Gemeinsam in das Jahr 2023

Prof. Hermann-Josef Rothkötter
Prof. Hermann-Josef Rothkötter

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Leserinnen, liebe Leser,

in diesem Jahr wird in vielen Neujahrswünschen auch Frieden genannt. War im letzten Jahr eine große Sorge die Corona-Pandemie, so stellt uns seit Februar 2022 der Angriffskrieg gegen die Ukraine so klar wie bisher selten vor Augen, welcher Terror und welches persönliche und gesellschaftliche Elend der Krieg immer ist. Durch die Nähe dieses Krieges in Europa wird uns das sehr deutlich – aber Krieg und gewalttätige Auseinandersetzung sind weltweit an vielen Orten zum Teil seit Jahrzenten fast die Regel. Die multilateralen Gesellschaften sind fragil und wir sind in jedem Lebensbereich von einer guten und gerechten internationalen Kooperation abhängig. Preisentwicklung und Inflation machen uns große Sorgen – und auch in unseren Praxen und in den Krankenhäusern werden wir mit den Konsequenzen von teurer Energie tagtäglich konfrontiert.

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Pandemie und (k)ein Ende

Gunther Gosch
Gunther Gosch

Verehrte Kolleginnen und Kollegen,
im dritten Jahr der Corona-Pandemie liegt die Case-Fatality-Rate (CFR) in Deutschland Statistiken der Johns-Hopkins-Universität zufolge bei 0,4 % und damit niedriger als bei einer Reihe anderer impfpräventabler Infektionserkrankungen. In Deutschland wird noch immer nicht valide erfasst, ob Intensivpflichtigkeit und COVID-19 in einem Zusammenhang stehen oder der SARS-CoV2-Nachweis ein koinzidentes Ereignis darstellt. Daten aus dem österreichischen COVID-19-Register belegen, dass dortzulande lediglich 12 % der ITS-Hospitalisierten aufgrund einer COVID-19 intensivpflichtig behandelt werden mussten. Die realistische – i. W. altersabhängige – COVID-CFR dürfte also deutlich niedriger sein und ist im Kindes- und Jugendalter kaum messbar.

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Mangel in der Patientenversorgung! Was hilft ihn zu lindern?

Henrik Straub
Henrik Straub

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Angesicht einer chronisch-progredienten und offensichtlich kaum therapierbaren Mangelsituation „Patientenversorgung“ stellt sich die Frage, wie wir als verantwortungsbewusste Ärztinnen und Ärzte diese Situation meistern und den Problemen entgegentreten können. Das unbestreitbare und allgemein akzeptierte „Defizit kurativer Arztarbeitszeit“ wird von unseren Standesvertretern eindringlich kommuniziert. Kurz- bis mittelfristig ist jedoch in Sachsen-Anhalt und im Bund keine einfache Problemlösung in Sicht. Die Politik agiert dazu deutlich zu zögerlich und mit veralteten Konzepten und Argumenten, sie fürchtet hohe Kosten durch das bundesweit dringend erforderliche Mehr an Medizinstudienplätzen.

Was für mich als überlasteter Hausarzt bleibt, ist die Möglichkeit, delegierbare ärztliche Tätigkeiten auf gut ausgebildetes medizinisches Fachpersonal zu übertragen und die Zusammenarbeit im Team zu stärken. Das medizinische Fachpersonal ist für eine qualitativ hochwertige Betreuung der Kranken unabdingbar, fehlt jedoch in allen Ebenen der Patientenversorgung.

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Daten helfen heilen!

Dr. med. Carola Lüke
Dr. med. Carola Lüke

Der Versuch einer erfolgreichen Digitalisierung im Gesundheitswesen wird seit Längerem unternommen. Im Ergebnis zeigt sich diese häufig als Geldverbrennungsmaschine und ist bei der Arbeit eher hinderlich als nützlich.

Ich arbeite seit 2010 in einer papierlosen Praxis und weiß die Vorteile der Digitalisierung zu schätzen, muss aber feststellen, dass alle danach zwangsweise eingeführten „Innovationen“ lediglich Geld gekostet haben, jedoch meine Arbeit in keiner Weise erleichterten, im Gegenteil. Nicht nur das – sie kosten mit trauriger Regelmäßigkeit Arbeitszeit, nicht nur für Installation und Schulung, sondern auch für Systemabstürze und Fehlersuchen. Wenn das letzte Meisterstück in dieser Fortsetzungsserie „Telematik“ dann darin gipfelt, dass das System nach jeder Versichertenkarte abstürzt und die offizielle Empfehlung zur Fehlerbehebung heißt – „Halten Sie die Karte vorher an eine Heizung, um diese elektrostatisch zu entladen“, ist dieser – der Gipfel nämlich – überschritten.

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Eine heiße Zeit!

Thomas Dörrer
Thomas Dörrer

Liebe Kolleg*innen, man mag ja kaum noch Nachrichten schauen oder lesen. Positive Nachrichten sind extrem selten geworden. Aber ganz ohne Emotion oder Polemik müssen wir uns wohl mit bevorstehenden Veränderungen auseinandersetzen. Der Klimawandel und die Erderwärmung sind nicht wegzudiskutieren. Die Folgen werden auch an uns nicht vorbeigehen.

Schon allein der Umstand, dass sich die Temperaturen erhöhen, wird unseren Arbeitsalltag verändern, und damit meine ich nicht nur die vermehrten Exsikkosen im Heim und der älteren Bevölkerung. Wir werden vor allem mit neuen Situationen konfrontiert werden.

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