärztetag sogar die Mehrheit.

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Nicht ohne unseren ärztlichen Sachverstand

Dr. med. Gunther Gosch
Dr. med. Gunther Gosch
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„Der eine oder andere Arzt wird ab Mittwochnachmittag auf dem Golfplatz gesehen.“ Karl Lauterbach (SPD) am 20. Dezember in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zum Ruf der Krankenkassen nach mehr Arztsprechstunden in den Abendstunden und an Samstagen.

Diese gewiss nicht einfach dahingesagte, sondern mit Kalkül getätigte Bemerkung des Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach ordnet sich ein in den gefährlichen Kontext ehrverletzender Verunglimpfungen unseres ärztlichen Berufstandes durch vermeintliche Experten, deren Verhaftung in der Realität nicht nur des Gesundheitssystems bezweifelt werden muss. Wie kürzlich in einem offenen Brief einer jungen Assistenzärztin einer Potsdamer Hausarztpraxis stellen selbst SPD-Mitglieder die Expertise Lauterbachs in Frage. Möglicherweise ist dem Kollegen Lauterbach die Neufassung des Ärztlichen Gelöbnisses nicht bekannt. Hier gelobt der Arzt, eigene Gesundheit und Wohlergehen zu berücksichtigen, um Patienten auf höchstem Niveau behandeln zu können. Dem Arzt abzusprechen, nach den durchschnittlich 52 Arbeitsstunden allein in der Praxis Sport im Sinne der eigenen Gesunderhaltung treiben zu dürfen, ist stillos und anmaßend.

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Renditeobjekt MVZ? – Wehret den Anfängen!

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

Dr. Simone Heinemann-Meerz
Dr. Simone Heinemann-Meerz,
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das Jahr ist neu, die Herausforderungen bleiben die alten. Dazu zählt der bedrohliche Trend zur Konzernbildung in unserem Gesundheitswesen. In Zeiten von Niedrigzinsen suchen Private-Equity-Gesellschaften händeringend nach neuen Möglichkeiten, ihr Kapital gewinnbringend anzulegen. Immer mehr rückt dabei das Gesundheitswesen in den Fokus. Durch den medizinischen Fortschritt werden die Behandlungsmöglichkeiten zunehmend ausgefeilter und damit aufwändiger. Gleichzeitig bietet das Gesundheitssystem in Deutschland stabile und verlässliche Rahmenbedingungen. Kein Wunder, dass Kapitalgeber in diesem Umfeld auf satte und verlässliche Rendite hoffen. Beliebte Spekulationsobjekte sind neben Pflegeeinrichtungen auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ).

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Ein Blick zurück zum Jahreswechsel

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

Dr. med. Peter Wolf
Dr. med. Peter Wolf,
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das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Festivitäten zum Jahreswechsel stehen vor der Tür und wollen vorbereitet sein. Aber es gibt auch Momente, in denen man das alt gewordene Jahr rückblickend betrachtet und sich fragt, was es gebracht hat.

Für mich persönlich war das erstaunlichste Ereignis in 2018, dass ein D. Trump immer noch als Präsident der USA fungiert. Ich habe in den ersten Monaten seiner Präsidentschaft eigentlich täglich erwartet, dass er mit einem April, April abtritt. Inzwischen ist er etabliert, bedroht nach Belieben mal diese, mal jene Nation, innenpolitisch wie außenpolitisch herrscht Chaos und offenbar gibt es nichts, was ihn aufhalten kann. Es fühlt sich an wie auf einem Pulverfass zu sitzen und ein Psychopath spielt mit dem Feuerzeug.

Seit dem 14. März, fast ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl, wurde Angela Merkel wieder Bundeskanzlerin. Seither befindet sich die große Koalition im Dauerstreit. Man hat nicht den Eindruck, es sollten irgendwelche der anstehenden großen sozialen und sonstigen Probleme gelöst werden, geschweige denn visionären Zielen gefolgt werden.

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