Abrechnungsdaten aus Allgemeinarztpraxen bestätigen erhöhte Diabetes- und Herz-Kreislauf-Krankheitslast in Sachsen-Anhalt

Das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) hat in den vergangenen Jahren im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung wiederholt auf eine hohe Quote von Krankenhausfällen infolge von Diabetes Typ 2 und bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) in Sachsen-Anhalt hingewiesen 2-6, 9. Neben der Altersstruktur der Bevölkerung, der geringeren ambulanten Arztdichte, den weiteren Anfahrtswegen und möglichen Defiziten in der Notfallversorgung wurde vor allem eine überproportional weite Verbreitung ungesunder Lebensstile als Ursache diskutiert 1-4, 7-9.

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BMBF fördert Studie der Universitätsmedizin Halle (Saale) zur Behandlung eines frühen vorzeitigen Blasensprungs zur Verhinderung von extremen Frühgeburten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert eine Studie der Universitätsmedizin Halle (Saale) zur Behandlung des frühen vorzeitigen Blasensprungs zwischen der 22. und 26. Schwangerschaftswoche für drei Jahre mit 913.000 Euro. Das Ziel der multizentrischen klinischen Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit einer kontinuierlichen Gabe von künstlichem Fruchtwasser nach vorzeitigem Blasensprung im Vergleich zur Standardtherapie wissenschaftlich zu prüfen. Basis hierfür sind die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die Studie wird von Prof. Dr. Michael Tchirikov, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin des Universitätsklinikums Halle (Saale), geleitet. Voraussichtlich bis zu zwölf weitere Perinatalzentren Level 1 werden daran beteiligt sein, unter anderem die Universitätsklinika Düsseldorf und Magdeburg sowie das Klinikum St. Georg in Leipzig und die Helios-Klinik Schwerin.

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Ältere onkologische Patientinnen und Patienten profitieren deutlich von der Priorisierung bei der COVID-19-Impfung vor geplanten Operationen

Patientinnen und Patienten, die sich einem Eingriff unterziehen müssen, profitieren vor einer Operation deutlich von einer Impfung gegen COVID-19. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Studie des Forschungsnetzwerks „COVIDSurg“, an dem die Universitätsklinik und Poliklinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie der Universitätsmedizin Halle (Saale) beteiligt ist. In der Fachzeitschrift „British Journal of Surgery“ (https://doi.org/10.1093/bjs/znab101) schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass in der über 70 Jahre alten Allgemeinbevölkerung 1.840 Menschen geimpft werden müssten, um einen Todesfall aufgrund von COVID-19 zu verhindern. Vor einer geplanten Krebsoperation bedürfte es in dieser Altersgruppe lediglich der Impfung von 351 Menschen, um dieses Ziel zu erreichen. Die Autorinnen und Autoren der Fachpublikation schätzen, dass eine weltweite Priorisierung der Impfung für Patientinnen und Patienten vor planbaren Operationen pro Jahr 58.687 COVID-19-bedingte postoperative Todesfälle verhindern könnte.

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Anmerkungen eines alten Internisten zur Alternativmedizin

Aus eigenem Erleben: einige Überlegungen zur nicht-schulmäßigen Medizin

Mit Schrecken beobachtet ein alter Internist, mit welcher Vehemenz sogar Ärzte als medizinische Querdenker, Impfgegner und Corona-Verleugner in der Öffentlichkeit auftreten. Was da auf Markt- und anderen Plätzen geäußert wird, ist Paramedizin in Reinkultur. Das regt mich an, aus eigenem Erleben einige Anmerkungen zur nicht-schulmäßigen Medizin zu machen.

Nach dem Ende meiner akademischen Laufbahn an einer Universitätsklinik für Innere Medizin lernte ich eine andere Sparte der Medizin kennen – die Rehabilitationsmedizin. Diese wird oft unterschätzt, aber sie ist anspruchsvoller und vielschichtiger, als ich in meiner Zeit als Hochschulmediziner je geglaubt hatte. Denn der Rehabilitationsmediziner muss nicht nur sein Fach beherrschen, sondern auch Probleme der Psychologie, Physiotherapie, Ergotherapie und Sozialkunde bedenken, und sollte die Zusammenarbeit mit einem kompetenten „Reha-Team“ pflegen. Darüber hinaus hatte ich aber auch Kranke zu betreuen, die oftmals mehr als nachdrücklich wünschten, keinesfalls mit „giftigen chemischen“ Medikamenten, sondern nur mit natürlichen Heilmitteln behandelt zu werden. Damit waren meist pflanzliche Präparate, aber auch homöopathische oder orthomolekulare Präparationen, Organextrakte (Thymus, Milz), Enzympräparate mit angeblich antiphlogistischen, immunstimulierenden und antikanzerogenen Effekten oder Bach-Blüten (Homöopathie-ähnliche Aufbereitungen von 38 Blüten wildwachsender Kräuter nach Dr. Edward Bach) gemeint.

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Ethische Entscheidungen am Lebensanfang – Weltfehlbildungstag am 3. März 2021

Die pränatale genetische Diagnostik stand im Fokus der Online-Fortbildungsveranstaltung des Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt anlässlich des Weltfehlbildungstages am 3. März. Das Online-Format stellt neue Herausforderungen dar und so begrüßte Frau Dr. med. A. Rißmann (Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt) schon 30 Minuten vor Beginn sukzessive die Teilnehmer mit dem Technik-Check und stellte die Referenten vor.

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