Dr. med. Hans-Jürgen Haß

Ein Nachruf

Dr. med. Hans-Jürgen Haß
Dr. med. Hans-Jürgen Haß

„Der Chirurg soll ein Mann in den besten Jahren sein oder doch von diesem Alter nicht zu weit entfernt. Eine gelenke, feste Hand, die nie zittert; mit der linken so gewandt wie mit der rechten. Die Augen scharf und hell; im Gemüt unerschütterlich; …“ (Aulus Cornelius Celsus, De Medicina, VI14, 1. Jh. vor Christus). Inmitten dieser besten Jahre verstarb nach schwerer Krankheit unser geschätzter Kollege Dr. med. Hans-Jürgen Haß am 23.09.2020 in Magdeburg im Alter von nur 62 Jahren.

Dr. H.-J. Haß war dem Magdeburger Universitätsklinikum seit seinem Studienabschluss 1984 dauerhaft verbunden. Der akademisch geprägte Einfluss lässt sich auch seinem Elternhaus – sein Vater war Rektor der renommierten Humboldt-Universität zu Berlin – zuschreiben. Seine Chirurgenlaufbahn begann er in der Nephrologie und durchlief im Rotationsverfahren alle Fachabteilungen der Chirurgischen Klinik als Assistenzarzt. Im Rahmen der Facharztausbildung war Dr. H.-J. Haß einer der ersten Assistenten, der in die neu gebildete Abteilung für Experimentelle Chirurgie zur Bearbeitung des Themas „Ätiologie der akuten Pankreatitis“ wechselte. Aufgrund dessen war Dr. H.-J. Haß ein vielseitig gut ausgebildeter Facharzt für Allgemeinchirurgie, der sich zunächst der ambulanten Chirurgie widmete und aufgrund seiner Leistungen früh zum Oberarzt ernannt wurde. Im Zuge der Umorganisation wechselte Dr. H.-J. Haß in die Kinderchirurgie unter Prof. W. Wagemann und erlangte dort zusätzlich den Facharzt für Kinderchirurgie. Die Entwicklung der inzwischen eigenständigen Kinderchirurgie bestimmte er nach dem Erwerb der Facharztanerkennung maßgeblich mit. Nach dem Ausscheiden von Prof. W. Wagemann führte Dr. H.-J. Haß zusammen mit dem Ärzteteam die Kinderchirurgie durch bewegte Zeiten und Anfechtungen bis zu seinem gesundheitlichen Ausscheiden.

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Der Arbeitsbereich Kinderchirurgie an der Universitätsmedizin Magdeburg wird zur neuen Abteilung und steht seit Oktober unter neuer Führung

Privatdozent Dr. med. Salmai Turial, in der Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Magdeburg
Privatdozent Dr. med. Salmai Turial, in der Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Magdeburg

Der bisherige Arbeitsbereich Kinderchirurgie der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr. h. c. Roland S. Croner, MA, FACS, wird neu aufgestellt und erweitert. Zum 1. Oktober 2020 übernahm Privatdozent Dr. med. Salmai Turial als neuer Chefarzt die Leitung der Abteilung Kinderchirurgie, Kindertraumatologie und Kinderurologie der Universitätsmedizin Magdeburg.

Zur Person: Priv.-Doz. Dr. med. Salmai Turial wurde 1968 in Afghanistan geboren und studierte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Medizin. Seine Tätigkeit als Assistenzarzt absolvierte er in der Klinik für Kinderchirurgie (unter der Leitung von Prof. Dr. Winfried Wagemann) und am Zentrum für Chirurgie der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Hier erhielt er ebenfalls seine Facharztanerkennung für Kinderchirurgie.

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Erfolg für Magdeburger Wissenschaftler*innen mit einem „Brutkasten“ für die Lunge

Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 geht an Chirurg*innen der Universitätsmedizin Magdeburg

Prof. Dr. Thorsten Walles und Promotionsstipendiatin Isabell Knoblich demonstrieren ihre medizintechnische Entwicklung in der experimentellen Thoraxchirurgie
Prof. Dr. Thorsten Walles und Promotionsstipendiatin Isabell Knoblich demonstrieren ihre medizintechnische Entwicklung in der experimentellen Thoraxchirurgie

Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Thoraxchirurgie“ der Universitätsmedizin Magdeburg unter der Leitung von Dr. Cornelia Wiese-Rischke wurde für die innovative Forschungsarbeit von Promotionsstipendiatin Isabell Knoblich mit dem Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 ausgezeichnet. Unter dem Titel „Optimierung der Organperfusion in einem präklinischen ex-vivo Lungen-Perfusionsmodell“ haben die Wissen­schaftler*innen um Prof. Dr. Thorsten Walles von der Universitätsklinik für Herz- und Thoraxchirurgie Magdeburg ein Versorgungssystem – vergleichbar mit einem „Brutkasten“ – für die Lunge entwickelt. Damit ist es nicht nur möglich, die Lunge als Spenderorgan außerhalb des Körpers optimal zu versorgen, sondern auch neue OP-Techniken und Untersuchungsverfahren am „lebenden“ Organ zu erproben und zu entwickeln. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Die Preisvergabe fand im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) am 9. Oktober 2020 in Wiesbaden statt.

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Bundesweites Forschungsprojekt zu Spätfolgen nach Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter gestartet

Nachsorge von knapp 64.000 Betroffenen in ganz Deutschland soll mit „VersKiK“ verbessert werden

Krebskranke Kinder und Jugendliche haben inzwischen dank der zunehmend besseren Therapiemöglichkeiten gute Heilungschancen. Über 80 Prozent der betroffenen Kinder können heutzutage geheilt werden. Doch das bleibt oftmals nicht ohne Folgen. Etwa zwei Drittel aller Betroffenen leiden im Laufe ihres Lebens an mindestens einer krankheits- oder therapiebedingten Spätfolge. Unter der Studienleitung von Privatdozent Dr. Enno Swart vom Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (ISMG) gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher, Direktor am ISMG, ist nun ein deutschlandweites Forschungsprojekt zur Versorgungsforschung gestartet: „VersKiK“ untersucht und analysiert umfassend die Nachsorge und den tatsächlichen Nachsorgebedarf von Kindern und Jugendlichen nach einer Krebserkrankung. Ziel ist es, die Lebens- und Leistungsqualität von Betroffenen weiter zu verbessern. Insgesamt sind neun weitere bundesweite Projektpartner, darunter Krankenkassen und andere Universitätsmedizin-Standorte, an dem Projekt beteiligt.

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