Hohe Herzinfarktsterblichkeit in Sachsen-Anhalt

Logo UKHHerzinfarktregister steht allerdings wegen fehlender Finanzierungsicherheit durch das Land Sachsen-Anhalt vor dem Aus

Gemeinsame Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Die Herzinfarktsterblichkeit in Deutschland ist den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Auch im Bundesland Sachsen-Anhalt hat die Sterblichkeit am Herzinfarkt abgenommen. Trotz dieses positiven Trends lag Sachsen-Anhalt bezüglich der Herzinfarktsterblichkeit im Jahr 2012 38 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und nahm bundesweit eine (negative) Spitzenposition ein. Belastbare Daten zur Ursache dieser erhöhten Sterblichkeit lagen bisher nicht vor. Das Land Sachsen-Anhalt, die AOK Sachsen-Anhalt, die IKK gesund plus, der Verband der Ersatzkassen und die beiden Medizinischen Fakultäten in Magdeburg und Halle sowie die Deutsche Herzstiftung und das Bundesministerium für Gesundheit hatten daraufhin vor etwas mehr als drei Jahren auf Initiative des Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff das Regionale Herzinfarktregister Sachsen-Anhalt (RHESA) ins Leben gerufen.

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Ehrenmitgliedschaft für Magdeburger Frauenarzt Prof. Dr. Dr. Serban-Dan Costa

Prof. Dr. Dr. Serban-Dan Costa
Prof. Dr. Dr. Serban-Dan Costa

Auf dem im letzten Jahr stattgefundenen Kongress der Romanian Society of Obstetrics and Gynecology in Bukarest wurde Prof. Dr. Dr. Serban-Dan Costa, Direktor der Universitätsfrauenklinik Magdeburg, zum Ehrenmitglied ernannt.

Die 1920 gegründete Fachgesellschaft hat diese Anerkennung dem Magdeburger Arzt und Hochschullehrer in Würdigung seiner klinischen und wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie für sein jahrzehntelanges engagiertes Wirken für den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rumänien verliehen. Dazu gehören bilaterale Treffen wie auch gegenseitige Forschungsaufenthalte, Hospitationen, gemeinsame wissenschaftliche Projekte sowie ein gegenseitiger Austausch von Studenten und Ärzten. Seit 2016 ist Prof. Costa Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.

Zur Person: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Serban-Dan Costa (geb. 1955 in Oradea/Rumänien) leitet seit 2004 die Universitätsfrauenklinik Magdeburg. Nach dem Staatsexamen an der J. W. Goethe-Universität Frankfurt/Main nahm er eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Zentrum für Lehre und Forschung des Kantonspitals Basel, Universität Basel, Schweiz, auf. Nach zwei Jahren Grundlagenforschung auf dem Gebiet des Mammakarzinoms wechselte er an die Klinik für Allgemeinchirurgie der Universität Basel. Anschließend absolvierte er die Facharztweiterbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg und wurde dort im Jahre 1993 Oberarzt. 1995 wechselte er an die Universitäts-Frauenklinik Frankfurt am Main und war dort Oberarzt und später leitender Oberarzt. 1997 wurde ihm von der Medizinischen Universität in Temeswar, Rumänien, die Ehrendoktorwürde verliehen.

In der Forschung beschäftigt sich der Wissenschaftler schwerpunktmäßig mit Fragen der gynäkologischen Onkologie, operativen Gynäkologie sowie Diagnose und Therapie des Mammakarzinoms.

| Pi und Foto: UKM

Investitionsproblematik im Krankenhausbereich nach wie vor ungelöst

Logo KGSANNur ein Tropfen auf dem heißen Stein 

Vor dem Hintergrund des gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse ausgerichteten Fachforums „Zukunft der Krankenhausversorgung in Sachsen-Anhalt“ hat die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt die Landesregierung erneut aufgefordert, zu ihren Aussagen im Koalitionsvertrag zu stehen. Darin hatten die Regierungsparteien bekannt, in ausreichendem Maß Finanzmittel für Krankenhausinvestitionen bis zum Jahr 2019 zur Verfügung zu stellen. Der nun vorliegende Landeshaushaltsentwurf sieht zwar für die kommenden zwei Jahre die Umsetzung des Strukturfonds der Bundesregierung und eine damit verbundene verpflichtende geringfügige Aufstockung der Krankenhauspauschalfördermittel vor, ein von der KGSAN gefordertes mehrstufiges Krankenhausinvestitionsprogramm ist das aber noch lange nicht. „Leider ist dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, der die Investitionsproblematik im Krankenhausbereich nicht löst“, so der Geschäftsführer der KGSAN, Dr. Gösta Heelemann, „Im Gegenteil: Der vorliegende Ansatz im Haushaltsentwurf bedeutet, dass sich das Land bereits 12 lange Jahre aus seiner Verantwortung für die Bereitstellung von Krankenhausinvestitionsmitteln ent­zieht.“ Seit 2006 fließen keine Einzelinvestitionsmittel mehr in den Krankenhausbereich.

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Hygiene transparent – HELIOS Klinik Zerbst/Anhalt veröffentlicht Daten

Hygiene im Test – Keimnachweis in der Petrischale
Hygiene im Test – Keimnachweis in der Petrischale

Ab sofort ist im HELIOS Hygiene-Portal online nachzulesen, wie häufig die wichtigsten multiresistenten Keime in den Akutkliniken von HELIOS vorgekommen sind. Auch in der HELIOS Klinik Zerbst/Anhalt wurden Daten erhoben. In einer grafischen Darstellung wird die Entwicklung der Keimbelastung über die letzten Jahre hinweg bis Mitte 2016 abgebildet. Multiresistente Keime können für abwehrgeschwächte Patienten eine ernsthafte Gefahr darstellen, weil sie resistent –also unempfindlich gegen die meisten Antibiotika – und deshalb nur schwer zu bekämpfen sind.

Nach der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ist jedes Krankenhaus seit 2012 dazu verpflichtet, die häufigsten infektionsrelevanten Erreger zu erfassen, zu dokumentieren und zu bewerten. Diese Daten werden zum Beispiel durch sogenannte Screenings erhoben: Patienten aus bestimmten Risikogruppen, die durch das Robert Koch-Institut Berlin (RKI) festgelegt wurden, werden bei ihrer Aufnahme auf eine Vielzahl von Erregern getestet. HELIOS stellt schon seit 2012 als einzige Klinikgruppe in Deutschland die Zahlen zur Keimbelastung in seinen Kliniken in einem eigenen Hygiene-Portal für alle einsehbar online. Zudem analysiert HELIOS seit der Änderung des IfSG für jede einzelne Klinik den Antibiotikaverbrauch im Zusammenhang mit Resistenzentwicklungen der Bakterien.

Zur besseren Verständlichkeit und Übersichtlichkeit hat HELIOS die Darstellung der Hygienedaten nun grundlegend überarbeitet. Für jede Klinik sind die drei wichtigsten Keim-Gruppen MRSA (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus), VRE (Vancomycin resistente Enterokokken) und MRGN (Multiresistente gramnegative Erreger) in Grafiken abgebildet. Hier lässt sich zum einen nachvollziehen, wie viele Patienten den Keim in die Klinik mitgebracht haben, also bereits bei ihrer Aufnahme positiv auf den Keim getestet wurden. Zum anderen ist sichtbar, wie viele Patienten den Keim während ihres Klinikaufenthaltes (nosokomial) erworben haben. Auch die Entwicklung beider Parameter über die Jahre hinweg lässt sich so gut erkennen.

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Treffen der Hygieneexperten

Hygieneärzte und Hygienefachkräfte aus dem südlichen Sachsen-Anhalt kamen im Städtischen Klinikum Dessau zum Erfahrungsaustausch zusammen. Prof. Dr. med. Sabine Westphal, Chefärztin des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik (1. Reihe, 3. Person von rechts) begrüßte die Hygieneexperten vor Ort.
Hygieneärzte und Hygienefachkräfte aus dem südlichen Sachsen-Anhalt kamen im Städtischen Klinikum Dessau zum Erfahrungsaustausch zusammen. Prof. Dr. med. Sabine Westphal, Chefärztin des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik (1. Reihe, 3. Person von rechts) begrüßte die Hygieneexperten vor Ort.

Das Hygienemanagement steht in jedem Krankenhaus ganz oben auf der Prioritätenliste. Multiresistente Keime und Antibiotikaresistenzen sowie das Wiederauftreten von einst als besiegt geltenden Infektionskrankheiten wie beispielsweise Tuberkulose beschäftigen Hygieneexperten im ganzen Land. 25 dieser Fachleute aus dem südlichen Sachsen-Anhalt kamen am 22. November 2016 im Städtischen Klinikum Dessau zu einem freiwilligen Fachaustausch zusammen. „Um die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch zwischen den Kliniken zu intensivieren, dient seit 2009 ein Hygienestammtisch. Dieser fand bisher in Halle (Saale) statt, aber diesmal treffen wir uns hier in Dessau-Roßlau“, freute sich Prof. Dr. med. Sabine Westphal. Die Chefärztin leitet seit vier Jahren das Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik am Städtischen Klinikum Dessau und verantwortet die Stabsstelle Krankenhaushygiene in diesem 700-Betten-Haus. Sie selbst absolvierte inzwischen die zweijähri-ge Fortbildung „Krankenhaushygiene“ der Bundesärztekammer und brachte im Dessauer Klinikum das Antibiotic Stewardship (ABS)-Team zur Eindämmung von Antibiotikaresistenzen auf den Weg.

Im Rahmen des mehrstündigen Fachaustausches thematisierten die Hygieneärzte und Hygienefachkräfte die Aspekte Mikrobiologie und Diagnostik mit einem inhaltlichen Schwerpunkt zur Tuberkulose-Erkrankung.

| Pi und Foto: SKD